Samsung Gear Fit 2 – Der smarte Fitness-Tracker im Test

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Schon optisch setzt sich die Samsung Gear Fit 2 dank ihres gebogen AMOLEDs deutlich von der Konkurrenz ab. Zählt man dann noch GPS und die cleveren Smartwatch-Features hinzu, könnte die Konkurrenz fast neidisch werden. Aber nicht alles an der Samsung Gear Fit 2 überzeugt. Unser Test.

Samsung Gear Fit 2

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Samsung Gear Fit 2

Laut Samsung ist die Samsung Gear Fit 2 (zur Herstellerseite) ein Fitness-Tracker. In Wirklichkeit ist es jedoch deutlich mehr. So bedient die Samsung Gear Fit 2 sowohl die Zielgruppe der Sportler, die ihre Aktivitäten aufzeichnen wollen. Als auch die Zielgruppe der Smartwatch-Nutzer, die am Handgelenk über neue Mitteilungen informiert werden wollen. (Ähnlich der Basis Peak.) Aber geht das Konzept der Fitness-Smartwatch auf? Wir finden: Ja!

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Perfekte Passform  (Bild: Übergizmo)Akkulaufzeit könnte länger sein
 (Bild: Übergizmo)Wunderschönes Display  (Bild: Übergizmo)Bei Sonneneinstrahlung schwer ablesbar
 (Bild: Übergizmo)Gute Fitness-Features  (Bild: Übergizmo)Mit schwitzigen Fingern schwer bedienbar
 (Bild: Übergizmo)Eigener GPS-Tracker  (Bild: Übergizmo)Keine iOS-Unterstützung
 (Bild: Übergizmo)Beherrscht die wichtigsten Smartwatch-Features… (Bild: Übergizmo) … aber nicht alle
 (Bild: Übergizmo)Unzählige Watchfaces
 (Bild: Übergizmo)Viele Drittanbieter-Apps

Hier unser ausführliches Testvideo zur Samsung Gear Fit 2:

Verarbeitung & Design

Die Samsung Gear Fit 2 verwendet keine Premium-Materialien wie die Smartwatch-Elite. Eigentlich besteht sie fast vollständig aus Polycarbonat. Dennoch finden wir die Samsung Gear Fit 2 schön. Das liegt in erster Linie an dem zwar nicht neuen, aber nach wie vor beeindruckend gebogenen und angenehm großen AMOLED.

Auch dank der Form wirkt die Samsung Gear Fit 2 fast schon wie ein natürlicher Teil des Armes und kein bisschen wie ein Fremdkörper. Auch fühlt es sich mit seinen schlanken 29 Gramm beim Tragen angenehm an. Denn nicht nur das Display, auch der starre Korpus der Samsung Gear Fit 2 ist gewölbt und passt sich der Rundung des Armes an. Die Samsung Gear Fit 2 gibt es in den drei Farben „dark“, „blue“ und „pink“ sowie in zwei Größen.

Sollte die Samsung Gear Fit 2 nach dem Sport am Handgelenk kleben, kann sie einfach unter fließendem Wasser abgespült werden. Samsung gibt die Schutzklasse IP68 an. Damit sollte man zwar längeres Schwimmen vermeiden. Heftiger Regen, Schwitzen oder ohne Seife abwaschen sollte jedoch kein Problem darstellen.

Akku & Laden

Bei Fitness-Trackern gibt es zwei Lager. Zum einen die Minimalistischen, die ohne oder mit sehr kleinen Displays auskommen. Dazu gehören wie das Xiaomi Mi Band 2, Xiaomi Mi Band, Jawbone Up Move und Fitbit Charge. Diese Fraktion kommt mit einer Akkuladung oder einer frischen Batterie über eine Woche oder gar bis zu einem halbe Jahr aus.  Das zweite Lager setzt auf massig Features und große Displays. Die Samsung Gear Fit 2 gehört ohne Frage zur zweiten Kategorie.

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Die Ladeschale der Samsung Gear Fit 2.

Samsung selbst gibt eine Akkulaufzeit von drei bis vier Tagen an. Zumindest drei Tage sind machbar, insofern ihr keinen Sport treibt und nicht alle zwei Minuten auf die Gear Fit 2 schaut. Solltet ihr jedoch zwischenzeitlich GPS aktivieren, kann sich diese Zeit auch auf unter einen Tag reduzieren. Schade, dass Samsung bei seine Angaben zur Akkulaufzeit übertreibt. Insgesamt hätten wir uns von der Samsung Gear Fit 2 mehr Laufzeit erhofft.

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Geladen wird die Samsung Gear Fit 2 über den mitgelieferten Ladeadapter. Über einen normalen microUSB-Port verfügt sie nicht. Immerhin steht der Ladeadapter dank seines gummierten Fußes sicher auf dem Schreibtisch und hält die Samsung Gear Fit 2 mit Magneten an der richtigen Stelle.

Das sieht auf dem Schreibtisch / Nachtschränkchen hübsch aus. Solltet ihr die Samsung Gear Fit 2 allerdings mal unterwegs über ein Akkupack im Rucksack laden wollen, stößt das Ladesystem an seine Grenzen.

Display

Das 1,5-Zoll-Display kann 216 mal 432 Pixel darstellen und basiert auf der AMOLED-Technik. Auch dank der perfekten Schwarzwerte und der AMOLED-typischen, starken Farbwiedergabe wirkt es geradezu brillant. Ein echter Hingucker!

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Die Bildschirmhelligkeit kann in 11 Stufen geregelt werden. Wir hätten uns zusätzlich einen Umgebungslichtsensor gewünscht, der die Display-Helligkeit – wie von Smartphone gewohnt – an die Umgebungshelligkeit anpasst.

Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display auch auf maximaler Helligkeit eher schwer abzulesen. Das ist besonders beim Sporttreiben unpraktisch. Ebenfalls unpraktisch: Das Display lässt sich mit schwitzigen Fingern nicht immer perfekt bedienen.

Bedienung & Features

Grundvoraussetzung für die Nutzung der Samsung Gear Fit 2 ist ein Smartphone mit Android 4.4 oder höher. Damit erweitert die Samsung Gear Fit 2 ihr Zielpublikum gegenüber der Samsung Gear Fit 1 enorm. Denn der Vorgänger war nur mit einigen Samsung-Smartphones nutzbar. Dennoch fehlt das komplette iOS-Lager, was wir sehr schade finden.

Die Samsung Gear Fit 2 kann komplett über das Touchdisplay und die beiden seitlichen Knöpfe bedient werden. Durch mehrfaches Wischen nach links scrollt man sich durch die einzelnen Apps. Ein Wisch nach rechts zeigt alle noch nicht gelesenen Benachrichtigungen. Wie vom Handy gewohnt, führt ein Wisch vom oberen Rand nach unten in ein Schnellmenü.

Der obere Knopf führt jeweils in das vorherige Menü, der untere Knopf zum Homescreen und von dort in ein Menü mit Einstellungsmöglichkeiten. Zum Ablesen der Watchfaces genügt es, das Armgelenk flüssig in Richtung des eigenen Kopfes zu drehen.

Für den vollen Funktionsumfang empfiehlt es sich, neben der Samsung-Gear-App auch die Samsungs S-Health-App zu installieren.

Wer nun auf eine eigene Spotify-App hofft, wird zunächst enttäuscht sein. Zwar gibt es Spotify für die Samsung Gear Fit 2 in den USA und einigen weiteren Ländern, wir in Deutschland müssen leider aus lizenzrechtlichen Gründen vorerst darauf verzichten. Das ist allerdings gar nicht so schlimm, da die Samsung Gear Fit 2 auch nativ Spotify steuern kann. Außerdem könnt ihr Songs auf den 4 GByte internen Speicher ablegen und direkt Bluetooth Kopfhörer ansteuern. Vorteil: Ihr müsste euer Smartphone nicht mit euch herumschleppen.

Fitness-Features

Die Samsung Gear Fit 2 soll selbstständig zwischen Aktivitäten unterscheiden und sie starten können. Die Auswahl ist vergleichsweise groß. Im Test funktionierte das meist gut. Einige Male interpretierte die Samsung Gear Fit 2 jedoch Kinderwagenschieben als Fahrradfahren. Eine Trainingssession kann natürlich auch händisch initiiert werden.

Der Vorteil gegenüber vielen anderen Fitness-Trackern: In der Samsung Gear Fit 2 wurde neben einem optischen Pulsmesser auch ein GPS-Sensor verbaut. Das heißt, ihr müsst beim Laufen tatsächlich kein Smartphone dabei haben und könnt dennoch genau eure gelaufene Strecke tracken.

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Besonders gelungen finden wir das Protokoll der Trainingssession. Optisch wunderbar aufbereitet seht ihr direkt am Armband alle wichtigen Infos. Sogar eine Grafik über euren Puls und eine kleine Karte mit dem zurück gelegten Weg werden eingeblendet. Direkt vom Armband aus kann das Ergebnis auf Facebook geteilt werden.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Ist die Samsung Gear Fit 2 nun ein Fitness-Tracker oder ist sie eine Smartwatch? Nun, sie ist glücklicherweise beides. Denn dadurch erhöht sich ihr Mehrwert enorm. Ich hatte schon wirklich viele reine Fitness-Tracker am Handgelenk – sie alle wanderten früher oder später in die unterste Schublade. Nicht so bei der Samsung Gear Fit 2. Das liegt in erster Linie an ihren guten Smartwatch-Features. So macht es sogar Sinn, lange E-Mails auf dem tollen Display zu lesen. Auch wenn sie einige mir wichtige Smartwatch-Features wie eine Spracherkennung missen lässt. Eine negative Smartwatch-Eigenschaft hat die Samsung Gear Fit 2 leider auch übernommen: Der Akku ist nach durchschnittlich zwei Tagen leer.

Trotzdem erhält die Samsung Gear Fit 2 unsere Kaufempfehlung. Sie ist der beste Hybrid aus Smartwatch und Fitness-Tracker.

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  1. Ein guter Test.

    Ich bin sehr begeistert vom Microsoft Band 2, der derzeit beste Fittnestracker auf dem Markt – mit Android, iOS und Windows Phone kompatibel. Für u. a. Windows 10 gibt es dann noch eine App (Microsoft Health), auch erreichbar über den Browser.

  2. Alle 2 bis 3 Tage laden, und täglich daran denken, wäre mir persönlich zu lästig.
    Ähnlich wie bei den Display- Uhren.
    Wenn man auch Schlafphasenüberwachung nutzt, wann soll man es laden?
    Ggf. während des Badens, falls das Teil nicht IP68 kann.
    Und wie lange dauert das laden?

    Aber vielleicht bringt bald ein Hersteller, ein Fitness Band das nie aufgeladen werden muss.
    Dabei müsste die Bewegungsenergie in elektrisch Energie umgewandelt werden.
    Z.B. könnte die sowieso vorhandene Masse des Akkus, gegen piezoelektrische Elemente drücken, die Strom zum Akku nachladen erzeugen.

  3. Sehr geehrter Matthias Sternkopf, vielen Dank für den ausführlichen Testbericht der GearFit2. Ich frage mich wieso ausnahmslos niemand auch nicht SIE kritisieren, dass die Ladekontakte bei der GearFit2 auch wieder offen auf der Haut liegen und nicht abgedeckt und vor Schmutz, Staub und Schweiß geschützt sind. Nach den tausendweihundert Testberichten über die GearFit und jetzt auch über die GearFit2 habe ich den Eindruck, dass alle Testberichte zwar schöne bunte Bilder und schicke Videos zeigen, wie sich so ein Teil jedoch in der Praxis bewärt, ob es überhaupt praktikabel ist, damit beschäftigt sich jedoch niemand. Wenn dem so wäre, hätte es schon längst „hörbare“ Kritik gegeben, dass durch die offen, auf der Haut aufliegenden Ladekontakte es auf Dauer nicht mehr möglich ist, die GearFit zu laden. Meine GearFit werde ich demnächst entsorgen müssen, weil nicht mehr aufladbar, die Ladekontakte sind zu und und mit KEINEM Mittel zu pflegen oder gar zu reinigen. Die Samsung-Hotline hatte dazu nur zu sagen:“Nehmen sie blos keinen Alkohol!“ Das Gemisch von Staub, Fett aus der Haut usw.. verdichtet sich auf Dauer zu einem für die dünnen Metallstifte undurchdringlichen Film. Ich fasse zusammen, Samsung verdient ohne Ende Geld, weil nach einer bestimmten Gebrauchszeit das Laden nicht mehr möglich ist und die Smartwatch entsorgt werden muss und die User scheinen alle so unendlich reich und gleichgültig zu sein, dass das Thema niemanden interessiert. Und die wachen Redakteure……? Die interessieren sich nur dafür, ob ihr Testbericht schick aussieht und gut ankommt. Na dann!! In diesem Sinne freundliche Grüße, R. Baum

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