Netgear Arlo Q & Arlo kabellos: Smarte Sicherheitskameras im Test

Netgear Arlo Q und Arlo Kabellos im Test (Bild: Übergizmo)

Das Netgear Arlo System bietet eine Komplettlösung für die smarte Hausüberwachung. Zwischen zwei Kameras kann der Nutzer je nach Bedarf wählen: Der kabelgebundenen Arlo Q sowie der wasserdichte und kabelfreien Arlo kabellos. Wir haben die beiden Kameras getestet.

Netgear Arlo Test

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Netgear Arlo Familie mit Zubehoer (Bild: Übergizmo)

Das Internet der Dinge nimmt seit Jahren Fahrt auf, besonders beliebt sind bei Kunden Sicherheitslösungen für das Eigenheim oder das Geschäft. Kein Wunder also, dass immer mehr Hersteller Systeme für smarte Sicherheit vorstellen. Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir die Welcome Kamera von Netatmo getestet, die mit einer Gesichtserkennung für den inneren Eingangsbereich ausgelegt ist. Die Arlo Kameras von Netgear haben einen deutlich weiter umfassenden Nutzen im Blick. Sie sollen das komplette Haus bewachen – sowohl kabelgebunden von innen als auch komplett kabelfrei und wassergeschützt von außen. Über eine App wird der Nutzer benachrichtigt, falls eine Bewegung oder ein Geräusch registriert wird und natürlich kann man das Bild auch live betrachten.

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Sehr gute Verarbeitung  (Bild: Übergizmo)Bildqualität bei Arlo kabellos hat Luft nach oben
 (Bild: Übergizmo)Sowohl für innen als auch außen geeignet  (Bild: Übergizmo)Kein automatisches Backup der Aufnahmen
 (Bild: Übergizmo)Leicht verständliche App  Keine Gesichtserkennung(Bild: Übergizmo)
 (Bild: Übergizmo)Gute Einstellungsmöglichkeiten für Regeln  (Bild: Übergizmo)Teuer
 (Bild: Übergizmo)Passendes Zubehör erhältlich

Arlo Q – kabelgebunden, aber mit mehr Funktionen

Die Arlo Q ist Netgears kabelgebundene Kamera und benötigt im Vergleich zur kabellosen Arlo keine eigene Basisstation. Sie lässt sich somit ganz einfach in das eigene WLAN-Netzwerk einbinden, das Kabel dient lediglich der Stromversorgung über USB.

Das Design der Arlo Q ist insgesamt ansprechend und gleichzeitig recht neutral. Mit ihrem weißen Kunststoffgehäuse fällt sie in der Einrichtung wenig auf. Die Kamera ist gut verarbeitet: Der hintere Teil besteht aus mattem Kunststoff, während der vordere Teil glänzend gehalten ist. Aufgrund der Farbe sieht man Fingerabdrücke und Kratzer kaum, dazu lässt sie sich einfach von Staub befreien. Pfiffig ist die Halterung der Netgear Arlo Q. Der Kamera-Kopf ist mit einem winzigen Kugelgelenk mit dem Standfuß verbunden und lässt sich somit in alle möglichen Richtungen drehen. Durch die mitgelieferte Wandhalterung ist die Arlo Q nicht nur für den Schreibtisch oder die Kommode gedacht, sondern kann auch fest angebracht werden.

Netgear Arlo Q (Bild: Übergizmo)

Die Netgear Arlo Q (Bild: Übergizmo)

Wasserdicht oder wettergeschützt ist die Arlo Q übrigens nicht, sie ist dadurch also nur in Innenräumen zu verwenden. Dafür bietet sie eine höhere Auflösung als die kabellose Arlo, nämlich Full High Definition mit 1080 mal 1920 Pixeln. Außerdem besitzt sie ein Mikrofon und einen Lautsprecher und hat von der Funktionalität her etwas mehr zu bieten als ihr kabelloses Pendant.

Arlo kabellos – der Name ist Programm

Die Netgear Arlo kabellos sieht komplett anders aus als die Arlo Q. Sie gleicht optisch einem plattgedrückten Ei und besteht aus glänzendem Kunststoff, wobei es auch schwarze Silikon-Abdeckungen im Zubehörhandel gibt, die die Kamera etwas weniger auffällig erscheinen lassen. Der große Vorteil der kabellosen Arlo ist natürlich, dass sie keine Kabel benötigt – weder für die Stromversorgung, noch für die Netzwerkverbindung. Sie wird mit vier Lithium CR-123 Batterien betrieben, die für eine Akkulaufzeit von vier bis sechs Monaten reichen sollen; nach den zwei Wochen im Test verlor die Kamera knapp über zehn Prozent der Batterieladung, die Akkulaufzeit kommt also in etwa hin.

Die Netgear Arlo kabellos ist wasserfest (Bild: Übergizmo)

Die Netgear Arlo kabellos ist wasserfest (Bild: Übergizmo)

Des weiteren ist die kabellose Arlo nach IP65 Zertifizierung staubdicht und wassergeschützt, wobei auch ein Abspritzen mit dem Wasserschlauch in der IPX5 Stufe enthalten ist. Für den Wintereinsatz ist sie allerdings kaum geeignet, die Betriebstemperatur geht nur bis -10 Grad Celsius, was zumindest in südlichen Teilen Deutschlands schnell erreicht ist.

Eine Besonderheit ist die Montage der Netgear Arlo kabellos. Neben einem Stativgewinde auf der Unterseite bietet sie eine magnetische Kuhle auf der Rückseite, mit der sie sich an metallischen Gegenständen festhält. In Verbindung mit den kabelfreien Eigenschaften ist die Repositionierung der Kamera dadurch in Sekunden geschehen. Kleines Beispiel: Wenn die Gartenüberwachung gerade nicht benötigt wird, kann die Arlo zur Babykamera oder Poolkamera umfunktioniert werden. Insgesamt werden zwei Halterungen mitgeliefert, die mit einer Schraube befestigt werden, weitere Halterungen gibt es als optionales Zubehör.

Netgear Arlo Q und Arlo Kabellos (Bild: Übergizmo)

Netgear Arlo Q und Arlo Kabellos (Bild: Übergizmo)

Einrichtung der Netgear Arlo Kameras

Bei der Einrichtung punktet die Arlo Q, die in das bestehende WLAN-Netzwerk eingebunden wird. Nach einer Registrierung beim Arlo Dienst von Netgear über die Smartphone App dauert es nur wenige Minuten, bis die Kamera vollständig startklar ist. Anders bei der Arlo kabellos: Hier muss erst die mitgelieferte Funk-Basisstation an den Router per LAN angeschlossen werden, dann kann die Einrichtung der Basisstation und dann der Kamera über die App beginnen. Hier hatten wir anfangs einige Probleme, weil die Basisstation in der App nicht gefunden werden konnte. Dieses Problem löste sich nach 15 Minuten zum Glück von selbst.

Die Basisstation funktioniert als Funk-Brücke zur Arlo kabellos und verbindet sich über 2,4GHz WLAN. Die Reichweite wird mit bis zu 90 Metern bei freier Sicht angegeben, das reicht auch für größere Anwesen. Insgesamt können bis zu fünf Kameras kostenlos hinzugefügt werden, bis zu 15 sind möglich, wenn man ein so genanntes Elite-Konto abschließt.

Netgear Arlo App Hauptansicht (Bild: Übergizmo)

Netgear Arlo App Hauptansicht (Bild: Übergizmo)

Die Arlo Cloud

Arlo ist nämlich weitaus mehr als Hardware. Alle Aufnahmen werden in der eigenen Netgear Arlo Cloud gespeichert, für die es drei mögliche Mitgliedsmodelle gibt. Die einfachste Mitgliedschaft ist kostenlos und bietet 1GB an Cloud-Speicher für die Aufnahmen, die dann von überall aus zugänglich sind. Egal ob der Speicher voll ist oder nicht, spätestens nach 7 Tagen werden die Aufnahmen in der Cloud gelöscht und sind für immer weg – es sei denn man hat sie vorher heruntergeladen. Wer seine Aufnahmen für längere Zeit in der Cloud behalten möchte, eine durchgängige Aufnahme braucht oder mehr Kameras anschließen möchte, wird bei Netgear zur Kasse gebeten. Maximal 60 Tage lang (100GB Limitierung) werden die Clips im Elite-Konto gespeichert, das 13,99 Euro im Monat kosten. Die Verwendung von anderen Cloud-Diensten zur Speicherung ist nicht möglich.

Arlo App – mobile Schaltzentrale

Die Netgear Arlo App gibt es sowohl für Android, iOS als auch im Browser. Hier werden die Kameras eingerichtet und überwacht. Für die Überwachung kann man Regeln erstellen, die je nach Kamera unterschiedlich sind. Die Netgear Arlo Q verfügt dabei über einen deutlich größeren Einstellungsumfang als die Arlo kabellos. So kann man das eingebaute Mikrofon nutzen, um bei Geräuschen benachrichtigt zu werden. Zusätzlich oder davon unabhängig kann die Kamera für Bewegungserkennung aktiviert sein. Die Arlo Q unterstützt dabei bis zu drei frei belegbare Sektoren, in denen eine Bewegung stattfinden kann. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn die Kamera links einen belebten Bürgersteig aufnimmt, rechts die Garageneinfahrt; das Interesse liegt dabei klar bei der Garage, sodass man nur bei deren Bewegung benachrichtigt wird. Mit einem Tastendruck kann man dann direkt zur Kamera live-schalten. Schade ist, dass die Verzögerung des Bilds rund zehn Sekunden beträgt, dies könnte man noch optimieren.

Diese einzelnen Aktionen kann man mit unterschiedlichen Benachrichtigungen verknüpfen. Die Wahl steht zwischen Push-Benachrichtigung oder eMail, wobei man noch entscheiden kann, ob ein Screenshot erstellt wird, ein Video der Aktion aufgenommen wird oder gar nichts passieren soll. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Zeitraum der Überwachung festzulegen. Alternativ wird derzeit auch ein Geo-Fencing angeboten, bei dem der Ort des Smartphones getrackt wird und die Überwachung erst dann startet, wenn das eigene Smartphone (und somit man selbst) sich von Zuhause entfernt. Diese Funktion ist aber noch im Beta-Stadium und funktioniert nicht perfekt.

Im Vergleich zur Arlo Q kann die Arlo kabellos nur über das komplette Bild Bewegungen erkennen, ein Mikrofon hat sie ebenfalls nicht. Auch fehlt ihr ein Lautsprecher, um sie als Fernsprechanlage nutzen zu können. Im Alltag kann das schon nützlich sein, um dem Postboten Anweisungen zu geben, wenn man nicht zuhause ist. Hier beträgt die Verzögerung übrigens nur rund zwei Sekunden, das reicht für kurze Kommunikation aus.

Ordentliche Bildqualität

Im Vergleich zur Arlo Q nimmt die Arlo kabellos nur in maximal 720p auf und besitzt einen Aufnahmewinkel von 110 Grad (Arlo Q: Full High Definition/ 1080p und 130 Grad Aufnahmewinkel). Die Auflösung kann bei beiden Kameras auch niedriger eingestellt werden, womit sich bei der Arlo kabellos logischerweise die Aufnahmezeit verlängert.

Die Bildqualität ist insgesamt gut und bietet ausreichend Details, um Gesichter bei naher Entfernung identifizieren zu können. Die geringere Auflösung der Arlo kabellos merkt man im Vergleich ganz klar, hier bleibt Luft nach oben. Beide Kameras bieten die Möglichkeit der Nachtaufnahme, die eingebauten Infrarot-LEDs sollen bis zu 8,3 Meter weit reichen. Für Innenräume und Hofeinfahrten reicht das in jedem Fall aus, vor allem, weil die Kameras sehr weitwinklig aufnehmen.

Netgear Arlo Q und Arlo Kabellos im Test (Bild: Übergizmo)

Netgear Arlo Q und Arlo Kabellos im Test (Bild: Übergizmo)

Fazit

Das Netgear Arlo System bietet insgesamt einen sehr interessanten Ansatz zum Thema Heimüberwachung. Die Arlo Q ist die besser ausgestattete Kamera mit mehr Möglichkeiten die Überwachung individuell anzupassen. Dazu bietet sie die bessere Bildqualität und benötigt keine Basisstation. Die Arlo kabellos hat dafür den Vorteil der Kabellosigkeit und kann somit an Stellen angebracht werden, wo kein Stromanschluss liegt. Dazu ist sie sehr portabel, wasserdicht und bietet vielfältige Montagemöglichkeiten.

Preislich sind die Kameras keineswegs günstig und kosten beide jeweils etwa 220-230 Euro, wobei bei der Arlo kabellos die Basisstation inbegriffen ist und weitere Kameras circa 150 Euro pro Stück kosten. Die Cloud ist insgesamt funktional gehalten, die Bedienung und Einrichtung sind bis auf Details intuitiv. Ein automatisches Backup auf andere Cloud-Dienste wäre wünschenswert, aber das würde auch zeitgleich das Geschäftsmodell der unterschiedlichen Arlo Cloud-Mitgliedschaften schwächen.

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