Trump will Apple in die USA zurücklocken

Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington (Bild: CC BY-SA 3.0, Gage Skidmore)

Der designierte US-Präsident Donald Trump will Apple zur Herstellung im eigenen Land bewegen. Mit Steuervergünstigungen soll Apple der Umzug schmackhaft gemacht werden.

Apple fertigt gar nichts selbst sondern lässt bauen: So ist Donald Trumps Forderung auch zu verstehen: Apple müsste seine Zulieferer dazu bringen, in den USA zu fertigen.

Das geht aus einem längeren Interview mit der New York Times hervor. Dabei berichtete der designierte Präsident von Gratulationsanrufen, die er von Microsoft-Gründer Bill Gates und Apple-CEO Tim Cook erhielt.

„Tim, Sie wissen, dass es eine der echten Errungenschaften von mir sein könnte, wenn ich Apple dazu bringe, eine große Fabrik in den Vereinigten Staaten zu bauen“, sagte Trump demnach zu Cook. „Oder viele Fabriken in den Vereinigten Staaten. Wenn Sie also Ihr Produkt direkt hier machen, statt nach China zu gehen und nach Vietnam zu gehen und zu all den Orten, zu denen Sie gehen.“

„Ich verstehe das“, soll der Apple-Chef geantwortet haben. Trump bot daraufhin an, verlockende Anreize zu schaffen. „Wir machen eine riesige Steuersenkung für Unternehmen, die Sie glücklich machen wird.“ Neben großen Steuersenkungen versprach er, Regulierungen zu beseitigen, da „Regulierungen es unmöglich machen“. Seine Gespräche mit kleinen und großen Firmen während des Wahlkampfs hätten ihm gezeigt, dass der Abbau von Regulierung bei ihnen noch weit mehr Begeisterung auslösten als riesige Steuersenkungen.

Im Wahlkampf hatte Trump als republikanischer Präsidentschaftskandidat angesagt, er wollte Apple zur Fertigung in den USA zwingen und rief sogar zu einem Boykott gegen Apple auf, um das Unternehmen zur Aufgabe sicherer Verschlüsselungstechnik zu bewegen. „Was glauben die denn, wer sie sind?“ sagte er über Apples Weigerung, das FBI bei der Entsperrung eines iPhone 5C zu unterstützen.

Vor einigen Monaten bat Apple wichtige Herstellungspartner, eine mögliche Verlegung ihrer Produktion von Asien in die Vereinigten Staaten zu prüfen. Den Grund dafür lieferten wahrscheinlich die lautstarken politischen Attacken. Trumps Traum von der Rückkehr verlorener Arbeitsplätze in der Fertigung stehen allerdings gewichtige Faktoren entgegen, die er nicht ansprach.

Zum einen befinden sich die meisten Zulieferer von Komponenten in asiatischen Ländern, die zusammen ein ausgereiftes Ökosystem bilden. Daher entstehen selbst dann vergleichsweise wenige Arbeitsplätze in den USA, wenn dort die Endmontage elektronischer Geräte erfolgen sollte. Apple selbst praktiziert das bereits beim Mac Pro in relativ bescheidenen Stückzahlen.

Dazu kommt eine mögliche Verteuerung der benötigten Bauteile, wenn Trump seine Drohung wahr macht und hohe Importzölle durchsetzt. Experten geben außerdem zu bedenken, dass in den USA nicht genügend geschulte Arbeitskräfte für eine massenhafte Produktion verfügbar sind, wie sie dem kommenden US-Präsidenten vorschwebt. Dem Aufbau einer breiten inländischen Produktion einschließlich von Komponenten müsste daher auch eine mehrjährige Ausbildungsoffensive vorangehen. Ein weiteres Hindernis stellt das erforderliche flexible Hochfahren der Produktion dar, wenn Apple etwa ein neues iPhone zur Markteinführung kurzfristig in hohen Stückzahlen benötigt.

Apple steht schon länger wegen der Auslagerung seiner Produktion nach Asien in der Kritik. Bei einem Treffen mit Größen im Silicon Valley fragte Präsident Obama vor Jahren den damaligen Apple-CEO Steve Jobs, warum iPhones nicht auch in den USA hergestellt werden könnten. Vom Apple-Gründer erhielt er die kategorische Antwort: „Diese Jobs kommen nicht zurück.“

Bild: CC BY-SA 3.0, Gage Skidmore

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de
  1. Mit welchen Steuervergünstigungen?
    Zahlt Apple überhaupt nennenswerte Steuern in USA, oder Deutschland oder in Rest der Welt?
    Apple = Tim Cook, beabsichtigt erst ab 2017 in USA erwas an Steuern (gezwungen oder freiwillig) zu zahlen: http://www.rte.ie/news/2016/0901/813345-apple-reaction/

    In EU betrugen Apples Steuern auf europäische Gewinne nur weniger als 0,005%.
    (Nur weniger als 5000 pro 1 000 000 € Gewinn oder halben Cent pro 1000 € Gewinn)

    Und wie viel % zahlt Ihr in Deutschland an Steuern?
    Mit direkten und indirekten Steuern und ähnlichen Zwangsabgaben ca. 80 %…

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