Kauft ihr versehentlich in gefälschten Online-Shops?

Bild: Shutterstock/ Christos Georghiou

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt davor, dass professionell gefälschte Online-Shops Anwender hereinlegen wollen um Geld und Daten zu erbeuten.

Wie erkennt man einen gefälschten Online-Shop? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat dazu einige Tipps veröffentlicht, die bald in der kommenden Weihnachtssaison sehr wichtig werden könnten. Zu den Materialien gehören Checklisten und ein Erklärfilm.

„Immer wieder erreichen uns Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern über „Fake-Shops“, die entweder gar keine oder nur minderwertige Ware liefern. Deshalb fördern wir das Projekt der Verbraucherzentrale Niedersachsen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher aufzuklären und gegen diese kriminellen Geschäfte zu wappnen“, erklärt Gerd Billen, Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz dazu.

Die gefälschten Shops werben häufig mit besonders niedrigen Preisen für hochwertige und begehrte Waren. Alleine diese Tatsache sollte Verbraucher schon aufhorchen lassen. Trotz gewissen Bedenken überwiegt aber einfach oft die Freude, ein besonderes Schnäppchen machen zu können. Die Betreiber der gefälschten Shops tragen dazu oft noch durch Hinweise auf die begrenzte Verfügbarkeit der Ware bei.

Ein weiterer Punkt, der Verbraucher aufhorchen lassen sollte, ist die Forderung nach Vorkasse. Zwar wird die auch bei seriösen Shops oft angeboten oder bevorzugt, Alarmglocken sollten aber läuten, wenn nur eine sehr eingeschränkte Anzahl an Zahlungsmöglichkeiten offeriert wird und die sich zudem auf solche beschränken, bei denen der Zahlungsdienstleister nicht als Mittelsmann dient und bestimmte Sicherheiten gewährt. Denn wenn wie von vielen Fake-Shops bekannt entweder wird mangelhafte oder gar keine Ware geliefert wird, ist das Geld weg.

Zudem rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen einen Blick ins Impressum und auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu werden. Falls dort wichtige Angaben wie die vollständige Adresse des Firmensitzes, schnelle Kontaktmöglichkeiten wie Mail-Adresse und Telefonnummern fehlen oder falls das Widerrufsrecht ausgeschlossen wird, sei der Shop als unseriös einzustufen.

Allerdings schützt selbst ein komplett erscheinendes Impressum nicht zuverlässig vor Betrug. In der Vergangenheit hatten Betrüger bereist das Impressum völlig unbeteiligter, seriöser Firmen einfach kopiert und für ihre Zwecke genutzt. Besteht schon aus anderen Gründen ein Verdacht, lohnt es sich also, diese Angaben über eine Suchmaschine im Web kurz zu überprüfen.

Die Verbraucherschützer erklären an zwei echten Beispielen, woran Fake-Shops erkannt werden können. Eines der Beispiele ist ein günstiger Online-Versandhändler von Medikamenten, der andere ein Anbieter von günstiger Markensportbekleidung. An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass der Name eines bekannten Herstellers in der Webadresse keine Garantie für die Seriosität ist. Dasselbe gilt übrigens für diverse, auf den Betrüger-Webseiten abgebildete Siegel.

Bei den abgebildeten Siegeln handelt es sich in der Regel nur um missbräuchlich kopierte Bilddateien. Dieser Versuch, die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, kann von Verbrauchern allerdings auch als Waffe gegen die Betrüger verwendet werden: In der Regel bieten die Vergabestellen dieser Siegel auf ihrer Website die Möglichkeit, eine Liste der damit rechtmäßig ausgezeichneten Shops einzusehen. Davon sollte man bei neuen oder unbekannten Shops unbedingt Gebrauch machen.

Die Verbraucherschützer raten Verbrauchern, die trotz aller Vorsicht auf Betrüger hereingefallen sind, unbedingt Anzeige zu erstatten. Den laut Thomas Ring, Vizepräsident des LKA Niedersachsen, ist aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets ein schnelles behördliches Handeln unabdingbar, ist Ring: „Nur eine konsequente und schnelle Rechtsverfolgung kann Online-Betrug langfristig eindämmen.“

Tags :Quellen:Mit Material von Anja Schmoll-Trautmann, ZDNet.de

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