DVB-T2 HD: So wird das neue terrestrische Fernsehen ausgebaut

(Bild: Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland)

DVB-T2 HD soll ab Mitte 2017 das alte DVB-T ablösen. Nun hat Media Broadcast mehrjährige Verträge mit ARD und ZDF zum Ausbau der Übertragungsleistungen geschlossen, damit möglichst viele Nutzer das Signal auch empfangen können.

DVB-T2 startete Ende Mai 2016 mit 36 Sendestandorten in Großstädten. Das reicht natürlich nicht für alle Interessenten. Am 7. Juni kamen zwei weitere Sender in Mannheim und Heidelberg dazu.

Im kommenden Jahr soll in den Ballungsgebieten das komplette Programmangebot mit 40 bis 45 öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern angeboten werden, doch der Ausbau ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Erst 2019 soll es soweit sein und auch ländliche Regionen erreichen.

Die aktuell geschlossenen Verträge sehen den Aufbau und Betrieb eines Sendernetzes vor, das Media Broadcast in Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten für den Start von DVB-T2 HD projektiert und errichtet hat, und das zum 29. März 2017 seinen Regelbetrieb aufnehmen wird. Hierbei kommt weltweit erstmalig der neue DVB-T2-Übertragungsstandard in Verbindung mit dem HEVC-Komprimierungsverfahren zum Einsatz. Hinzu kommt die Zuführung der Programmsignale zu den Sendern einiger Programmveranstalter über das neue Media Broadcast Backbone. Damit unterstützt Media Broadcast maßgeblich den terrestrischen HDTV-Start von BR, HR, MDR, NDR, RB, rbb, SWR, WDR und ZDF.

Schematische Darstellung der Empfangsprognose der ersten Stufe vom 7. Juni 2016 (Bild: Media Broadcast).

Zur Programmverbreitung übernimmt Media Broadcast die jeweiligen Multiplexsignale der meisten ARD-Landesrundfunkanstalten und des ZDF und sorgt für die Zuführung der Inhalte zu den einzelnen Senderstandorten in Deutschland. Für die ARD erfolgt die Zuführung über das ARD-Distributionsnetz, für das ZDF über das Media Broadcast-Backbone. Für höchstmögliche Signalverfügbarkeit soll dabei ein 24/7 Monitoring über das Network Operation Center (NOC) der Media Broadcast sorgen.

„Wir freuen uns, die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ARD und ZDF auch bei DVB-T2 HD fortzusetzen und als technischer Dienstleister die Programmverbreitung in der nächsten Dekade zu übernehmen“, erklärte Wolfgang Breuer, CEO der Media Broadcast, zum Abschluss der Verträge. „Gemeinsam haben wir die Digitalisierung der Terrestrik initiiert, und gemeinsam werden wir sie mit dem terrestrischen Start von HDTV fit für die Zukunft machen. Mit der Kombination von DVB-T2 und HEVC sind wir weltweit führend, die Terrestrik wird damit zum modernsten Empfangsweg der kommenden Jahre.“

Nach Abschluss des Umstiegs in 2019 werden die Programme der beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten laut Media Broadcast über rund 150 Standorte mit etwa 430 Sendern ausgestrahlt, die dann alle auf den neuen Übertragungsstandard DVB-T2 umgestellt sein werden.

Terrestrisches Fernsehen in Full-HD

Im Regelbetrieb sollen über das neue Sendernetz bis zu 20 öffentlich-rechtliche Programme in Full HD Qualität (1080p) übertragen werden, darunter die beiden Hauptprogramme von ARD und ZDF, deren Digital-Kanäle, die vier Gemeinschaftsprogramme sowie die Regionalprogramme der Landesrundfunkanstalten.

Einige Services stehen bereits seit 31. Mai, dem Starttermin der ersten Stufe von DVB-T2 HD, bereit. Diese Stufe umfasst 38 Senderstandorte überwiegend in Ballungsräumen, über 55 Millionen Einwohner können Media Broadcast zufolge damit bereits heute HD-Fernsehen via Antenne empfangen. On air sind derzeit Das Erste HD und ZDF HD sowie via freenet TV – der Plattform für den terrestrischen Empfang privater HD-Programme – die Programme RTL HD, ProSieben HD, SAT.1 HD und VOX HD. Im Regelbetrieb ab dem 29. März 2017 wird das gesamte Programmangebot auf etwa 40 Full HD Programme ansteigen.

Bis zum Start des kostenpflichtigen Freenet-TV-Angebots Ende Juni 2017 bleibt der Empfang der privaten TV-Sender ohne Zugangsentgelt möglich. Ab dem 1. Juli 2017 wird das DVB-T2-HD-Angebot Freenet TV für 69 Euro pro Jahr erhältlich sein und alle Privatsender in HD enthalten. Zu diesem Zeitpunkt soll es von über 80 Prozent der Haushalte bundesweit empfangen werden können. Die öffentlich-rechtlichen Kanäle sollen dauerhaft kostenfrei und unverschlüsselt zu empfangen sein.

Voraussetzung für den Empfang von DVB-T2-HD ist ein zu dem neuen Standard kompatibler Fernseher oder Receiver. Wer die ausschließlich über Freenet TV verbreiteten Privatsender empfangen möchte, benötigt zusätzlich ein knapp 80 Euro teures CI+-Modul, das direkt in geeignete Fernseher oder Settop-Boxen eingesetzt werden kann. Alternativ gibt es auch Settop-Boxen mit integrierter Entschlüsselung. Entsprechende Geräte lassen sich an dem Freenet-TV-Logo erkennen.

Tags :Quellen:Mit Material von Anja Schmoll-Trautmann, ZDNet.de
  1. Und damit ist Vorpommern mal wieder am Arm. Weder LTE ist hier flächendeckend aufgestellt, noch DAB/DAB+ (gibt es hier gar nicht!), DVB-T wurde auch nicht wirklich eingeführt (und 2 Sender, die man aber offiziell gar nicht empfangen konnte als Ausbau zu bezeichnen…)
    Es nervt echt nur noch tierisch, dass man im Nordosten der Republik so dermaßen außen vor ist, bei grundsätzlich ALLEM.

  2. Hallo, ich bin Nutzer eines DVBT. Bin ich echt gezwungen mir ein neues Gerät zu besorgen? Ich kann mir das einfach nicht leisten , auch die Telefonanbieter sind mir zu teuer. Das heißt also, wenn ich mir kein neues Gerät kaufen kann, kann ich garkein Fernsehen .Ich habe nicht mal Internetanschluss. Ich habe nur ein Handy mehr nicht, weil ich mir mehr nicht leisten kann. Ich will diesen HD Kram überhaupt nicht! Finde es schon krass das alles ohne uns Verbraucher zu fragen ob wir das wollen noch mehr zu bezahlen als wir schon zahlen. Herzliche Grüße M.Essig

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