Activeon CX Gold: Die echte preiswerte Alternative zur GoPro

(Bild: Übergizmo)

Action Cams haben in den letzten Jahren den Massenmarkt erobert und vor allem GoPro gilt in diesem Bereich als Referenz. Der relativ neue Anbieter Activeon hat mit der CX Gold seine Interpretation einer Action Cam im GoPro-Stil entwickelt, die technisch fast mit der 4 gleichzieht. Aber bedeutend billiger ist. Wie sich das Preiswunder schlägt, erfahrt ihr im Test.

Activeon CX Gold

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Activeon CX Gold
Die Activeon CX Gold auf einem Joby Stativ montiert (Bild: Übergizmo)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Kompakte Bauweise  (Bild: Übergizmo)App etwas unansehnlich
 (Bild: Übergizmo)Gute Bildqualität… (Bild: Übergizmo)… der es etwas an Schärfe und Farbbrillanz fehlt
 (Bild: Übergizmo)Viele Einstellungsmöglichkeiten für die Aufnahmen  (Bild: Übergizmo)Touchscreen reagiert nicht immer perfekt
 (Bild: Übergizmo)Superweitwinkel-Linse sowie drei engere Aufnahmewinkel
 (Bild: Übergizmo)Viel Action Cam fürs wenig Geld
 (Bild: Übergizmo)Viel sinnvolles Zubehör verfügbar

Einige Impressionen mit der Activeon CX Gold

Die Activeon CX Gold von außen

Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass die Activeon CX Gold stark vom Design der GoPro inspiriert ist. Das Gehäuse ist mit 6cm x 4.1cm x 2.8 cm sehr handlich und fasst auf der Rückseite ein zwei Zoll großes Touch-Display ein. Im Gegensatz zur GoPro fehlt die Digitalanzeige auf der Vorderseite, dafür macht die CX Gold rein optisch insgesamt eine bessere Figur. Für den vergleichsweise günstigen Preis von rund 140 Euro verzeiht man da auch das Plastik im namensgebenden Gold-Finish, das aber keinesfalls billig wirkt.

(Bild: Übergizmo)

Das Gehäuse der Activeon CX Gold (Bild: Übergizmo)

An Anschlüssen bringt die CX Gold neben dem obligatorischen Mini-USB auch einen HDMI-Ausgang mit, mit dem ihr die Aufnahmen auf einem Fernseher betrachten könnt. Als Speichermedium kommen microSD-Karten zum Einsatz, die ohne Öffnen der Action Cam direkt an der Seite eingeschoben werden. Befindet sich die CX Gold im mitgelieferten, bis zu 60 Meter wasserdichten Gehäuse, bedient ihr sie über zwei Knöpfe auf der Oberseite. Einer springt in den Menüs weiter, der andere bestätigt, startet eine Videoaufnahme oder knipst ein Foto.

Aufnahmequalität und Specs

Und die Aufnahmen der CX Gold können sich wirklich sehen lassen. Dafür sorgt das Superweitwinkelobjektiv mit einer Blende von f/2.4 und 16 Megapixel Auflösung für Fotos sowie Full HD für Videos. Je nach Bedarf könnt ihr die Qualität natürlich auch herunterschrauben, falls der Speicherplatz knapp werden sollte. Mit einer 32 Gigabyte großen microSD-Karte passen rund drei Stunden Video in höchster Qualität drauf.

(Bild: Übergizmo)

Die drei Ports der Activeon CX Gold: Mini-USB, microSD und HDMI-Out (Bild: Übergizmo)

Das entspricht dann Full HD mit 50 beziehungsweise 60 Bildern pro Sekunde (je nachdem ob PAL oder NTSC) bei feinster Körnung. Da dem Akku aber eh nach der Hälfte der Zeit die Puste ausgeht, könnt ihr ruhig immer in höchster Qualität filmen. Zusatzakkus gibt es für rund 21 Euro aber recht preiswert.

Aufnahme mit und ohne Fish-Eye-Effekt

Wer bei seinen Aufnahmen nicht auf den typischen Fish-Eye-Effekt steht, kann das Bild in vier Stufen von Superweitwinkel auf 140, 110 und 70 Grad Betrachtungswinkel einschränken. Praktisch bedeutet das, dass die Action Cam weniger vom sichtbaren Bild einfängt, dieses aber weniger gekrümmt wird. Die Pixel müssen halt in jedem Fall auf Full HD-Auflösung passen. In der Praxis hat es sich bewährt, bei schnellen Bewegungen wie beim Mountainbiken oder Parkour in Superweitwinkel zu filmen. Bei ruhigeren Aufnahmen oder für automatische Timelapses bieten sich die engeren Abstufungen an. Wobei man natürlich auch da gestalterisch mit dem Superweitwinkel experimentieren kann.

Neben Superweitwinkel hat die Activeon CX Gold noch drei weitere Aufnahmewinkel (Bild: Activeon)

Neben Superweitwinkel hat die Activeon CX Gold noch drei weitere Aufnahmewinkel (Bild: Activeon)

Was die Qualität angeht, macht die CX Gold bei guter Beleuchtung der Szenerie natürlich eine bessere Figur, als im Dunkeln. Im Grunde wie jede Kamera. Bei Tageslicht oder in ausgeleuchteten Szenerien entstehen kontrastreiche Bilder, denen es lediglich minimalst an Schärfe fehlt. Das fällt aber nur bei Aufnahmen mit wenig Bewegung auf. Auch die Farben könnten vor allem bei wenig Licht etwas mehr Sättigung vertragen, für den Preis lässt sich das aber locker verschmerzen und ist an dieser Stelle Kritik auf hohem Niveau.

Die Bildeinstellungen der Activeon CX Gold

Um das beste aus euren Bildern herauszuholen, könnt ihr diverse Einstellungen vornehmen, um die Aufnahme zu verbessern. Neben digitalem Bildstabilisator (DIS) und automatischem Weißabgleich könnt ihr die Art des Fokus anpassen (Center, Average, Spot), Wide Dynamic Range (WDR) für ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild aktivieren oder die ISO anpassen. Diverse Filter wie Sepia oder Schwarzweiß können für artistische Aufnahmen aktiviert werden, auch wenn eine alte Filmregel besagt, dass man sowas lieber in der Nachbearbeitung im Schnittprogramm erledigt.

(Bild: Übergizmo)

Die Presets der Activeon CX Gold (Bild: Übergizmo)

Wer sich aber mit den Details und Einstellungen nicht auseinandersetzen und einfach nur drauf los filmen oder fotografieren möchte, erhält ebenfalls gute Aufnahmen. Die Automatikeinstellungen für die oben erwähnten Parameter machen einen guten Job und sorgen für gut beleuchtete Bilder und einen ordentlichen Fokus. No-Brainer-Einstellungen sind: Auflösung auf 1080p, Bildrate auf 50/60 Bilder pro Sekunde, ISO auf „Auto“ und DIS und WDR einschalten. Je nachdem, wo ihr dann filmt, könnt ihr über einen Swipe nach links auf dem Touchscreen ein Preset auswählen. Das ändert dann minimal und automatisch einige Einstellungen für Innen-, Außen-, Nacht-, Tauchaufnahmen und noch einige mehr. Puristen oder Profis von Schnittsoftware bleiben beim manuellen und somit neutralen Modus. Die Tonaufnahme der Videos ist übrigens in Ordnung, solange ihr nicht mit dem Case filmt oder viele Umgebungsgeräusche zu hören sind. Im Case hört ihr leider nur dumpfen Ton und Störgeräusche durch Vibrationen von außen.

Touchscreen-Bedienung und Live-View per App

Der Touchscreen selbst zeigt das Livebild und die gut strukturierten Menüs übrigens sehr klar und hell an. Ihr müsst jedoch recht genau auf die entsprechenden Pfeile und Menüpunkte drücken. Und ab und an passiert es, dass ihr statt zu scrollen in ein Menü springt. Im Grunde aber nur für Grobmotoriker oder Menschen mit Hellboy-Händen ein echtes Problem. Die wichtigsten Funktionen wählt ihr aus dem Hauptbildschirm aus und habt eben Zugriff auf die Presets, das Einstellungen-Menü sowie Lautsprecher, Mikrofon und WLAN.

(Bild: Übergizmo)

Die Bedienung erfolgt mit Case über die Buttons an der Oberseite (Bild: Übergizmo)

Die Activeon CX Gold erstellt bei dessen Aktivierung dann einen Hotspot, mit dem ihr euch verbindet und über die Activeon CX & CX Gold App (Android / iOS) Zugriff auf die Action Cam habt. Ihr könnt sämtliche Einstellungen in der App vornehmen und euch ein Livebild mit leichter Verzögerung ansehen. Zum perfekten Positionieren der CX Gold oder einem kurzen Bild-Check ist das natürlich ein cooles Feature. Und die Reichweite ist ebenfalls anständig, so dass ihr nicht direkt an der Action Cam stehen bleiben müsst.

Die aufgezeichneten Videos und Fotos ladet ihr dann in die App und könnt sie euch dort ansehen. Gleichzeitig legt die App die Aufnahmen in den Speicher eures Smartphones zur Weiterverarbeitung ab. Eye-Candy ist die Anwendung übrigens nicht gerade, weder auf Android noch auf iOS. Sie funktioniert einwandfrei und sollte als funktionell angesehen werden, Schönheitspreise gibts aber keine. Vielleicht ändert sich das in einem zukünftigen Update.

Vielseitiges Zubehör für die Actveon CX Gold

(Bild: Übergizmo)

Zubehör, wie den Brustgurt, gibt es für die Activeon CX Gold en masse (Bild: Übergizmo)

Neben dem wasserdichten Gehäuse sind im Lieferumfang der CX Gold Klebehalter enthalten, die ihr auf möglichst glatten und ebenen Oberflächen befestigen könnt. Wem das nicht genug ist, der kann sich für seinen Einsatzzweck entsprechend mit Zubehör eindecken. Das reicht vom Brustgurt für Abfahrten im Schnee oder auf dem Bike über eine Saugnapfhalterung, einen Griff für komfortables Filmen bis hin zum obligatorischen Selfie-Stick, Überrollbügel-Halterungen oder Kopfband. Die Action Cam wird abhängig vom Zubehörteil entweder im Case per Schraube montiert oder über das Stativgewinde auf der Unterseite der CX Gold. Somit könnt ihr sie auch mit dem Zubehör anderer Hersteller nutzen oder eben andere Kameras mit dem Zubehör von Activeon.

Fazit

(Bild: Übergizmo)
Wer derzeit nach einer preisgünstigen Alternative zur GoPro sucht, ist mit der Activeon CX Gold bestens aufgehoben. Der Formfaktor ist ähnlich kompakt und die Bildqualität liegt nicht weit hinter einer GoPro 4 zurück, abzüglich etwas Schärfe und Farbbrillanz. Die Bedienung per Touchscreen funktioniert ordentlich und bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten auch für ambitionierte Videofilmer. Damit ihr auch alle Funktionen zur Verfügung habt, solltet ihr vor der Inbetriebnahme ein Firmware-Update durchführen. Leider müsst ihr nach jedem Firmware-Update eure Einstellungen erneut vornehmen, da dieses alles platt macht.

Ansonsten zeigt Activeon mit seiner CX Gold, dass eine gute Action Cam nicht mehr als 400 Euro kosten muss. Auf 4K, wie bei der GoPro 5 müsst ihr dabei freilich verzichten, dafür bekommt ihr für den gleichen Preis drei Activeon CX Gold. Das Zubehör ist gut verbaut, funktioniert einwandfrei und erlaubt euch eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten bei euren Aufnahmen. Für Menschen mit Anspruch an gute Qualität zu einem vernünftigen Preis ist diese Action Cam ein absoluter Kauftipp.

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