Amazon patentiert Kopfhörer mit smarter Geräuschunterdrückung

(Bild: United States Patent and Trademark Office)

Häufig besitzen Kopfhörer ein Feature namens Geräuschunterdrückung, um die Musik ohne störende Töne aus der Umgebung genießen zu können. Gelegentlich ist diese akustische Abschottung allerdings gefährlich. Amazon will deswegen die Umwelt abhorchen.

Je besser die Geräuschunterdrückung eines Kopfhörers, desto größer die Gefahr, wirklich wichtige Töne aus der Umgebung nicht wahrzunehmen. Manche Hersteller beschränken die Geräuschunterdrückung deshalb so weit, dass ein lautes Martinshorn noch gehört werden kann. Andere integrierten einen Button, um die Geräuschunterdrückung manuell auszustellen.

Ruft hingegen jemand um Hilfe oder gar direkt den Namen der Person, die die Kopfhörer trägt, unterdrückt das Gadget diese Geräusche womöglich und verhindert eine Reaktion auf den Schrei. Kopfhörer mit einer smarten Geräuschunterdrückung würden die Umgebungsgeräusche nicht einfach unterdrücken, sondern entsprechend scannen und die vermeintlich wichtigen akustischen Nachrichten zur hörenden Person durchdringen lassen.

Ein entsprechendes Patent wurde nun von Amazon eingereicht. Die Geräuschunterdrückung der Kopfhörer wird dabei automatisch deaktiviert, wenn spezielle Frequenzen, Geräuschmuster oder Schlagworte wie ein Name zu hören sind. So könnten die Kopfhörer auf Rufe, Sirenen, Haltestellenansagen oder auch nicht hörbare Frequenzen von anderen technischen Geräten reagieren.

Amazon-Kopfhörer als Audio-Spion?

Dazu wird eine Reihe an Mikrofonen in die Kopfhörer integriert, die permanent der bestimmten Frequenzen und Schlagwörter wegen horchen. Auch während deaktivierter Geräuschunterdrückung ist es den Kopfhörern somit möglich, ein Gespräch abzuhören. Aus dem Patent geht hervor, dass dadurch die Schlagwortsuche verfeinert werden könnte.

Natürlich stellt sich in diesem Kontext aber unmittelbar die Frage, ob die akustischen Signale der Umwelt irgendwo gespeichert oder gar an Server von Amazon übertragen werden. Aus dem Patent geht dies zwar nicht hervor, wenn jedoch Daten verwendet werden sollen, um die Schlagwortsuche zu verfeinern, erscheint eine Zwischenspeicherung und anschließende Auswertung auf Basis von Algorithmen nicht gänzlich abwegig. Es blieben die Fragen: Wo wären die Daten gespeichert und wer hätte darauf Zugriff?

Tags :Quellen:Bild: United States Patent and Trademark OfficeVia:Adnan Farooqui, Übergizmo.com
  1. Das Ganze ist eine sinnvolle Idee.

    Neben Marinshorn, könnten z.B. die extrem leisen E-Autos, sich mit nicht für Menschen hörbaren Ultraschal bemerkbar machen, und dass ohne das die Umgebung durch hörbaren Lärm belästigt wird.

    Und wenn die Laut- Analyse der eigener Signalprozessor im Kopfhörer durchführt, also ohne Online Versand und Auswertungen, könnte so ein Teil ohne zu spionieren auskommen.
    Online Versand und Auswertungen dürften auch zu Zeit kritischen Verzögerungen führen.

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