WHO: Online-Werbung für ungesunde Lebensmittel macht Kinder dick

(Bild: Shutterstock)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat auf die negativen Folgen von Online-Werbung für ungesundes Essen aufmerksam gemacht. In einer am gestrigen Freitag publizierten Studie für den Europäische Raum haben die Experten herausgefunden, dass vor allem Kinder zu den Leidtragenden gehören. Diese würden durch die permanente Konfrontation mit zielgerichteter digitaler Werbung immer mehr an Übergewicht leiden.

„Unsere Regierungen haben den Kampf gegen Kinder-Fettleibigkeit zur obersten politischen Priorität erklärt. Dennoch stellen wir fest, dass Kinder – unsere empfindlichste Gruppe – einer großen Zahl digitaler Vermarktungstechniken ausgesetzt sind, die fettige, Zucker- und Salzhaltige Lebensmittel vermarkten“, erklärt Dr. Zsuzsanna Jakab, die WHO-Direktorin für Europa.

Lebensmittelwerbung sei nach Erkenntnissen der Wissenschaftler wesentlich verantwortlich für das Phänomen der gesellschaftlichen Fettleibigkeit, heißt es weiter in dem WHO/Europa-Bericht. Vor allem auf digitalen Plattformen hätten Unternehmen ein Schlupfloch gefunden, um ihre oftmals ungesunden Produkte an den Mann zu bringen. Zum einen weil die Werbung hier auf Grundlage des Nutzerverhaltens individuell platziert werden könne. Zum anderen weil im Internet so gut wie keine Kontrollen stattfinden würden.

Eltern machtlos gegenüber Online-Werbung

Die Folgen seien verheerend. Ein Viertel aller Schulkinder in Europa würden bereits an Übergewicht leiden. 60 Prozent aller Kinder, die vor der Pubertät übergewichtig sind, würden dies auch im Erwachsenenalter bleiben. „Das lässt auf eine düstere Zukunft blicken. Denn wir wissen, dass Übergewicht und Fettleibigkeit die Hauptursachen für Blutkreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes sind“, so Dr. Gauden Galea von der WHO/Europe.

Eltern würde die digitale Werbestrategie von Lebensmittelkonzernen nicht zuletzt wegen der individuellen Anzeigenplatzierung oftmals nicht bewusst wahrnehmen. Daher sieht die WHO die europäischen Politiker in der Verantwortung. Die Regierungen müssten gesetzlich gegen gesundheitsschädliche Online-Werbung vorgehen.

Tags :Quellen:WHO
  1. Schuld ist immer jemand anders, noch besser etwas anderes. Die Werbung ist es. Nicht die Mütter, die ja immer Frisch zubereitetes auf den Tisch bringen. Aber die kleinen Schlingel stehlen sich ja aus dem Haus und kaufen sich das Dickmachzeugs. Unser Schulsystem kann es ja auch nicht sein. Ernährungsberatung, Kochkurse – alle gut besucht. Aber in der Pause schauen die diese Dickmachwerbung und schwupp wieder ein Kilo drauf. Genug freie Flächen und Spielplätze gibt es ja auch zum toben. Es bleibt nur eine Folgerung, die Werbung macht alle hörig. Genau ! So muss es sein.

    1. Seh ich auch so.

      Wenn die Kinder nur Dickmacher von ihrem Taschengeld kaufen einfach Konsequenzen ziehen und kein Taschengeld mehr geben bis sie es verstanden haben.

      Aber Konsequenzen spielt scheinbar in der „modernen Erziehung“ (in den Augen vieler Eltern) keine Rolle mehr bzw. man müsste sich ja anstrengen und aktiv an der Erziehung selbst Teilnehmen und sie nicht 3. oder einem Bildschirm überlassen.

      Aber was soll man auch schon erwarten wenn die Eltern selbst nur noch vor dem Bildschirm sitzen.

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