Apple kauft Gliimpse und steigt in Medizinsektor ein

(Bild: Apple)

Apple investiert in die Cloudplattform Gliimpse, die es Nutzern erlaubt, eine eigene digitale Krankenakte zu führen, um die Diagnosen anderen Ärzten zur Verfügung zu stellen - natürlich nur, wenn der Patient das will.

Apple hat den privaten US-Patientenaktenanbieter Gliimpse übernommen, berichtet Fast Company. Damit würde es sich um die erste Übernahme von Apple im Gesundheitsbereich handeln.

Auf Gliimpse können Nutzer Medizin- und Gesundheitsdaten sammeln, aufbereiten und auch bei Bedarf anderen einen Überblick über ihre Daten gewähren – etwa Ärzten. Der Fokus liegt auf Diabetes- und Krebspatienten.

Keine offizielle Bestätigung von Apple aber auch kein Dementi

Die Übernahme soll irgendwann in diesem Jahr passiert, aber – wie bei Apple üblich – unter Verschluss geblieben sein. Auch dieses Mal kommunizierte das Unternehmen auf Nachfrage: „Apple übernimmt gelegentlich kleinere Technikfirmen, und wir sprechen ganz allgemein nicht über unsere Absichten und Planungen.

Seine Basisfinanzierung erhielt Gliimpse von Gründer Anil Sethi, der Ende der Achtzigerjahre im technischen Bereich für Apple tätig war. Er brachte 2000 seine Firma Sequoia Software an die Börse. Seither hat er eine ganze Reihe Firmen im Medizinsektor ins Leben gerufen.

In seinem LinkedIn-Profil informiert Sethi, Gliimpse sei entstanden, weil er selbst ein solches Angebot vermisst habe. Und zwar sei seine Schwester an Brustkrebs erkrankt. Als ihr Helfer habe er mitbekommen, wie schwer es sei, Medizindaten zu sammeln und zu verwalten. Es gebe bedauerlicherweise auch mit der Einführung von Obamacare keine zentrale digitale Krankenakte, die von allen Ärzten verwendet werde. Ja, es fehle sogar ein einheitliches Dateiformat. Mission von Gliimpse ist es daher, solche unterschiedlichen Quellen und Formate zusammenzubringen.

Apple ist schon lange im Gesundheitsbereich aktiv

Mit HealthKit, CareKit und ResearchKit hat Apple in den letzten Jahren Projekte ins Leben gerufen, um das Sammeln von Fitness- und Medizindaten auf Mobilgeräten wie auch ihre Verwertung in medizinischen Forschungsprogrammen zu erleichtern. Zuletzt zeigte es Interesse an chronischen Erkrankungen, als es eine App für Jugendliche mit Diabetes Typ 1 in Auftrag gab.

Fast Company zitiert eine Aussage von Tim Cook, Apple sehe seine Geschäftschancen bei Medizindienstleistungen, die keiner Regulierung unterworfen sind – also nicht von Krankenkassen finanziert werden. Die Publikation vermutet, dass Apple dieser Ausrichtung auch nach der Übernahme von Gliimpse treu bleiben wird. Für Deutschland und andere europäische Länder mit staatlichem Krankenversicherungssystem dürfte dies bedeuten, dass Apple sie auch mittelfristig nicht mit vergleichbaren Services versorgen wird.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising