Cyberwar: US-Regierung beschuldigt Russland der Wahlmanipulation

(Bild: Shutterstock)

Droht ein Cyberwar zwischen den Großmächten? Schon lange besteht der Verdacht, dass Russland mit gezielten Hackangriffen auf US-Behörden und hochrangige US-Politiker die US-Präsidentschaftswahlen beeinflussen will. Nun beschuldigen die USA Russland ganz offiziell, hinter diversen Cyberangriffen zu stecken. Russland weist die Anschuldigungen entrüstet zurück.

„Die US-amerikanischen Geheimdienste sind überzeugt, dass die russische Regierung die jüngsten Angriffe auf E-Mails von US-Individuen und -Institutionen gesteuert hat“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Heimatschutzministeriums und des Direktors der Nationalen Geheimdienste, James R. Clapper.

Die jüngsten Enthüllungen auf Internetforen wie DCLeaks und WikiLeaks stünden „im Einklang mit Russlands Methoden“, heißt es weiter in dem am gestrigen Freitag veröffentlichten Statement. „Diese Diebstähle und Enthüllungen zielen auf eine Einmischung in den US-Wahlprozess ab“. Solche Aktivitäten von Seiten Russlands seien nicht neu, auch in Europa und Eurasien sei das Land ähnlich vorgegangen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Die erste Fernsehdebatte des US-Wahlkampfs 2016 zwischen Hillary Clinton und Donald Trump (Screenshot US-Today)

Die erste Fernsehdebatte des US-Wahlkampfs 2016 zwischen Hillary Clinton und Donald Trump (Screenshot US-Today)

Russland dementiert die Vorwürfe entschieden. „Das ist wieder einmal ziemlicher Unsinn“, zitiert die Online-Plattform der Tagesschau Kremlsprecher Dmitri Peschkow. „Jeden Tag gibt es Zehntausende Angriffe auf [Präsident Wladimir] Putins Webseite“, sagte er. Die Spuren vieler Attacken würden direkt in die USA führen, dennoch mache Russland nicht die US-Regierung dafür verantwortlich. Laut russischem Außenministerium sei die Anschuldigung ein weiterer Versuch der US-Regierung, die „beispiellose antirussische Hysterie“ anzuheizen.

Eskaliert der Konflikt zwischen USA und Russland in Cyberkrieg?

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Der Vorwurf der US-Regierung ist die Konsequenz diversen Hackerangriffen auf US-Institutionen und einzelner Politiker, darunter Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. So wurden im August dieses Jahres auf der Enthüllungsplattform WikiLeaks gehackte E-Mails von Mitarbeitern des Parteivorstandes der US-Demokraten veröffentlicht. Später wurde bekannt, dass der Cyberangriff umfangreicher war als gedacht. Schon damals verdächtigen US-Behörden die russische Regierung hinter dem Leak zu stehen.

Ob Russland tatsächlich versucht, Einfluss auf die Politik der USA und anderer Länder zu nehmen, muss noch bewiesen werden. Fest steht, dass sich die Fronten zwischen den USA und Russland immer weiter verhärten. Experten fürchten eine Eskalation – ein Verdacht, der durch entsprechende Drohgebärden genährt wird. So drohte Clinton bei der ersten TV-Debatte um das Präsidentenamt am 26. September Russland mit einem Cyberkrieg.

Tags :Quellen:dni.gov Tagesschau.de Heise.de

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