Mitgebrachte Privatgeräte sorgen in Firmen für fiese Datenverluste

Shadow IT (Bild: Paessler)

Wer bringt nicht gern sein Handy mit zur Arbeit, liest darauf Firmenmails oder nutzt mit dem Tablet das firmeneigene Netz zum Surfen? Das kann böse Konsequenzen haben, wenn es dann zu Datenverlusten kommt und der Chef offiziell die private IT nicht erlaubt hat.

In 39 Prozent der deutschen Firmen kamen schon durch unbekannte Geräte oder Applikationen im letzten Jahr Daten weg. Das geht aus einer Studie von Tenable Network Security hervor. 65 Prozent der Firmen beobachteten überhaupt solche Angriffe – 26 Prozent aller befragten Firmen waren also ebenfalls betroffen, konnten Datenverlust aber verhindern.

Die Tenable-Studie fokussiert sich auf die Märkte in Deutschland und Großbritannien. Dabei scheint das Problem in Deutschland größer, beträgt die Quote der Datenverluste durch die nicht nur von Tenable so genannte „Schatten-IT“ in Großbritannien doch lediglich 31 Prozent. 57 Prozent der deutschen und 55 Prozent der britischen Firmen sagen zudem grundsätzlich, dass es bei ihnen aktuell solche unbekannten Geräte oder Apps gebe. 50 Prozent der deutschen Teilnehmer, aber nur 38 Prozent der britischen, erwarten eine Ausweitung des Problems in den kommenden Jahren.

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Bei der Erkennung unbekannter Geräte im Netzwerk liegen britische Unternehmen knapp vorne (11 Stunden, verglichen mit 14 Stunden in Deutschland). Allerdings waren die deutschen Teilnehmer schneller darin, unerlaubte Software im Unternehmen zu erkennen (15 Stunden in Deutschland, 25 Stunden in UK).

Länderübergreifend ergeben sich aus den Zahlen drei Abteilungen, die am häufigsten Shadow-IT zulassen: Konstruktionsabteilung (30 Prozent), Forschung und Entwicklung einschließlich Design mit 27 Prozent und Finanzen (25 Prozent). Auch hier gibt es klare nationale Unterschiede: In Deutschland setzen insbesondere Konstruktion (39 Prozent) und F&E (48 Prozent) Shadow-IT ein. In Großbritannien führen Finanzabteilungen (29 Prozent) die Statistik an.

Tenable interpretiert die Zahlen natürlich als Beleg für den Stellenwert der eigenen Sicherheitsprodukte: „Unbekannte oder unentdeckte Geräte erschweren es Sicherheitsteams, die Angriffsfläche zu bestimmen und zu managen“, sagt EMEA Technical Director Gavin Millard. „Wenn Unternehmen sich einen Vorsprung verschaffen wollen, dann brauchen sie Security-Lösungen, die ihnen einen kontinuierlichen Einblick gewährleisten. Nur mit solchen Einblicken kann Schatten-IT als Angriffsvektor verhindert werden.“

Die Zahl der Betroffenen sei sogar höher als von Tenable erwartet, behauptet Millard. „Die IT-Basis weiß darüber Bescheid, was im Netzwerk in Gebrauch ist. Es ist wichtig, dass die Teams für Security und IT-Operations sich der Bedürfnisse der Geschäftsabläufe annehmen – ansonsten bleiben sie anfällig für Cyber-Bedrohungen.“

Eine vergleichbare Umfrage hatte Vanson Bourne vor einem Jahr schon einmal für Tenable durchgeführt. Sie besagte, dass ein Drittel der deutschen Firmen mit mindestens 500 Mitarbeitern im vorangegangenen Jahr Daten verloren hatte.

Wikipedia definiert Schatten-IT als Systeme, die „weder technisch noch strategisch in das IT-Service-Management der Organisation eingebunden“ sind. Das Schlagwort wird etwa auch von Microsoft genutzt, das mit seinem Cloud App Security Service Funktionen zur Identifikation von Schatten-IT verspricht.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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