Zu smarter Vibrator: Datenschutzklage gegen Sexspielzeug-Hersteller

WeVibe Rave: Vibrator telefoniert nach Hause (Bild: Standard Innovation)

Handy, Fernseher, Vibrator - heutzutage sind eine Vielzahl von Elektronikprodukten „smart“. Die Frage nach dem Datenschutz ist dabei so alt wie die Digitalisierung selbst. Und jetzt muss sich auch das elektronische Sexspielzeug mit ihr auseinandersetzen: Weil der smarte Vibrator We-Vibe Rave Nutzerdaten sammelt, verklagt eine US-Amerikanerin den Hersteller Standard Innovation.

Laut der Anklage funktioniert der Vibrator nur dann in vollem Umfang, wenn er via Bluetooth mit einem Smartphone verbunden ist und der Nutzer die entsprechende App des Herstellers benutzt. Diese soll jedoch detaillierte Protokolle über die Nutzung des Sexspielzeugs anlegen, darunter Zeiträume der Nutzung und gewählte Vibrationseinstellungen. Diese Infos gelangten in Verbindung mit der E-Mail-Adresse des Nutzers auf einen kanadischen Server. Auch bei der „Connect Lover“-Funktion, über die ein Partner die Kontrolle über den Vibrator erhalten kann, soll die App Daten sammeln, wenn auch weniger sensible, wie zum Beispiel die Temperatur des Geräts und den Akkustand.

Die Klägerin wirft dem Hersteller in einer Sammelklage vor, dass Sie einer solchen Datensammlung und -übertragung zu keinem Zeitpunkt zugestimmt habe. Standard Innovation würde den Sachverhalt bewusst nicht kommunizieren, um potenzielle Kunden nicht abzuschrecken. Die Klage enthält diesbezüglich insgesamt fünf Anklagepunkte, darunter die Verletzung des „Federal Wiretrap Act“ und des Abhörgesetzes des US-Bundesstaates Illinois.

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Tags :Quellen:WeVibe ComplaintVia:Golem.de

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