Googles Glasfaserprojekt Fiber steckt in Schwierigkeiten

Google (Bild: ZDNet.de)

Google Fiber hat offenbar nicht soviele Kunden erhalten wie geplant. Nun steckt Alphabets Glasfaser-Internet-Abteilung in Schwierigkeiten und muss überzählige Mitarbeiter loswerden, um die Kosten zu senken.

Google Fiber baut nach Angaben von The Information Personal ab, weil das Unternehmen einfach nicht genügend Kunden für den extrem schnellen Internetanschluss gewinnen konnte.

Im Juli 2016 soll Alphabet-CEO Larry Page den Fiber-Verantwortlichen Craig Baratt angewiesen haben, das auf 500 Mitarbeiter angewachsene Team zu halbieren und die Anschlusskosten für neue Häuserblöcke deutlich zu verringern. Die eigentlich für strikte Profitabilitätsvorgaben bekannte Finanzchefin Ruth Porat soll in diesem Fall Fiber unterstützt und sein Geschäftsmodell in Schutz genommen haben.

Man rechnete mit 25 Mal mehr Kunden

Page fordert demnach, die Kosten für die Erschließung neuer „Fiberhoods“ auf ein Zehntel der aktuellen zu reduzieren. Recode weist darauf hin, dass die von Fiber derzeit erprobte Richtfunktechnik wahrscheinlich eine Reduktion auf ein Fünftel bringen könne, Page sei aber für bisweilen unmöglich zu erfüllende Ansprüche bekannt.

Derzeit gibt Google Fiber nach Schätzung von Recode im Jahr mindestens eine Milliarde Dollar pro Markt für seine Expansion aus. Dass Glasfaser zu verlegen teuer ist, dürfte Google aber gewusst haben, als es 2012 mit Kansas City die erste Stadt als Provider mit 1-GBits/s-Verbindungen erschloss. Unwirtschaftlich machen das Projekt offenbar die verfehlten Nutzerzahlen. Google soll fünf Jahre nach dem Start auf 5 Millionen Abonnenten des Diensts gehofft haben. In der Praxis seien es bisher nur etwa 200.000.

Richtfunk statt Glasfaser?

Ein Antrag bei der US-Behörde Federal Communications Commission (FCC) ermöglichte kürzlich Rückschlüsse auf Googles geheimes Richtfunk-Testprogramm. Das Unternehmen beantragte Testgenehmigungen für die von ihm entwickelte Technik an 24 US-Standorten. Der beanspruchte Frequenzbereich liegt zwischen 3,4 und 3,8 GHz.

Zu den Teststandorten zählen Boulder in Colorado, Nebraska, Omaha, Provo und Utah – also überwiegend Standorte von Google Fiber. Tatsächlich hofft Google, mit seinen „experimentellen Sendern“ auf bestimmten Strecken Glasfaserverlegung überflüssig zu machen. Bisher gab es schon einen Test in Kansas auf dem 3,5-GHz-Band.

Der von Google zunächst veranschlagte Testzeitraum beträgt 24 Monate. Über die von ihm genutzte Technik ist wenig bekannt, außer dass es sich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, also Richtfunk handelt und dass die Übernahme des 2003 gegründeten ISPs Webpass vor zwei Monaten wohl damit im Zusammenhang steht.

Tags :Quellen:CNET.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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