Julian Assange darf nicht zur Beerdigung eines Freundes

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Julian Assange darf aus den bekannten Gründen sein Exil in der ecuadorianischen Botschaft nicht verlassen. Andernfalls würde dem WikiLeaks Gründer die Auslieferung nach Schweden drohen, wo sich einer Anklage wegen sexueller Vergehen verantworten müsste. Nun hat es sich herausgestellt, dass der Australier die Botschaft nicht einmal wegen einer Beerdigung verlassen darf. Der 45-Jährige hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.

Assange wollte am kommenden Montag der Beerdigung seines kürzlich verstorbenen Freund Gavin Mac Fayden, dem Direktor des Zentrums für Investigativen Journalismus, beiwohnen. Laut seinem Antrag wollte er von der Polizei zur Beisetzung begleitet und anschließend wieder zur Botschaft nach London zurückgebracht werden. Die schwedische Justiz lehnte den Antrag jedoch ab. Die Begründung: die Rechtsprechung in Schweden sehe bei Haftbefehlen keine Ausnahmen vor.

Opfer eines korrupten Systems?

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Bild: Charlie Osborne/ZDNet.com)

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Bild: Charlie Osborne/ZDNet.com)

Assange sei über die Ablehnung des Antrages tief enttäuscht, heißt es in einer Mitteilung von WikiLeaks auf der Internet-Plattform Twitter. Die Enthüllungsplattform zitiert die Reaktion von Assange, demnach sei sein „Herz gebrochen“ und die schwedischen Behörden hätten keinerlei „Verständnis für seine Trauer“. Stattdessen hätte sich die für die Antragsbewilligung verantwortliche Staatsanwältin Marianne Ny durch das Lancieren einer Pressemitteilung über diese „persönliche Angelegenheit“ einmal mehr profilieren wollen. Er hätte seinen Anwalt gebeten, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, so Assange.

Der Australier hat seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London politisches Asyl. Ihm wird Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen. Schweden fordert seine Auslieferung, um ihm den Prozess zu machen. Der WikiLeaks-Gründer befürchtet jedoch, dass er stattdessen an die USA ausgeliefert werden könnte, nachdem in den vergangenen Jahren auf WikiLeaks brisante Informationen über die militärischen Einsätze des Landes in Afghanistan und dem Irak publiziert worden waren.

Tags :Quellen:Spiegel Heise.de

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