Apple macht Sicherheitslücken in OS X El Capitan 10.11 und iOS 9.3 platt

(Screenshot: Übergizmo.de)

Neue Updates für die Betriebssysteme OS X und iOS sollen zahlreiche Sicherheitslücken schließen, teilte Apple mit. Beim Desktop-Betriebssystem OS X 10.11.6 sind es insgesamt 60 Stück, während iOS 9.3.3 43 Schwachstellen ausmerzt.

Apple hat in seinem Desktopbetriebssystem OS X 10.11.6 zahlreiche Sicherheitsprobleme adressiert, die die Komponenten Audio, CFNetwork, CoreGraphics, FaceTime, ImageIO, den Kernel, LibreSSL, Login Window und Quicktime betrafen. So konnte zum Beispiel mit einer gefasten Audio-Datei ein Denial-of-Service-Angriff ausgeführt oder Code mit Kernelrechten gestartet werden.

Der Videochat Facetime wiederum erlaubt es, Nutzer abzuhören. Ein Angreifer mit einer „privilegierten Position“ im Netzwerk kann mithilfe einer Rufweiterleitung die Facetime-Verbindung aufrechterhalten, obwohl dem Opfer angezeigt wird, dass das Gespräch beendet wurde. AppleInsider vermutet, dass sich der Bug unter anderem in öffentlichen WLAN-Netzen ausnutzen lässt.

OS X 10.11.6 beseitigt aber auch mehrere nicht sicherheitsrelevante Probleme. Den Release Notes zufolge sollen die Einstellungen nun korrekt gespeichert werden, wenn die Alterseinschränkungen aktiv sind. Auch der Zugriff bestimmter Netzwerkgeräte wie Lautsprecher und Drucker auf SMB-Freigaben soll nun reibungslos funktionieren. Enterprise-Nutzer profitieren zudem von einer verbesserten Anmeldung beim Verzeichnisdienst Active Directory.

Die Fehler in iOS 9.3 stecken in Komponenten und Apps wie Kalender, Facetime, Kernel, Safari, Sandbox Profiles, Siri Contacts und Web Media. iOS 9.3.3 soll unter anderem Spoofing und Zugriff auf die Prozessliste außerhalb der Sandbox verhindern. Außerdem könnte eine speziell präparierte Kalendereinladung einen Neustart eines iOS-Geräts auslösen.

12 der 43 Anfälligkeiten in iOS 9.3 betreffen die Browserengine WebKit. Auch hier ist eine Remotecodeausführung möglich. WebKit ist außerdem anfällig für Cross-Site-Scripting und Denial of Service.

iOS 9.3.3 ist wahrscheinlich das letzte Update für iOS 9 und damit auch die letzte Aktualisierung, die Apple für iPhone 4S, iPod Touch der fünften Generation sowie iPad 2, iPad 3 und das erste iPad Mini anbietet. In wenigen Wochen soll der Nachfolger iOS 10 zur Verfügung stehen. Mit dessen Erscheinen stellt Apple den Support für iOS 9 und damit auch für die genannten Geräte ein, weil sie iOS 10 nicht erhalten. Da vor allem die älteren iPad-Modelle bei Nutzern sehr beliebt sind, schätzt Localytics, dass ab Herbst bis zu 41 Prozent aller derzeit noch genutzten iPads keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.

OS X 10.11.6 El Capitan verteilt Apple über den Mac App Store. Darüber erhalten Nutzer von OS X 10.9 Mavericks und OS X 10.10 Yosemite auch das Sicherheitsupdate 2016-004. iOS 9.3.3 wiederum steht als Over-the-Air-Update sowie über einen PC oder Mac mit iTunes zur Verfügung.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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