Mozilla stampft Firefox Hello wieder ein

(Grafik: Firefox)

Was ist Hello? Ein Chat-Client, den Mozilla entwickelt hat und seit Firefox 34 im Browser enthalten ist. Der wird nun offenbar gekillt - und zwar schon bald. In Firefox 49 soll das Tool nicht mehr enthalten sein. Die neue Version soll im September erscheinen.

Wie Mozilla-Repräsentant Sören Hentzschel in seinem Blog mitteilt, will Mozilla den Chat-Client Hello begraben. Ab dem 13. September ist Schluss damit, weil dann Firefox 49 ohne das Programm erscheinen wird.

Gründe für das Ende der Messaging-Funktion sind demnach „bisher nicht bekannt“. Mozilla habe erst Anfang Juli ein Update für Firefox Hello ausgeliefert. Zudem hätten die Entwickler noch bis vor kurzem unter dem Codenamen Akita an einer größeren Aktualisierung für den Chat-Client gearbeitet. Sie sollte Hello um eine Funktion für Gruppenkonversationen erweitern.

Hello basiert auf dem Echtzeit-Kommunikationsstandard WebRTC und erlaubt Audio– und Videochats. Im Gegensatz zu Diensten wie Apple FaceTime, Google Hangouts oder Skype benötigt der Anwender für die Nutzung von Firefox Hello kein eigenes Konto, bei dem er sich mit seinen Zugangsdaten anmeldet. Der Initiator eines Videotelefonats oder -Chats muss seinem Gegenüber lediglich einen Website-Link schicken, um eine Sitzung aufzusetzen.

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Seitdem wurde Hello kontinuierlich um neue Funktionen erweitert. Dazu gehören Text-Chat und die Möglichkeit, Bildschirminhalte zu teilen. Hentzschel zufolge ist das sogenannte Co-Browsing, das es beiden Konversationspartnern erlaubt, den gleichen Bildschirminhalt zu sehen, um beispielsweise gemeinsam zu shoppen oder Reisen zu buchen, eine Kernfunktion von Hello.

Seit Anfang März sei Hello zudem als System-Add-on in Firefox integriert. Die Entkoppelung vom Firefox-Core sei Teil des Go-Faster-Programms, um einzelne Funktionen unabhängig von Updates für den gesamten Browser aktualisieren zu können, so Hentzschel weiter.

Derzeit ist noch Firefox 47 aktuell. Morgen soll Mozillas Zeitplan zufolge Firefox 48 erscheinen. Firefox 49 ohne Hello könnte dann den Beta-Channel erreichen.

Nutzer, die Hello weiterhin mit einem „aktuellen“ Firefox-Browser verwenden wollen, sollten auf das Extended Support Release (ESR) umsteigen. Hier ändert Mozilla über einen längeren Zeitraum keine Funktionen, sondern liefert mit Updates nur Fehlerkorrekturen und Sicherheitspatches aus. Das nächste ESR-Release, das Firefox 45 ESR ablöst, ist Firefox 52. Wann diese Version erscheinen wird, ist noch nicht bekannt – Firefox 51 soll aber am 24. Januar 2017 fertig sein.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de
  1. So eine Kommunikation wie bei Hello, dürfte für Schnüffler wie NSA viel schwieriger zu überwachen sein. (Von dort könnte auch das Todesurteil kommen)
    Ohne zentralen Server gibt es keine Log- Dateien die man ausspähen oder mit Beschluss beschlagnahmen kann, um daraus Verbindungsdaten zu gewinnen (also wer mit wem und wann und wie lange kommuniziert hat).

    Man kann aber im Hintergrund Firefox 48 behalten, und es bei Bedarf laufen lassen.

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