Die Insel der besonderen Kinder – Tim Burton kann es noch!

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“Der Vogel wird dir bald alles erklären” - Wenn dein Opa dich mit diesen Worten auf eine Insel nach Wales schickt, dann ist er entweder dement oder...Er ist einer von Miss Peregrins Zöglingen und gehört auf Die Insel der besonderen Kinder.

DIe besten Bilder aus "Die Insel der besonderen Kinder"

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© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Stell dir vor, dass die Gute-Nacht-Geschichten aus deiner Kindheit plötzlich zur Realität werden. Und das in ausgewählten Kinos in 3D und Dolby Atmos. Wobei 3D hier keinerlei Mehrwert hat, die Bilder sind sicherlich auch in 2D faszinierend, bunt und lebendig genug.

Falls euch Dolby Atmos noch nichts sagt: Das ist ein Surround-System, das es auch über euren Köpfen krachen lässt. Bis zu 64 im Kinosaal verteilte Lautsprecher erhalten ein ganz eigenes Signal – der Ton kommt im Kino von allen Seiten. Visuell und auditiv heben sich besonders die Unterwasserszenen in Die Insel der besonderen Kinder hervor. Es fühlt sich an, als würde man mit den Protagonisten gemeinsam unter Wasser schwimmen – Dolby Atmos lässt es rundherum blubbern.

Tim Burton macht Fantasie zur Realität

Fantasie wird zur Realität in Tim Burtons neuem Filmmärchen Die Insel der besonderen Kinder. Das kleine Mädchen mit dem monströsen Gebiss am Hinterkopf, der Junge, der Tote zum Leben erwecken kann oder das Mädchen, das Bleischuhe trägt, um nicht davonzuschweben sind auf einmal Teil der wirklichen Welt und nicht mehr nur der Fantasie von Teenager Jake Portman (Asa Butterfield).

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Die Insel der besonderen Kinder (© Twentieth Century Fox of Germany GmbH)

Verzauberte Landschaften, skurrile Menschen und wundervolle Kostüme mit Liebe zum Detail versammeln sich auf der Insel der besonderen Kinder. Tim Burton schaffte es nach einigen Verirrungen endlich wieder zu seiner alten (guten) Form. Die Insel der besonderen Kinder ist ein Märchen für Erwachsene. Ein Appell an uns alle, unserer Vorstellungskraft weniger Grenzen zu setzen.

Die Eltern von Jake Portman zeigen, dass Fantasie oft keinen Raum mehr hat in unserer Gesellschaft. Ein Junge, der in Erwägung zieht, dass die Gute-Nacht-Geschichten seines Opas vielleicht einen Funken Wahrheit beinhalten, muss in psychiatrische Behandlung gehen.

Die Insel der besonderen Kinder: Sonderling wird zum Helden

Jake Portman wird in der Schule gemobbt, er ist ein Sonderling, der keine Freunde hat. Er fühlt sich selber wie ein Feigling. Perfekte Voraussetzungen also, um aus einer Abenteuergeschichte als Held hervorzugehen.

Als Jakes Opa Abe auf mysteriöse Weise ermordet wird, macht sich der verwirrte Teenager nach Anraten seiner Psychotherapeutin auf nach Wales, auf die kleine versteckte Insel Cairnholm, um den Geschichten seines sonderbaren Opas auf den Grund zu gehen. Sein Vater, der mit der Erzieherrolle völlig überfordert zu sein scheint, begleitet ihn auf diese Reise.

Die Insel der besonderen Kinder (© Twentieth Century Fox of Germany GmbH)

Eva Green in Die Insel der besonderen Kinder (© Twentieth Century Fox of Germany GmbH)

Amüsanterweise wirken die walisischen Menschen, Häuser und Landschaften wie aus einer anderen Welt – und das bereits bevor der Zuschauer die Kinderheimleiterin Miss Peregrin (Eva Green – unglaublich heiß, selbst in dieser mütterlichen Rolle) und ihre besonderen Kinder kennenlernen darf.

Groß ist Jakes Enttäuschung, als er entdeckt, dass das Kinderheim aus Opa Abes Erzählungen bereits im Jahr 1943 zerbombt wurde. Hat sich der Opa etwa seine märchenhaften Geschichten und Personen lediglich im Rahmen der Aufarbeitung seines Kriegstraumas ausgedacht? Nicht ganz!

Durch eine verborgene Zeitschleife in einer Höhle wird Jake in das Jahr 1943 katapultiert – einige Stunden bevor das Kinderheim von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen wird. Diese Zeitschleife ist das Werk von Erzieherin Miss Peregrin, die ihre Kinder nicht nur vor dem Krieg, sondern auch vor schrecklichen Monstern mit Tentakeln und einem ausgeprägten Appetit auf Kinderaugen bewahren möchte.

X-Men lässt grüßen

Die erste Hälfte von Burtons (Erwachsenen)Märchen nimmt sich Zeit, um seine Protagonisten vorzustellen. Miss Peregrins Kinderheim erinnert stark an Professor Charles Xaviers Schule für hochbegabte Jugendliche. Auch die Kinder mit ihren besonderen Fähigkeiten könnten Geschwister der X-Men sein.

Auch für zarte Romanzen blieb etwas Zeit. (© Twentieth Century Fox of Germany GmbH)

Auch für zarte Romanzen blieb etwas Zeit. (© Twentieth Century Fox of Germany GmbH)

Die sich immerwiederholende Zeitschleife könnte dem Kultfilm “Und täglich grüßt das Murmeltier” entsprungen sein. Sicherlich ließ sich der 1980 geborene Autor Ransom Riggs auf dessen gleichnamigen Fantasy-Roman “Die Insel der besonderen Kinder” basiert von der ein oder anderen Geschichte inspirieren.

Hollywoods Märchenerzähler Tim Burton schafft es mühelos die fantastischen Helden und Bösewichte aus Riggs Roman zum Leben zu erwecken. Allerdings droht er in der zweiten Hälfte des Filmes an seinem eigenen Erzähltempo und der Dichte der actionreichen Geschehnisse zu scheitern. 94 Minuten Spielzeit für eine komplexe Geschichte aus Zeitschleifen, Kinder mit übersinnlichen Fähigkeiten, zärtliche Teenie-Romanze und spektakuläre Show-Downs zwischen Skeletten und Gruselmonstern ist doch recht knapp bemessen.

Nach Edward mit den Scherenhänden beweist Tim Burton mit Die Insel der besonderen Kinder mal wieder seine Vorliebe für Außenseiter. Doch eine halbe Stunde mehr, um die wirklich liebenswerten Kinder kennenzulernen oder die wirre Geschichte mit der Zeitschleife verstehen zu können hätten dem Film gut getan.

Trailer zu Die Insel der besonderen Kinder:

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