Nächstes Jahr sprechen Autos von Audi, BMW und Daimler miteinander

(Bild: Here)

Neufahrzeuge von Audi, BMW und Mercedes-Benz sollen künftig Daten miteinander austauschen. Der Kartendienstleister Here macht es möglich. Die Fahrzeuge sollen schon ab nächstem Jahr gemeinsam nach freien Parkplätzen suchen und sich über Baustellen gegenseitig informieren.

Augen und Ohren von diversen Automarken sollen künftig gemeinsam nach begehrten Parkplätzen oder nach Staus Ausschau halten. Die Sensoren der Fahrzeuge sollen sich in gewisser Weise öffnen. Die Autos nutzen dann den gemeinsamen Kartendienst namens Open Location Platform auf Basis des Angebots der ehemaligen Nokia-Sparte Here.

Das System wird demnach auch Verkehrsfluss, Hindernisse und Straßenzeichen erfassen. Dazu dient eine an der Front angebrachte Kamera. Zu den Aufzeichnungen der einzelnen Fahrzeuge zählen Geschwindigkeit und Standort, aktuelle Richtung, eventuelle scharfe Bremsmanöver und die Aktivierung von Nebelschlussleuchte oder Nebelscheinwerfern.

Die Open Location Platform hat Here jetzt im Vorfeld der Paris Motor Show skizziert. Das Unternehmen erwartet, dass sich künftig auch andere Autohersteller der Initiative anschließen. Für den Fahrer bestehe der Vorteil darin, dass er nichts melden oder unternehmen müsse, aber bei seinem Routing automatisch von der Vernetzung profitiere.

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Die Ankündigung zitiert CEO Edzard Overbeek: „Here glaubt, dass eine Kollaboration der Branche nötig ist, um elementare Probleme der Straßennutzer auf der ganzen Welt zu beseitigen. Heute erleben wir, dass die Technik- und Autobranche sich zusammentun, um Dienste zu erstellen, die das Fahrerlebnis für Milliarden verbessern werden.“

Freilich hatten die Autobauer Here im vergangenen Jahr für 2,8 Milliarden Dollar aufgekauft, um weniger abhängig von großen IT-Firmen zu sein. Im April 2016 sollen etwa BMW und Daimler Gespräche mit Apple über die gemeinsame Entwicklung eines Elektroautos abgebrochen haben. Angeblich konnten sich die deutschen Firmen nicht mit Apple einigen, wer die Kontrolle über die mit den Fahrzeugen gesammelten Daten erhält. Differenzen soll es auch bei der Frage gegeben haben, wer das Projekt leiten sollte.

Google hat sich mit Waze 2013 einen Kartendienst mit Crowdsourcing-Community und eine Social-Traffic-App ins Haus geholt. Es zahlte anders als zunächst vermutet unter eine Milliarde Dollar. Es sagte damals, das Unternehmen aus Israel habe den Verkauf einem Börsengang vorgezogen, um seine Community weiter pflegen zu können. Inzwischen vermittelt Google über die Waze-App Mitfahrgelegenheiten für Pendler.

Tags :Quellen:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de
  1. Schon peinlich, dass man aktuell bei den drei Autoherstellern nicht einmal monatelange (!) Straßensperrungen und gesperrte Autobahnauffahrten angezeigt bekommt bzw. melden kann. Erst einmal abwarten ob es besser wird, wenn sie miteinander reden.

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