Withings Activité Steel – Die schlichte Fitness-Uhr im Test

(Bild: Übergizmo)

Fitness-Tracker und Smartwatches finden sich mittlerweile an nahezu jedem Handgelenk. Wem ein traditionelles Fitnessarmband zu sportlich und eine Smartwatch zu geekig ist, wird vielleicht mit der Activité Steel von Withings glücklich. Der französische Hersteller macht mit seinem Ansatz eine Gratwanderung zwischen Sport- und Schlaftracker und präsentiert eine Uhr im schlichten Design. Ob das gelungen ist, haben wir für euch getestet.

Withings Activité Steel

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Withings App
(Bild: Übergizmo)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Schlichtes Design  (Bild: Übergizmo)Billig wirkendes Silikonarmband
 (Bild: Übergizmo)Kommt dank Bluetooth LE mit normaler Uhrbatterie aus  (Bild: Übergizmo)Mit rund 170 Euro etwas teuer
 (Bild: Übergizmo)Trackt Schwimmen (wasserdicht bis 50 Meter Tiefe)…  (Bild: Übergizmo)… aber leider kein Fahrradfahren
 (Bild: Übergizmo)Schlaftracking und Weckfunktion ordentlich  (Bild: Übergizmo)Messungen manchmal etwas ungenau
 (Bild: Übergizmo)Google Fit- und Apple Health-Unterstützung  (Bild: Übergizmo)App ist etwas umständlich aufgebaut

Der Fitnesstracker im Uhrengewand

Die Franzosen von Withings haben sich mit ihrer Produktpalette vor allem im Bereich Health und Lifestyle angesiedelt. Neben Waagen, Thermometern und Blutdruckmessgeräten hat Withings auch seine Activité genannte Smartwatch im Portfolio. Die kommt in drei Versionen, die sich technisch nicht unterscheiden. Dafür aber beim verwendeten Material und natürlich beim Preis. Die günstigste und lifestyligste Variante heißt Pop, die teuerste mit Saphirglas und Lederarmband Activité Sapphire.

(Bild: Übergizmo)

Das Uhrgehäuse der Activité Steel ist schick, das Armband leider nicht (Bild: Übergizmo)

Und die von uns getestete Version genau dazwischen heißt Activité Steel. Die hat im Gegensatz zur Pop ein Gehäuse aus Metal, ein leicht gewölbtes Uhrglas und weder Knöpfe noch eine Krone oder einen Sekundenzeiger. Dieser Minimalismus passt gut zum Zifferblatt, das keinerlei Zahlen sondern lediglich Striche anzeigt und etwa ein Drittel mit einem Aktivitäts-Meter belegt. Das fasst einen Zeiger ein, der euch anzeigt, wieviel Prozent eure Tagesziels ihr erreicht habt. Das legt ihr über die Withings App Health Mate fest, genauso wie die Uhrzeit, die sich automatisch per Bluetooth synchronisiert. Äußerlich ist die Uhr auf der Rückseite aus glänzendem Metall, vorne gibt es wahlweise ein schwarzes oder weißes Zifferblatt. Bleibt dann noch das Armband.

Uhr hui, Armband pfui

Und das macht leider alles andere als einen guten Eindruck. Das mitgelieferte Armband ist aus Silikon, das keinen sonderlich wertigen Eindruck macht. Nach einigen Malen Tragen wellt es sich an der Stelle, wo die Schnalle es festhält und auf der Haut fühlt sie sich ein wenig nach Plastik an. Für sportliche Aktivitäten macht ein schweißabweisendes Band selbstverständlich Sinn. Die Konkurrenz macht es mit der Samsung Gear Fit 2 oder der Fitbit Alta aber deutlich besser und sorgt dank besserem Material für höheren Tragekomfort. Laut einem Erfahrungsbericht aus dem persönlichen Freundeskreis sowie in einigen Bewertungen auf Amazon klagen einige Nutzer übrigens über allergische Reaktionen. Offensichtlich ist am Armbandmaterial gespart worden.

(Bild: Übergizmo)

Das Armband lässt sich dank „Schieber“ einfach austauschen (Bild: Übergizmo)

Warum das ausschweifende Gemosere? Weil die Withings Activité Steel etwa 170 Euro UVP kostet. Und dafür sollte man ein anständiges Armband erwarten können. Glücklicherweise lässt sich das recht einfach mit einem kleinen Schieber vom Gehäuse trennen und gegen ein Lederarmband tauschen. Bei Drittanbietern gibt es da schon Versionen ab 17 Euro aufwärts, die zu der 18 Millimeter breiten Fitness-Uhr passen und sie deutlich schicker aussehen lassen. Solltet ihr nicht allergisch auf das Silikonband reagieren, könnt ihr es einfach nur zum Sport nutzen und es danach wechseln. Denn sportlich ist die Activité Steel allemal.

Die Withings App Health Mate

Sie ist nicht nur bis zu 50 Meter wasserdicht und misst geschwommene Kilometer, sondern erkennt generell die Bewegungsart automatisch. Die Activité Steel misst gelaufene oder gegangene Schritte, errechnet daraus verbrannte Kalorien und zeichnet das Schlafverhalten auf. Schade nur, dass Fahrradfahren nicht erkannt wird. Die gesammelten Daten bereitet die Withings App dann mehr oder weniger anschaulich in Diagrammen auf und zeigt euch die zurückgelegten Kilometer in einer Wochen- oder Tagesübersicht an. Die Daten werden einigermaßen genau erfasst, eine kleine Abweichung nach unten im Vergleich mit anderen Trackern konnten wir jedoch feststellen. Die betrug mal vernachlässigbare fünf, mal deutliche zehn Prozent. Etwas unschön, aber im Grunde kein Beinbruch.

Besonders nett ist, dass die App das Schlafverhalten in Leicht-, Tiefschlafphasen und Wachperioden anzeigt und wann diese jeweils stattgefunden haben. Meiner persönlichen Einschätzung zufolge macht die Activité Steel das noch ein bisschen besser als die App des Fitness-Tracker Platzhirsches Fitbit. Dafür misst sie manchmal, wenn die Uhr gar nicht am Handgelenk war und trackt dann jeweils rund zwei Stunden. Leicht kurios, wie auch die Bedienung der App, die etwas unübersichtlich aufgebaut ist. Einige Einstellungen und Anzeigen sind in der swipebaren linken Leiste, einige verstecken sich in einem Untermenü in der obigen Anzeige, einige in den endlos scrollbaren Diagrammen darunter. So braucht es schon mal den einen oder anderen unnötigen Schritt mehr, um sich die gewünschte Übersicht anzeigen zu lassen oder die Weckzeit einzustellen.

Schlaftracking der Activité Steel

Die lässt die Uhr dann zur entsprechenden Zeit sanft vibrieren, kann aber dank mangelnder Bedienelemente an der Uhr nicht ausgestellt werden. Wer also nach dem voreingestellten zehnten Vibrieren nicht wach wird, sollte einen Backup-Wecker bereit stellen. Eine Snooze-Funktion bringt die Activité Steel nämlich nicht mit, dafür ein sogenanntes Smart Wake-Up. Das prüft vor der eingestellten Weckzeit, ob ihr euch in einer Leichtschlafphase befindet und weckt euch bereits dann auf. Das soll verhindern, dass ihr aus einer Tiefschlafphase heraus geweckt werdet und den ganzen Tag über müde seid – trotz der halben Stunde, die ihr länger geschlafen habt. Im Test funktionierte das mal besser, mal weniger gut, was aber vermutlich vom persönlichen Schlafverhalten abhängt. Im Zweifel hat man etwa eine halbe Stunde mehr Zeit für eine Runde Jogging oder einen Kaffee.

(Bild: Übergizmo)

Die Activité Steel im Profil (Bild: Übergizmo)

Ein Vorteil des Designs als klassische Uhr ist übrigens, dass die Activité Steel nicht alle paar Tage geladen werden muss. Der Datentransfer findet über Bluetooth LE statt und braucht dabei so wenig Strom, dass die Activité Steel mit einer handelsüblichen Knopfzelle auskommt. Je nachdem, wie oft ihr die Uhr synchronisiert und wie aktiv ihr seid, solltet ihr sie nicht mehr als ein oder maximal zwei Mal im Jahr tauschen müssen. Das ist natürlich öfter als bei einer normalen Uhr, aber die Activité Steel ist eben auch eine Fitness-Uhr, die zudem Apple Health– und Google Fit-Unterstützung mitbringt. Wer möchte, kann seine Fitnessdaten also mit Messdaten anderer Geräte zusammenführen, um ein umfassendes Bild über seinen Gesundheitszustand zu bekommen. Aluhut-Träger lassen die Funktion einfach deaktiviert und werden mit der Übersicht in der App oder auf der Webseite ähnlich glücklich.

Fazit

(Bild: Übergizmo)

Die Withings Activité Steel ist für jeden gedacht, der aus ästhetischen Gründen keinen Fitness-Tracker am Handgelenk tragen, aber dennoch seine (sportliche) Aktivität aufzeichnen möchte. Die Fitness-Uhr ist unauffällig und schlicht und zeigt den Fortschritt beim angestrebten Tagesziel an. Das mitgelieferte Silikonarmband ist leider enttäuschend und die Messungen neigen gelegentlich zu Ungenauigkeiten. Dass Fahrradfahren nicht gemessen wird ist für eine Fitness-Uhr für stolze 170 Euro leider bedauerlich, dafür ist sie aber wasserdicht.

Wer sich von diesen Mankos, sowie der unübersichtlichen App nicht abschrecken lässt, findet mit der Activité Steel einen guten Kompromiss aus Fitness-Tracker und Ästhetik, der zudem günstiger ist als eine Samsung Gear 2 oder die bald erscheinende Gear 3.

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