Prime Air: Amazon mit eigenen Transportflugzeugen

(Bild: Amazon)

Amazon beginnt, eine Flotte eigener Transportflugzeuge aufzubauen. Ein erstes Flugzeug mit der Lackierung Prime Air flog jetzt von New York nach Seattle.

Die Boeing 767-300 trägt neben der Beschriftung „Amazon“ auf dem Rumpf zudem den Schriftzug „Prime Air“. Amazon führt damit Frachtflüge durch. Neben dem Cockpit wird der Name des Flugzeugs „Amazon One“ aufgeführt, ergänzt um den Hinweis „operated by Atlas Air Inc“. Das ist Amazons Betriebspartner, denn die Flugzeuge gehören Amazon nicht.

Einem Bericht von Geek Wire nach sind schon länger zehn von Amazon bei der Air Transport Services Group (ATSG) angemietete Flugzeuge im Einsatz. Das stattdessen von Atlas Air gemietete Flugzeug Amazon One trägt nun erstmals den Namen des Onlinehändlers. Langfristig plant Amazon, 40 Boeing 767 anzumieten und für Pakettransporte einzusetzen. Zum finanziellen Aufwand will es keine Angaben machen.

Als Registrierungsnummern wählt Amazon übrigens laut Geekwire ausschließlich Primzahlen – ein dezenter Hinweis auf den Dienst Amazon Prime. Amazon One, das eigentlich elfte Flugzeug des Onlinehändlers, heißt N1997A. Damit verweist es zugleich auf das Jahr von Amazons Börsengang.

Mit den Flugzeugen setzt Amazon seinen Aufstieg zu einem weltweiten Transportunternehmen fort. 2014 hatte es sich Amazon das Recht festschreiben lassen, 4,2 Prozent des britischen Paketdiensts Yodel zu kaufen. Im Dezember 2015 folgten zwei signifikante Schritte: Erstens kündigte es den Kauf von 1000 zusätzlichen Lastwagenanhängern an, in denen Logistikpartner seine Waren transportieren können. Und zweitens nahm es erstmals Verhandlungen auf, um Transportflugzeuge zu mieten. Im Januar 2016 registrierte es sich dann für Seefrachttransporte von China in die USA.

Vermutlich reagiert Amazon damit auf wiederholte Schwierigkeiten insbesondere seiner Logistikpartner FedEx und UPS. So hat FedEx im Weihnachtsgeschäft 2015 zahlreiche Pakete nicht rechtzeitig zugestellt, wofür es Wetter und unerwartet viele Last-Minute-Käufe als Grund nannte. Zwei Jahre zuvor war es bei UPS zu ähnlichen Problemen gekommen.

Der Konzern verfügt derzeit über 123 eigene Lager weltweit. Seine Experimente, gerade Lieferungen über kurze Distanzen selbst zu übernehmen, sind bekannt: Er greift auf Drohnen ebenso wie Fahrradkuriere und eine Flotte Privatfahrer zurück, um innerstädtisch in einer Stunde liefern zu können. In Seattle fährt er zudem wechselnde Schnäppchen mit einem Truck aus.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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