Fail der Woche: Getty Images mahnt Fotografin ab und wird selber auf eine Milliarde Dollar verklagt

(Bild: Shutterstock)

Achtung, jetzt wird es abstrus: Eine Fotografin wird von Getty Images wegen der unrechtmäßigen Nutzung eines Fotos abgemahnt und bemerkt dabei, dass sie selbst das Bild aufgenommen hat. Außerdem findet sie 18.000 weitere, ihrer eigentlich rechtefreien Fotos auf Getty Images, die von dem Bildportal seit Jahren als eigene verkauft werden. Nun hat Getty Images eine Klage über eine Milliarde Dollar an Hals.

Alles fing an, als die 70-jährige Fotografin Carol Highsmith laut PetaPixel.com eine Abmahnung der Licence Compliance Services (LCS) im Namen der Getty-Partnerunternehmens Alamy im Briefkasten fand. LCS verlangte 120 Dollar für die unrechtmäßige Verwendung eines ihrer Copyright-geschützten Bilder auf der Website This is America! Foundation.

120

Nur war das Bild laut Highsmith nicht von Getty Images, sondern von ihr selbst fotografiert. Sie hatte es auch nie Getty Images verkauft sondern gemeinfrei allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt. LCS zog die Forderung deswegen Ende 2015 zurück.

18.000

Das war aber noch längst nicht alles. Denn Highsmith wirft Getty Images nun vor, 18.000 ihrer selbst aufgenommenen Fotos unrechtmäßig kostenpflichtig über ihre Fotoportal anzubieten. Die 18.000 Bilder spendete sie der Library of Congress, können also von jedem kostenlos und ohne Einschränkungen verwendet werden.

1.000.000.000

Getty Images verlangt jedoch für Verwendung eben dieser Bilder seit Jahren Lizenzgebühren. Diese Gebühren können pro Bild auch gerne bis zu 500 Dollar gehen. Zusätzlich mahnte das Unternehmen Nutzer ab, die diese eigentlich rechtefreien Bilder verwendeten. Gerade dieser Punkt ärgerte Highsmith enorm. Denn eigentlich belief sich der Streitwert „nur“ auf 468.875.000 Dollar.

[UPDATE] Bereits im Jahr 2013 mussten Getty Images und AFP 1,2 Millionen Dollar Schadensersatz an einen Fotografen zahlen, weil sie sich unrechtmäßig bei Twitter bedienten.

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