Elektromobilität: Was kommt auf die deutschen Autobauer zu?

(Bild: Drive Now)

Der Markt für Elektroautos kommt langsam in Schwung. Zumindest beginnen die Hersteller das Thema wichtiger zu nehmen, nicht nur weil ihr Ruf zuletzt gehörig Schaden genommen hat. Kein Hersteller, der bisher die Umwelt geschont hat.

Tesla Model 3

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(Foto: Tesla)

Nicht nur VW betrügt seine Kunden bei der Abgastechnik und macht bei seinen Modellen unrealistische Verbrauchsangaben. Auch hat die Industrie noch keine Antwort auf die Verweigerung vieler Großstädter, überhaupt noch ein eigenes Auto anzuschaffen.

Carsharing ist eine exzellente Möglichkeit den deutschen Konsumenten mit E-Mobilität bekannt zu machen. Deshalb zunächst ein paar Sätze zu diesem Thema. Nicht nur große Autohersteller haben begonnen, mit Carsharing zu experimentieren. Mercedes vermietet mit seiner Tochter car2go hauptsächlich Smarts in einigen Großstädten rund um den Globus während BMW mit DriveNow BMW und Minis zur Miete anbietet. Die Deutsche Bahn verlängert die Reichweite ihrer Kunden mit Flinkster. Dazu kommen zum Teil bundesweit zum Teil regional tätige Anbieter wie Stadtmobil und Hertz 24/7. Der VW-Konzern hat den Trend bisher komplett verschlafen. Viele Anbieter bieten auch Elektroautos per Carsharing an, der Berliner Anbieter Multicity betreibt sein Geschäft lobensweise ausschließlich mit 350 C-Zero Elektrofahrzeuge von Citroën.

Google-Testwagen auf Basis von Lexus-SUV

Google-Testwagen auf Basis von Lexus-SUV (Bild: Google)

Damit die E-Autos kostengünstiger in großer Stückzahl produziert werden können, müssen die Hersteller neue Baukästen entwickeln und ihre Fertigungsstraßen anpassen. Bei VW ist es der Modulare Elektrizitätsbaukasten (MEB). Dafür braucht es Milliardeninvestitionen und die sind wohl ein Grund, wieso die auf Rendite getrimmte Industrie sich mit neuen Antriebskonzepten so schwer tut. Erst der Angriff von Tesla sowie branchenfremden Technologiekonzernen wie Google und Apple hat die Manager aufgeschreckt. Nicht nur müssen die Autohersteller jetzt tief in die Tasche fassen, auch die Zuliefererindustrie muss massiv investieren. Denn keiner weiß wie schnell Regierungen und Consumer neue Rahmenbedingungen setzen werden.

Die österreichische futurezone.at zitiert in ihrem Artikel „Die neue Liebe zu Elektroautos wird teuer“ Autoexperte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch-Gladbach. Der taxiert, dass allein VW in den kommenden Jahren jährlich zwei bis drei Milliarden in das Thema investieren wird.

Daimler hat in Paris kein neues Serienmodell präsentiert und stattdessen zehn neue E-Modelle angekündigt. Die Modellgeneration EQ will mit autonomen Fahren, Konnektivität und digitalen Zusatzdiensten punkten. Klar dass der Nobelhersteller da die Latte sehr hoch hängen muss, soll es seiner Premiummarke Mercedes gerecht werden. Bis im Jahr 2025 wollen die Schaben aber nur bescheidene 15 bis 25 Prozent E-Autos verkaufen.

Wie kommt die Elektromobilität voran?

Der Renault Zoe bekommt ein Reichweiten-Upgrade (Bild Renault)

Der Renault Zoe bekommt ein Reichweiten-Upgrade (Bild Renault)

Damit der Markt für Elektromobilität schneller in die Puschen kommt, sind jedoch auch von den nationalen Regierungen und der EU mehr Anstrengungen notwendig. Die Lade-Infrastruktur, die Normierung der Ladetechnik, der Vorrang von zwei, drei oder vierrädrigen E-Mobilen beim Fahren, Parken und Steuer entrichten sowie die Förderung der Grundlagenforschung sind hier zu nennen.

Tesla Model X (Bild: Tesla)

Tesla Model X (Bild: Tesla)

Nicht zuletzt braucht es schärfere Emissionsgesetze, welche den alternativen Antriebstechniken den Durchbruch bescheren sind eine sinnvolle Investition in eine grünere, wirtschaftlich gesicherte Zukunft. Ach ja, lieber Alexander Dobrindt: alle Gesetzte nützen nichts, wenn Sie als Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur diese aus falscher Verbundenheit mit den Herstellern nicht durchsetzen! Ihr Kraftfahrt-Bundesamt ist eine Außenstelle der deutschen Hersteller, so funktioniert das nicht!

Tags :Quellen:futurezone.at Carsharingvergleich

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