Heizungen in Finnland von Hackern attackiert

(Bild: Wikipedia)

In einigen finnischen Wohnungen wurde es zuletzt ziemlich kalt. Schuld war ein Hacking-Angriff. Ein kleiner Vorgeschmack auf das Internet der Dinge im smarten Zuhause?

In der finnischen Stadt Lappeenranta herrschen derzeit Temperaturen von etwa minus sieben Grad Celsius. Die Vorboten des Winters machen die Relevanz einer funktionierenden Heizung also bereits deutlich. Mehrere Wohnblocks teilen sich in dem Ort eine Heizanlage, die von einem Computer gesteuert wird.

Dieser Rechner wurde kürzlich durch eine DDoS-Attacke lahmgelegt, wie das Blog metropolitan.fi und die Zeitung Etelä-Saimaa berichten. In den Wohnungen der Betroffenen wurde es anschließend für mehrere Stunden kühl. Wer hinter dem, mittlerweile bestätigten, Angriff steckt, ist noch unklar – ebenso wenig die konkreten Beweggründe.

Nicht nur Heizungen bedroht

Für den Angriff haben die Hacker vermutlich über das Mirai-Botnet mehrere Rechner zusammengeschlossen und den Heizrechner über zahllose gleichzeitige Abfragen lahm gelegt.

Der Computer versuchte mittels eines Neustarts die Angriffe abzuwehren. Doch dadurch ließen sich die Abfragen nicht stoppen. Nach einem Neustart ging der Rechner wieder in die Knie und kam so in eine Boot-Schleife. Die Folge: Die Heizung konnte nicht arbeiten. Sicherheitsexperten konnten den Angriff letztlich nur dadurch abwehren, dass sie die Netzverbindungen drosselten. Theoretisch könnte eine solche Attacke natürlich auch andere Heimsysteme betreffen.

Angriff nur als Test des Botnets?

Die Motivation hinter den Angriffen ist völlig unklar. Auch welche Gruppe dahinter steht, ist derzeit nicht bekannt. Möglicherweise hatten die Angreifer mit diesem vergleichsweise weichen Ziel nur die Wirkungsweise des Mirai-Botnets getestet.

Denn immer häufiger verwenden Hacker nicht Rechner, um diese zu einem Botnet zusammenzuschließen, sondern vernetzte Geräte wie DVD-Spieler, die meist über keine Sicherungsmaßnahmen verfügen und die etwa über ein Default-Passwort sehr leicht zu kapern sind. Das Mirai-Toolkit ist übrigens frei verfügbar.

Tags :Via:Mit Material von Martin Schindler, ZDNet.deBildquelle :Bios@Wikipedia

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