Kwitt: Damit wollen die Sparkassen gegen PayPal bestehen

Kwitt (Screenshot: silicon.de bei Sparkasse Hannover)

Die Sparkassen haben die Bezahlfunktion Kwitt in die Mobile-Banking-Apps „Sparkasse“ und „Sparkasse+“ eingebaut. Kwitt will wie PayPal sein, ist jedoch etwas komplizierter.

Mit Android und iOS können Sparkassenkunden jetzt mit zwei Apps die Bezahlfunktion Kwitt verwenden, mit der Kleinbeträge von einem Smartphone auf ein anderes übertragen werden können. Außerdem sind Überweisungen möglich. Damit nicht getippt werden muss, fotografiert man einfach die Rechnung ab.

Entwickelt und angeboten werden die Apps „Sparkasse“ und „Sparkasse+“ von der Finanz Informatik, dem IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, und ihrer Tochter Star Finanz. Während die App „Sparkasse“ kostenlos ist und sich an Kunden der deutschen Sparkassen richtet, kostet die App Sparkasse+ 99 Cent. Dafür unterstützt sie allerdings auch Konten anderer Banken.

Die beiden Apps bringen es gemeinsam auf weit über vier Millionen Nutzer. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet beabsichtigen auch die Volks- und Raiffeisenbanken, eine derartige Funktion in ihre von derzeit rund 3,6 Millionen Menschen genutzten App einzubauen. Daher sind die Erwartungen groß, dass die Einführung von Version 3.0 und deren neuen Möglichkeiten einen Schub für das in Deutschland bislang eher ein Nischendasein führende Thema mobiles Bezahlen bringt.

Bereits seit dem Frühjahr bietet die Deutsche Bank mit ihrer Mobile-Banking-App die Möglichkeit, Zahlungen von Smartphone zu Smartphone zu tätigen. Die Anwendung ist allerdings nur für iOS verfügbar und geriet zuletzt wegen der Missbrauchsmöglichkeiten der Photo-Tan-Funktion in die Schlagzeilen.

Für Mobile-Payment-Enthusiasten ist bei der Sparkassen-App speziell die Funktion Kwitt interessant. Sie ist eine Alternative zu dem vor über zwei Jahren eingeführten Paypal Me. Kwitt ermöglicht es Nutzern der Banking-Apps der Sparkassen-Finanzgruppe Geldbeträge vom Sparkassen-Girokonto an die Mobilfunknummer eines Dritten zu senden.

Auf eine TAN wird bei Beträgen bis 30 Euro verzichtet. Auf diese Weise können maximal bis zu 100 Euro pro Tag transferiert werden. Voraussetzung ist zudem, dass die eigene Sparkasse die Funktion freigeschaltet hat. Außerdem wir eine einmalige Online-Registrierung für den Dienst verlangt. Dann gelten auch für Zahlungen mit TAN bei Kwitt das Tageslimit und die vom Girokonto bekannten Vorgaben.

Empfänger erhalten bei einer Zahlung grundsätzlich eine Benachrichtigung. Falls sie nicht bei Kwitt angemeldet sind, werden sie per Link auf eine Webseite verwiesen, auf der sie ihre IBAN angeben müssen, damit die Transaktion abgeschlossen werden kann.

Ob die Nutzung von Kwitt etwas kostet, hängt von der jeweiligen Sparkasse ab. Beim Wettbewerber Paypal Me ist der Versand von Geld an Freunde und Familienangehörige kostenlos, sofern als Zahlungsquelle das PayPal-Guthaben oder das Bankkonto verwendet wird. Falls die Kreditkarte dazu dienen soll, wird eine Gebühr von 1,9 Prozent des Transaktionsvolumens sowie ein Fixpreis von 0,35 Cent verlangt.

Die Möglichkeit, Überweisungen aus Rechnungen oder Überweisungsformularen zu generieren, wurde von der Deutschen Bank schon auf der CeBIT 2012 gezeigt. Damals basierte die »Fotoüberweisung« genannte Möglichkeit auf einem in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister GFT entwickelten Verfahren. Allerdings war es noch auf Erfassung und Übertragung von Überweisungsträgern beschränkt, Rechnungen auf die für die Überweisung erforderlichen Daten hin auswerten konnte es noch nicht.

Die Gegenoffensive der deutschen Banken gegen Paypal hatte bereits im vergangenen Jahr begonnen. Damals stellten sie mit Paydirekt einen in Deutschland betriebenen Online-Bezahldienst vor, bei dem vom Käufer keine Kontodaten hinterlegt werden müssen. Zu Beginn hatten Kunden von Commerzbank, Comdirect Bank, Deutscher Bank, HypoVereinsbank, Norisbank, einigen Töchtern der Sparda-Bank sowie mehreren Volks-und Raiffeisenbanken darauf Zugriff. Inzwischen wir es auch Sparkassen-Kunden angeboten.

Tags :Quellen:Mit Material von Peter Marwan, silicon.de

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