Touch Disease: Immer mehr klagen gegen Apple

APPLE iPhone 6S und 6S Plus-12

Apples iPhone 6 Plus hat ein Problem mit dem Touchscreen, das sich oft nur nach langer Zeit zeigt. Reparaturen helfen nichts, es handelt sich um ein strukturelles Problem. Zugeben mag Apple das bisher nicht, weshalb es zu mehreren Sammelklagen kommt.

Immer mehr Menschen verklagen Apple über eine Sammelklage, weil das iPhone 6 Plus bei vielen seinen Geist aufgibt. Grund ist vermutlich das nicht allzu biegefeste Gehäuse und eine unglückliche Anordnung von ICs auf der Platine.

Die Anwaltskanzlei, die kürzlich Apple im US-Bundesstaat Kalifornien wegen Problemen mit dem Touch-Display des iPhone 6 Plus verklagt hat, weitet ihren Druck auf das Unternehmen aus. Wie die Website Motherboard berichtet, unterstützen drei weitere Kanzleien nun den Fall. Zudem wurde im US-Bundesstaat Utah wegen des als Touch Disease bezeichneten Fehlers eine weitere Sammelklage gegen Apple eingereicht.

Der Fehler führt dazu, dass der berührungsempfindliche Bildschirm des iPhone 6 Plus keine Eingaben annimmt. Der Austausch des Displays beseitigt jedoch nicht das eigentliche Problem. Es wird dem Bericht zufolge durch die Controller-Chips des Touchscreens verursacht, die im Lauf der Zeit ihre Verbindung zum Logicboard des Telefons verlieren.

Lies auch: iPhone 6: Bendgate führt zu gravierenden Touch-Screen-Problemen

Dieses Problem wiederum steht angeblich im Zusammenhang mit der als Bendgate bezeichneten Anfälligkeit des Gehäuses der iPhone-6-Generation, unter bestimmten Belastungen zu verbiegen. Davon soll das größere iPhone 6 Plus stärker betroffen sein als das iPhone 6. Selbst bei normaler Nutzung sollen sich das Gehäuse und die darin befindlichen Komponenten so stark bewegen, dass sich die Lötverbindungen zwischen einzelnen Bauteilen und dem Logicboard lösen können.

Laut Motherboard weigert sich Apple jedoch, in solchen Fällen das Logicboard kostenlos zu wechseln oder zu reparieren. Da Touch Disease ein iPhone unbrauchbar macht, bleibt betroffenen Nutzern derzeit also nur eine kostenpflichtige Reparatur oder die Anschaffung eines neuen Smartphones.

In einigen Fällen habe das Unternehmen aus Cupertino beschädigte Geräte jedoch gegen aufbereitete iPhone 6 Plus ausgetauscht. Bei diesen Geräten seien die Symptome zum Teil schon wenige Tage oder Wochen nach dem Austausch ebenfalls aufgetaucht. Fünf Apple-Mitarbeiter hätten unabhängig voneinander bestätigt, dass Apple das Problem bekannt sei, es den Fehler aber vor seinen Kunden verheimliche.

Apple habe sich inzwischen zumindest zu den beiden Klagen geäußert. In einem Schriftsatz habe es die Zusammenlegung der beiden Verfahren aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit beantragt, um eine Verschwendung „juristischer Ressourcen“ zu vermeiden.

Richard McCune von der in Kalifornien ansässigen Anwaltskanzlei McCune Wright, die die dortige Sammelklage betreut, erklärte, er sei von fast 10.000 Betroffenen kontaktiert worden, die der Sammelklage beitreten wollten. Wie viele Mandanten durch die drei weiteren Kanzleien hinzukommen, ließ er jedoch in einer E-Mail an Motherboard offen.

Die Werkstatt iPadRehab wies schon im August in einem Blogeintrag auf das Problem hin. Beim Nachfolger iPhone 6S und 6S Plus habe Apple die anfälligen Controller-Chips vom Logicboard in den Gehäuseaufbau verlagert, um sie besser vor den Biegekräften zu schützen. Ob dies allerdings konkret als Reaktion auf Touch Disease oder aus anderen Gründen geschehen ist, ist nicht bekannt.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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