Das Universum hat zehnmal mehr Galaxien

Das Universum

Dass unser Universum groß, endlos und unermesslich ist, das ist eine Binsenweisheit. Dass es nun noch größer als vermutet ist, das überrascht zumindest die Astrologen. Denn nur die haben ja wahrscheinlich eine Vorstellung...

Und die haben nun auf Grundlage der Daten des Weltraumteleskops Hubble herausgefunden, dass sich im Universum mindestens zehn Mal mehr Galaxien befinden, als bisher gedacht.

Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass zumindest der mittels modernster Technik überschaubare Teil des Universums zwischen 100 bis 200 Millionen Galaxien zählt. Diese Erkenntnis über das sogenannte Hubble Deep Field (sichtbarer Teil des Weltalls) stützt sich auf Aufnahmen des Hubble-Weltraum-Teleskops aus dem im Jahr 1995. Doch nun stellt ein von Christopher Conselice von der Universität Nottingham in Großbritannien angeführtes internationales Forscherteam diese Annahme in Frage.

Die Wissenschaftler sind zu ihrer Erkenntnis gelangt, nachdem sie Aufnahmen des Hubble-Teleskops sowie Daten früherer Forschungsergebnisse zusammengeführt und eine dreidimensionale Ansicht des Weltraums erstellten haben. Mit Hilfe mathematischer Berechnungen erkannten sie, dass die Zahl der Galaxien um solche ergänzt werden müssen, die mit Hilfe aktueller Teleskope nicht beobachtet werden können. Demnach seien 90 Prozent der Galaxien heute nicht erkennbar.

„Es sprengt unser Vorstellungsvermögen, dass mehr als 90 Prozent der Galaxien im Universum noch erforscht werden müssen“, sagt Christopher Conselice in einem Statement des Hubble-Zentrums. „Wer weiß, zu was für interessanten Eigenschaften wir gelangen werden, wenn wir diese Galaxien mit der nächsten Generation von Teleskopen beobachten“, so Conselice. Der Wissenschaftler und sein Team werden ihre Theorie in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts „The Astrophysical Journal“ ausführen.

Das Universum hatte früher mehr Galaxien

Mit Hilfe der Daten haben die Wissenschaftler auch einen Blick auf die Geschichte unseres Universum werfen können. So haben Conselice und Mitarbeiter 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit des Weltalls geschaut. Dabei erkannten sie, dass das Universum in seinen jüngeren Jahren weitaus mehr und dabei viel mehr kleinere Galaxien hatte, als heute. Sie sind im Lauf der Zeit zu großen – wie unserer Milchstraße – verschmolzen.

Tags :Quellen:Spacetelescope.org

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