Insta360 Nano im Test – 360-Grad-Bilder ohne Handumdrehen

Die Insta360 Nano im Test

In sozialen Netzwerken finden sich im Newsfeed immer häufiger Fotos, die interaktiv in 360-Grad-Ansicht betrachtet werden können. Eine der mittlerweile zahlreich auf dem Markt vertretenen Kameras für 360-Grad-Aufnahmen ist die Insta360 Nano. Als Aufsatz für's iPhone fungiert sie als Rundum-Kamera und kann bei guter Belichtung richtig gute Bilder machen. Wir hatten sie im ausführlichen Test.

Insta360 Nano

Bild 1 von 13

Insta360 Nano
Die Nano wird mit einer Samt-Tasche zur Aufbewahrung geliefert

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Im Vergleich günstige 360-Grad-Lösung  (Bild: Übergizmo)Durchschnittliche Auflösung
 Intuitive App(Bild: Übergizmo)  (Bild: Übergizmo)Kein direktes Posten in sozialen Netzwerken
 (Bild: Übergizmo)Viele Filter und Aufnahmemodi  Kurze Akkulaufzeit(Bild: Übergizmo)
 Klein und handlich(Bild: Übergizmo)  (Bild: Übergizmo)Kann nicht mit Schutzhülle angesteckt werden
(Bild: Übergizmo) Zeitraffer-Modus (Bild: Übergizmo)Hand sieht auf Bildern abgehackt aus

Das ist im Paket

Die Insta360 Nano kommt in einem kleinen stabilen Karton, der sich aufgrund der großen glasigen Bullaugen auf der Rückseite schnell als 3D-Brille entpuppt. Ein magnetischer Verschluss hält die Verpackung geschlossen. Einmal aufgeklappt sticht gleich die Insta360 Nano ins Auge. Sie ist silbrig-weiß und fühlt sich kühl und sehr hochwertig an. Eine Konvexlinse, die direkt aus der Verpackung hochblickt, liegt perfekt auf dem Aluminium-Gehäuse auf.

Neben der Aufsteckt-Kamera befinden sich im Lieferumfang ein Micro-USB-Kabel, ein Aufbewahrungsbeutel und einige Kurzanleitungen auf unterschiedlichen Sprachen. Bevor die Insta360 Nano in Betrieb genommen werden kann, muss der Akku mit Fassungsvermögen von rund 800 mAh (entspricht etwa 70 Minuten Videoaufnahme) vollständig aufgeladen werden.

In unserem Test haben wir ein iPhone 7 Plus mit der Insta360 Nano verbunden. Interessant: Auch ohne passendes Gegenstück in Form eines iPhones lassen sich mit der Insta360 Nano 360-Grad-Bilder und -Videos aufzeichnen. Für diesen Zweck verfügt die 75 Gramm leichte Kamera über einen Slot für microSD-Karten, der mit Speicherkarten bis 64 GByte bestückt werden kann. Die Aufnahmen können dann via PC oder Mac betrachtet werden.

tasche

Die Insta360 Nano passt optisch zum abgerundeten, kühlen Alu-Design der iPhones ab Modell 6. Diese Kennziffer ist zudem Mindestvoraussetzung für die Kompatibilität der 360-Grad-Kamera. Auf ältere Apple-Telefone kann die Insta360 aufgrund ihrer perfekten Passform nicht aufgesteckt werden. Beim ersten Aufsetzen der Kamera fällt negativ auf, dass die Schutzhülle des Smartphones auf jeden Fall vorher entfernt werden muss, da die Kamera sonst nicht korrekt einrastet. Lightning-Connector wie -Anschluss können dadurch irreparabel beschädigt werden. Da das iPhone ohne Schutzhülle leider sehr glatt und rutschig in der Hand liegt, ist das ein großer Risikofaktor bei Stürzen.

Die inneren Werte der Insta360 Nano

Die Insta360 Nano verfügt über zwei Fisheye-Objektive (f/2.0), die je mit 3.040 x 1.520 Pixeln auflösen. Videos werden in 3K-Qualität festgehalten. Die Kamera ist ein Leichtgewicht und zeigt schlanke 75g auf der Waage an. Die reinen Abmessungen liegen bei 110 x 33 x 21 Millimeter. Eine kleine LED-Leuchte am Gehäuse visualisiert die vielen verschiedenen Benutzer-Eingaben, die möglich sind. So leuchtet die LED beim Aufladen beispielsweise durchgängig Rot oder blinkt beim Aufnehmen eines Fotos Grün.

Beim ersten Aufstecken der Kamera fühlt sich das Unterfangen sehr ungewohnt  an. Der Grund liegt nicht nur in der Tatsache, dass das iPhone, sobald die Insta360 Nano aufgesteckt wurde, verkehrt herum gehalten werden muss, sondern das Smartphone leidet zudem unter einer starken Schwerpunkt-Verlagerung. Nach einigen Minuten des zaghaften Ausprobierens gewöhnt man sich jedoch sehr schnell an das neue 360-Grad-Gespann. Es kann endlich losgehen!

Beinahe – denn vorher muss aus dem App Store die „Insta360 Nano“-App heruntergeladen und installiert werden. Der Hersteller veröffentlicht regelmäßig Updates für Software und Hardware. Sobald ein Update verfügbar ist, macht die App beim Start darauf aufmerksam. Jetzt geht’s wirklich los.

360-Grad-Bilder realisieren

Grundsätzlich liegt die Entscheidung zwischen einem einfachen Foto-Modus und einer Video-Funktion. Dabei können die Rundum-Aufnahmen in drei unterschiedlichen Ansichten eingesehen und gespeichert werden: typische Fish-Eye-Optik, Planet-Optik, bei der die Umgebung wie eine kleine Kugel aussieht, und die Ansicht ohne alles: Perspektive.

Um ein Foto aufzunehmen, muss entweder der digitale Auslöser auf dem iPhone-Display oder der seitlichen Auslöse-Taster des iPhones gedrückt werden. Dann ist stillhalten angesagt. Die LED blinkt, sobald das Foto erfolgreich aufgenommen wurde. Nun stehen in der App zahlreiche Filter und Bildverbesserungen zur Verfügung, um dem 360-Grad-Bild den letzten Schliff zu verpassen. Wer danach das Facebook-Logo sucht, um seine Freunde sofort mit der beeindruckenden Aufnahme zu begeistern, sucht hier vergebens. Es ist noch nicht möglich, die Aufnahmen direkt in sozialen Netzwerken zu teilen. Auf Anfrage teilte das deutsche Vertriebsunternehmen hardwrk jedoch mit, dass eine solche Funktion bereits in Planung sei.

Das Posten auf Facebook funktioniert mit wenig Aufwand dennoch: Oben rechts befindet sich in der Bild-Ansicht ein Sharing-Symbol. Ein Klick darauf eröffnet die Option „Panorama sichern“. Daraufhin wird das 360-Grad-Bild in der iPhone-Galerie gesichert und kann auf Facebook mit Freunden geteilt werden. Das soziale Netzwerk erkennt die 360-Grad-Beschaffenheit der Aufnahme und spielt sie dementsprechend aus.

Videos aufnehmen mit der Insta360 Nano funktioniert ebenfalls ordentlich. Hier steht für abwechslungsreiche Bewegtbilder zusätzlich ein Zeitraffer-Modus zur Verfügung. Außerdem können die Videos ebenfalls aus den drei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und gesichert werden. Das kann im Übrigen auch mit der mitgelieferten und als Karton fungierenden 3D-Brille getan werden. Dafür wird in der App der Schieberegler „VR“ betätigt und das iPhone kann in die samtige Hülle geschoben werden. Per Kopfbewegung lassen sich die Bilder und Videos dann betrachten.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Herrscht bei den Foto- oder Videoaufnahmen kein perfektes Licht, geht die Insta360 Nano samt iPhone in die Knie. Die Bild-Qualität lässt sich nur bei sehr guten Lichtverhältnissen hochschrauben. Eine ruhige Hand ist beim Hantieren mit der kleinen Aufsteck-Kamera ebenfalls gefragt, da die Aufnahmen ansonsten weitere Einbußen in Sachen Qualität zu verzeichnen haben. Ab einem Preis von 230 Euro ist die Insta360 Nano sofort im Internet verfügbar. Im Vergleich zu anderen 360-Grad-Kameras entpuppt sich dieser Preis durchaus als attraktiv.

Verschleiern lässt sich jedoch nicht, dass erschwingliche 360-Grad-Lösungen für den Heimgebrauch noch in den Kinderschuhen stecken. Wem die Qualität der Fotos oder Videos nicht so wichtig ist, wie das 360-Grad-Feature selbst, kann getrost zuschlagen. Alle anderen müssen sich wohl noch ein bis zwei Jahre gedulden und abwarten, welche verbesserten Lösungen der Markt dann vorzuzeigen hat.

 

 

 

 

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising