Forscher bewegen Roboter-Raupe komplett aus Plastik

Wissenschaftler der Universität von Warschau haben einen Roboter aus Kunststoff konstruiert

Es gibt auf der Welt nützliche Erfindungen. Und dann gibt es Innovationen, mit denen man nicht genau weiß, was man damit anfangen soll. Zur letzten Kategorie dürfte wohl eine Erfindung gehören, die Wissenschaftlern an der Universität von Warschau gelungen ist. Sie haben einen winzigen Roboter konstruiert, der aus Kunststoff besteht.

Wie das Nachrichtenmagazin New York Times berichtet, ist der in Form einer Raupe konstruierte Roboter gerade mal 2,5 Zentimeter lang und wenige Millimeter breit – kaum dicker als ein menschliches Haar. Die besondere Eigenschaften der weichen Roboterraupe: Wird sie mit grünem Laserlicht angestrahlt, bewegt sie sich. Und es ist ein bärenstarke Raupe wohlgemerkt. Laut dem Bericht der New York Times kann das Gerät das Zehnfache seines Gewichts tragen.

Die Warschauer Wissenschaftler haben die Ergebnisse ihrer Forschung Ende August im Wissenschaftsjournal Advanced Optical Materials publiziert – und dabei in Polen für Aufsehen gesorgt. Pioniere auf dem Gebiet sind die Wissenschaftler indes nicht. Italienische Forscher waren wenige Wochen zuvor bereits mit einem Roboter aus weichem Material an die Öffentlichkeit gegangen. Ihre Roboter haben die Form eines Oktopus‘.

Einsatzmöglichkeiten des weichen Roboters

„In der Forschung setzt sich immer mehr die Idee durch, dass Roboter auch ohne Kabel, Batterien und Motoren funktionieren können‘, wird Mikolaj Rogoz von New York Times zitiert. Rogoz ist Wissenschaftler an der Photonic Nanostructure Facility an der Warschauer Fakultät für Physik.

Wissenschaftler der Universität von Warschau haben einen Roboter aus Kunststoff konstruiert

Wissenschaftler der Universität von Warschau haben einen Roboter aus Kunststoff konstruiert (Bild: New York Times)

Der weiche Roboter besteht aus einem flüssigen Elastomere, dessen molekulare Struktur durch das besagte Laserlicht verändert wird. Dadurch wird der Kunststoff bewegt. Doch wie lässt sich der Roboter relevant einsetzen? Mit anderen Worten: Welchen Nutzen hat die Erfindung, will es nicht nur zwecklose Spielerei sein. Die Antwort Rogoz‘: „Vielleicht können wir diese Art von Robotern in einigen Jahren in einen menschlichen Körper verpflanzen, der dann Medikamente an die entsprechenden Organe transportiert“. Na also, so nutzlos ist die Warschauer Erfindung am Ende vielleicht doch nicht.

Tags :Quellen:New York Times

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