Das war die Ursache für die Telekom-Störung

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Die massive Störung des Telekom-Netzes ist auf Hacker zurückzuführen. 900.000 Anschlüsse mit Internet, Fernsehen und Telefon waren nicht nutzbar. Die Schäden sind noch nicht absehbar. Sogar das Netzwerk der Bundesregierung kam unter Beschuss.

Hacker haben nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Angriff auf mehr als 900.000 Anschlüssen der Deutschen Telekom geführt. Weltweit sollten Router mit Schadsoftware verseucht werden.

„Das BSI ordnet diesen Ausfall einem weltweiten Angriff auf ausgewählte Fernwartungsports von DSL-Routern zu“, teilt die Behörde mit. „Diese Angriffe wurden auch in dem vom BSI geschützten Regierungsnetz registriert, in dem sie aber auf Grund funktionierender Schutzmaßnahmen folgenlos blieben. Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum koordiniert derzeit unter Federführung des BSI die Reaktion der Bundesbehörden.“

Der Sicherheitsforscher Johannes Ulrich vom Sans Technology Institute will zudem eine Verbindung zum Mirai-Botnet erkannt haben. Ihm zufolge sind Router betroffen, bei denen der Port 7547 geöffnet ist. Ziel des Angriffes sei eine weit verbreitete Schwachstelle im Konfigurationsprotokoll TR-069, die nicht nur in Speedport-Routern, sondern auch in Produkten von Zyxel stecken soll.

Laut Deutscher Telekom werden die gestern angekündigten Patches für betroffene Router der Speedport-Modellreihe bereits ausgeliefert. „Durch ein Software-Update, welches aktuell auf die betroffenen Kundenrouter gespielt wird, ist der Fehler neutralisierbar“, heißt es in einer Meldung auf der Telekom-Website. „Der Rollout der Software ist bereits erfolgreich gestartet und wir sehen den Erfolg dieser Maßnahme.“

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Wie schon gestern empfiehlt die Telekom, betroffene Router für mindestens 30 Sekunden vom Strom zu trennen. Der dadurch ausgelöste Neustart soll „die automatische Aktivierung des Updates“ auslösen. Die Patches für die Router Speedport W 921V, W 723V Typ B und W 921 Fiber können auch manuell heruntergeladen und installiert werden.

Alle „relevanten Fakten“ zur Störung sowie eine Anleitung für die Installation der Updates bietet die Telekom auch auf ihrer Facebook-Seite in einem Video an. Demnach sind die Routermodelle W 921V und W 723V Typ B „schwerpunktmäßig“ betroffen.

Kunden, die auch einen Mobilfunkvertrag der Telekom haben, können sich derzeit noch unter „pass.telekom.de“ einen sogenannten Day-Flat unlimited-Pass freischalten lassen, um ohne Mehrkosten im mobilen Internet surfen zu können. „Wenn Ihr kein Mobilfunk-Kunde bei der Telekom seid, bitten wir Euch, in den nächsten Telekom Shop zu gehen. Dort wird Euch geholfen.“

Das BSI nimmt den Vorfall zum Anlass, um erneut auf den Anfang des Monats veröffentlichten „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland“ hinzuweisen. Er sei ein Beispiel für einen Angriff auf kritische Infrastrukturen. „In der Cyber-Sicherheitsstrategie wurden bereits geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Angriffen auf unsere digitale Infrastruktur beschlossen. Diese müssen nun wirken“, erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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