Apple steigt groß ins Maschinenlernen ein

(Bild: Andreas Donath)

Apple hat in der letzten Zeit einige kleinere Unternehmen für Maschinenlernen erworben, doch nun werden Nägel mit Köpfen gemacht. Apple gründet eine eigene KI-Abteilung und stellt dafür Wissenschaftler und Applikationsentwickler ein.

Künftig sollen Apples Produkte wesentlich intelligenter sein. Dazu wurde eine eigene KI- Abteilung gegründet. Selbstlernsysteme sollen unter anderem bessere Suchergebnisse liefern und Siri zu noch besseren Assistenten werden lassen.

Die Grundlagen hat es mit der inzwischen bestätigten Übernahme des Start-ups Turi geschaffen, wie 9to5Mac berichtet. Der Publikation zufolge sitzt diese neue Abteilung auch künftig in Seattle, wo Turi herkommt. Sie soll mit auch als Maschinelles Lernen bezeichneter Technik neue Funktionen für bestehende Apps ebenso wie neue Programme und Betriebssystem-Bausteine entwickeln. Als Beispiele werden Empfehlungsdienste, Betrugserkennung und Erkennung der Stimmung des Nutzers genannt.

Geekwire verweist separat auf Expansionspläne Apples in der Stadt Seattle oder Umgebung, wo es Büroräume für bis zu 2300 Angestellte beziehungsweise bis zu 33.000 Quadratmeter Bürofläche sucht. Damit würde es seine Präsenz im US-Bundesstaat Washington, der nördlich an Kalifornien anschließt, deutlich vergrößern. In der Region Seattle haben etwa Amazon und Microsoft ihre Zentralen.

Lies auch: Apple kauft AI-Startup Turi für 200 Millionen US-Dollar

Selbstlern-Algorithmen stecken bei Apple natürlich im Sprachassistenten Siri und in Genius genannten Empfehlungsfunktionen. Wie Backchannel jüngst aus Gesprächen mit Apple-Managern wie Eddy Cue erfuhr, wird iOS 10 diesen Herbst zahlreiche neue Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) mitbringen, mit besonderem Schwerpunkt auf das iPad Pro und dessen optionalen Bedienstift Apple Pencil.

Vor Turi hatte Apple im KI-Bereich Perceptio gekauft, einen Anbieter von Lösungen für maschinelles Lernen, dazu VocalIQ, das sich auf die Verarbeitung natürlicher Sprache spezialisiert hat, und das KI-Start-up Emotient. Den kolportierten Kaufpreis von 200 Millionen Dollar für Turi wollte Apple übrigens nicht bestätigen. Es kommentierte nur: „Apple kauft von Zeit zu Zeit kleinere Technikfirmen, und wir äußern uns grundsätzlich nicht zu unseren Absichten oder Plänen.“

Gegründet wurde Turi 2009 als Open-Source-Project an der Carnegie Mellon University. Daraus entstand 2012 das Start-up GraphLab, das schließlich zu Dato und – nach einem Markenrechtsstreit – zu Turi umfirmierte. Finanziell unterstützt wurde das Projekt unter anderem von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Turi-CEO Guestrin ist seinem LinkedIn-Profil zufolge weiterhin „Amazon Professor of Machine Learning“ an der University of Washington.

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Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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