Project Blue plant ersten Schnappschuss eines Exoplaneten

So könnte Proxima Centauri b einer NASA-Simulation zufolge aussehen. Bild: NASA

Exoplaneten haben in diesem Jahr mehr als einmal für Schlagzeilen gesorgt. In den vergangenen Monaten entdeckten Wissenschaftler eine Reihe extrasolarer Planeten, einige von ihnen könnten erdähnlich sein. Der Nachweis solcher Planeten erfolgte bisher stets indirekt. Project Blue möchte das ändern. Ziel des privaten Weltraumteleskops: der erste gelungene Schnappschuss einer fremden Welt.

Im Fokus des Projekt Blue steht dabei das Sternensystem Alpha Centauri. Das 4,24 Lichtjahre von der Erde entfernte Doppelsternsystem gilt unter Weltraumforschern als besonders heißer Kandidat für die Planetensuche. Erst im August lieferten Wissenschaftler des ESO mithilfe von Radialgeschwindigkeitsmethode den Nachweis, dass ein Gesteinsplanet den Stern Proxima Centauri umkreist. Der Planet Proxima Centauri b befindet sich dabei sogar in der habitablen Zone des roten Zwergsterns; d.h. es könnte dort könnte flüssiges Wasser existieren, das wiederum Grundlage für die Entwicklung biologischen Lebens ist.

Project Blue will herausfinden: Haben wir es mit einer zweiten Erde zu tun?

Vor einigen Tagen berichteten französische Astrophysiker sogar, dass es flüssiges Wasser auf dem Planeten geben könne – seine Oberflächenbeschaffenheit, die der Erde nicht unähnlich sei, liefere dafür entsprechende Hinweise. Haben wir es bei Proxima Centauri b also mit einer zweiten Erde zu tun? Wissenschaftler sind sich darüber zum Augenblick noch uneins. Die geplanten Aufnahmen des Satelliten Project Blue könnten aber schon bald Auskunft über das Aussehen des Planeten liefern.

Projektleiter Jon Morse, ehemals Programmdirektor bei der NASA träumt von einem „blassen blauen Punkt“, „so wie einst die Erde bei der Voyager-Mission vom Mond aus erschien.“ Was zunächst wenig spektakulär klingt, käme einer wissenschaftlichen Sensation nach. Glückt dem Project Blue tatsächliche eine Aufnahme von Proxima Centauri b, bekämen wir wohl zunächst ein sehr verpixeltes Bild des Planeten zu Gesicht. Jon Morse erklärt die Schwierigkeit des Unterfangens: „Es ist als würde man versuchen, das Licht eines Glühwürmchens vor dem eines Leuchtturms einzufangen – und das ganze aus 10 Meilen Entfernung.“

Illustration des Project Blue Weltraumteleskops. Bild: Project Blue

Illustration des Project Blue Weltraumteleskops. Bild: Project Blue

Deshalb wurde für sein Project Blue ein sogenannter Coronograph entwickelt. Mithilfe des Instruments seinen die Wissenschaftler nun in der Lage, das viel stärkere Licht des Sterns auszublenden und so den millionenfach weniger stark leuchtenden Planeten auszumachen. Gemeinsam mit der University of Massachusetts arbeitet Project Blue im Augenblick an der Verfeinerung seiner Technologie, um die Mission im Jahr 2019 oder 2020 zu starten.

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Tags :Quellen:techcrunch

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