Yahoo-Hack war schon weitaus früher bekannt

Yahoo

2014 wurden Yahoo Daten von 500 Millionen Nutzern entwendet. Das wussten offenbar einige Yahoo-Mitarbeiter schon viel früher als bisher bekannt war. Passiert war nichts. Erst im September 2016 gab Yahoo den Hack zu.

Yahoo wusste offenbar schon 2014 von dem extremen Hack, mit dem das Unternehmen konfrontiert wurde. Erst 2016 wurde der Einbruch offiziell bestätigt. „Ein unabhängiger Ausschuss des Board of Directors untersucht mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters und eines Forensik-Experten unter anderem, was 2014 und danach im Unternehmen darüber bekannt war“, heißt es in einer Börsenpflichtmitteilung.

Einer dieser Ermittlung nahestehenden Quelle zufolge erhielt Yahoo tatsächlich erst im August 2016 eine Bestätigung für das gesamte Ausmaß des Einbruchs. Das Datum hat einige Relevanz für den Verkauf von Yahoo.

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Anfang August hatte ein Hacker namens Peace im Dark Web angebliche Zugangsdaten für 200 Millionen Yahoo-Konten zum Kauf angeboten. Zu dem Zeitpunkt hieß es, Yahoo kenne das Angebot. Die Echtheit der Daten wollte das Unternehmen weder bestätigen noch dementieren.

Am 22. September folgte dann die offizielle Bestätigung: „Yahoo glaubt, dass Informationen mit Bezug zu mindestens 500 Millionen Nutzerkonten gestohlen wurden“, teilte das Unternehmen mit. Sicherheitsexperten bestritten kurz darauf Yahoos Behauptung, es sei Ziel eines staatlich gestützten Hackerangriffs geworden. Hinter dem Diebstahl stecke vielmehr eine Gruppe professioneller Hacker aus Osteuropa.

Der zeitliche Ablauf ist aber nicht nur wichtig für die Klärung der Frage, ob Yahoo seine Nutzer ausreichend geschützt und informiert hat. Er könnte sich auf die geplante Übernahme durch Verizon auswirken.

Offiziell hat Yahoo erst einen Monat vor der Ankündigung Verizons, Yahoo für 4,83 Milliarden Dollar zu übernehmen und mit AOL zu verschmelzen, von dem Datendiebstahl erfahren. Sollte sich nun herausstellen, dass an den Akquisitionsgesprächen beteiligte Personen schon vorher von dem Einbruch und den damit verbundenen Risiken wussten, könnte Verizon eine bewusste Täuschung unterstellen und die Übernahme sogar platzen lassen.

Einem Bericht der New York Post zufolge soll Verizon schon Anfang Oktober aufgrund der Schwere des Hackerangriffs einen Preisnachlass von einer Milliarde Dollar gefordert haben. Den Angriff selbst würde Verizon in dem Zusammenhang als „schwerwiegendes Ereignis“ einstufen, bei dessen Kenntnis es im Vorfeld ein niedrigeres Gebot abgegeben hätte – oder gar nicht für Yahoo geboten hätte.

Diese Möglichkeit räumt Yahoo nun auch in seiner Börsenpflichtmeldung ein. Es warnt seine Anleger, Verizon könne versuchen, „die Übernahmevereinbarung zu kündigen oder die Bedingungen für den Verkauf auf dieser Basis neu zu verhandeln“. Mit Hinweis auf die laufende Untersuchung wollte sich Yahoo nicht zu Rückfragen von CNET äußern. Auch Verizon stand nicht für einen Kommentar zur Verfügung.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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