Straßenlaterne als Elektroauto-Ladestation

(Bild: Andreas Schröder/HTWK Leipzig)

Interessenten von Elektroautos beklagen oft, es gäbe zu wenig Ladepunkte. Doch wie sollen die herbeigezaubert werden, und vor allem: Wohin? Die HTWK Leipzig hat eine Lösung entwickelt, die in jeder Stadt nachrüstbar wäre.

Wo sollen Laternenparker ihr Elektroauto aufladen? Moment! Laterne? Strom? Na bitte. Genau diese Idee hatten Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und haben einen Umrüstsatz für Straßenlaternen entwickelt, um damit Elektroautos zu laden.

Die Idee hinter dem Projekt ist wie gesagt einfach: Während es auf dem Land oder bei Eigenheimen einfach ist sein Elektroauto zu laden, muss sich die Ladeinfrastruktur in Städten nachhaltig ins Straßenbild integrieren. Die Vorteile des Laternenparkens liegen auf der Hand: Laternen sind bereits vorhanden und können einfach nachgerüstet werden. Falls die Leistung des vorhandenen Beleuchtungsnetzes ausreicht, müssen nicht einmal neue Stromleitungen verlegt werden. E-Autos können so über Nacht geladen werden.

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Als modulares System passt die entwickelte Ladestation in alle vorhandenen Laternentypen – außer natürlich an die aussterbenden Gaslaternen. Allerdings müssen diese an die jeweilige Bedingung vor Ort angepasst werden. Zwar reicht vielerorts die Leitungsinfrastruktur nicht zum Schnelladen von Autos, doch die Leistung ermöglicht in der Regel Autos über Nacht in Wohngebieten vollständig zu laden.

„Dieses Pilotprojekt zeigt, wie smarte Lösungen in die urbane Infrastruktur integriert werden können. Aus einfachen Straßenlaternen wird eine multifunktionale Infrastruktur. Mit solchen Ideen können wir Schritt für Schritt die wachsende Stadt lebenswerter mitgestalten. Hier stehen wir erst am Anfang“, so Dr. Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Stadtholding.

Im Leipziger Musikviertel in der Mozartstraße wurden für das Projekt alle Herausforderungen gemeistert. Vier neue LED-Laternen beleuchten die Straße und sind mit je einer Ladestation ausgestattet. Das Laden ist genau so einfach wie an anderen Lademöglichkeiten im Stadtgebiet. Einfach mit der Ladekarte die Station freischalten, Auto und Station verkabeln und schon startet der „Tankvorgang“. Die Bedienung erfolgt über ein Touchpad.

Ziel des Projektes war die Entwicklung eines marktreifen Produktes. So soll die Leipziger Laterne in Zukunft weltweit vermarktet werden. Geplant ist, dass das mittelständische Traditionsunternehmen Leipziger Leuchten die Ladestation als Modell „Karsten“ und die passende Laterne „Dieter“ mit in ihr Angebot aufnimmt. Vielleicht sollte man für die internationale Vermarktung noch einmal über einen Namenswechsel nachdenken.

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  1. Nette funktionelle Idee,
    die aber technisch nur sehr eingeschränkt funktionieren kann!
    Denn die langen Stromleitungen für Straßenbeleuchtung sind nicht für viele solche starken Verbraucher ausgelegt.
    Eine Leitung die viele Straßenlampen versorgt, konnten nur sehr wenige solche Autoladestationen mit Strom versorgen.
    Man müsste die gesamten Leitungen und auch die Anschlusstechnik, gegen erheblich stärkere austauschen! Nur bei Straßenneubau könnte es funktionieren.

    Aber bezahlen würden es die Grundstückeigentümer an der Straße, über die von Kommunen ausgepresste „Erschließungskosten“!!!
    Die Kommune beschließt Sanierung von Straßenbeleuchtung mit störkeren Kabeln, und jeder Eigentümer muss mehrere Tausend € an Erschließungskosten zahlen, sonst wird sein Haus gepfändet.
    Und an Errichtung, Betrieb und Wartung von den Straßenbeleuchtungen, verdienen meistens die regionalen Stromversorger, an den Kommunen mitbeteiligt sind, und auch mit kassieren.

    Dabei gibt es bereits seit Jahren günstige autonome und Solar gespeisten LED Straßenlampen, bei den keine teuren Erdkabelarbeiten anfallen.
    An den können aber die Kommunen aber Nichts von Anliegern an € absaugen. Also reiten die Kommunen die alten Wegelagerei, und zocken die eigenen Bürger mit überteuerten, selbst beschlossenen Monopolleistungen. (Z.B. auch bei Müllabfuhr, überflüssigen Mülltrennung, Straßenunterhalt, Knöllchen, Strom, usw.)

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