Sennheiser PXC 550 im Test – Liebe auf den zweiten Blick

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Der Sennheiser PXC 550 Kopfhörer ist mit einer UVP von 399 Euro kein Schnäppchen. Dafür bietet er einen ausgeglichenen Klang, Bluetooth, optimale Passform und ein sehr gutes Noice-Cancelling. Warum ich mich dennoch erst nach einigen Tagen so richtig in den Sennheiser PXC 550 verliebte, erfahrt ihr im Test.

Sennheiser PXC 550

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Sennheiser PXC 550

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Perfekte Passform  (Bild: Übergizmo)Relativ teuer
 (Bild: Übergizmo)Gutes Noice-Cancelling (Bild: Übergizmo)Uninspiriertes Design
 (Bild: Übergizmo)Tolle Verarbeitung  
 (Bild: Übergizmo)Genialer Ein- und Ausschaltemechanismus  

Kopfhörer mit Noice-Cancelling sind ein Segen. Das weiß jeder, der die Ruhestifter im Flugzeug / Großraumbüro / überfüllter U-Bahn oder anderen lauten Orten schon einmal auf den Löffeln trug. Ich nutze nun seit zwei Wochen die PXC 550 von Sennheiser. Zeit für ein Testfazit.

Premium-Verarbeitung

Über die Verarbeitung braucht man bei den Sennheiser PXC 550 nicht diskutieren, sie bewegt sich auf durchgehend hohem Niveau. Der Bügel liegt dank lederartigem Polster super-weich auf dem Kopf. Die Metallmechanik zum stufenlosen herausziehen der Hörmuscheln fühlt sich sehr wertig an. An den Hörmuscheln sitzen extrem weiche Polsterungen, die beim Tragen kaum wahrgenommen werden.

Die Sennheiser PXC 550 kommen mit üppigem Zubehör. So lassen sich die Bluetooth-Kopfhörer auch kabelgebunden betrieben.

Die Sennheiser PXC 550 kommen mit üppigem Zubehör. So lassen sich die Bluetooth-Kopfhörer auch kabelgebunden betrieben.

Jeder empfindet das Tragen von Kopfhörern anders. Ich zum Beispiel kann keine In-Ears und keine On-Ears tragen, da sie schnell zu Schmerzen führen. Auch bei Over-Ears bin ich eher empfindlich. Nicht so bei den Sennheiser PXC 550, sie drücken auch nach einigen Stunden des Tragens nicht. Die Sennheiser PXC 550 gehören zu den bequemsten Kopfhörern, die ich je auf dem Ohren hatte.

Die ganze Kopfhörerkonstruktion lässt sich zusammenklappen, um platzsparend in der mitgelieferten Tasche verstaut zu werden. Die Transporttasche fällt in der Wahl der Materialien gegenüber dem Kopfhörer deutlich ab. Auch ist sie nicht besonders schön, eher langweilig. Sennheiser hätte sich gerne von der Tasche die den Bowers & Wilkins P7 (zum Test) beiliegt inspirieren lassen können.

Die Transporttasche ist eher langweilig.

Die Transporttasche ist eher langweilig.

Uninspiriertes Design

Damit kommen wir schon zu einem meiner größten Kritikpunkte am Sennheiser PXC 550. Genauso wie an den unnötig komplizierten Namen, wird man sich auch an das Design nur mit Mühe erinnern. Einige würden jetzt sagen, das Design der Sennheiser PXC 550 sei klassisch. Ich nenne es langweilig.

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Versteht mich nicht falsch, sie sehen keinesfalls schlecht aus. Trotzdem fehlt das gewisse Extra. Kaum einer wird die Kopfhörer sehen und denken: „Boa wie geil, die muss ich unbedingt haben.“ Die PXC 550 stehen eher für optisches Understatement.

Ausgeglichener Klang

Die Sennheiser PXC 550 bieten ein ausgeglichenes Klangbild, in dem die mittleren Töne in keinem Loch verschwinden, aber auch der Bass nicht besonders betont wird. Das werden viele mögen. Andere könnten ihm das Gleiche vorwerfen, was ich bereits einen Absatz vorher über die Optik behauptete: Die Sennheiser PXC 550 klingen langweilig.

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Aber auch das ist Geschmackssache. Ich persönlich schätze ausgeglichenen Klang – meinem Hörverhalten kommen die Sennheiser PXC 550 sehr entgegen. Dennoch empfehle ich jedem, der sich für die Sennheiser PXC 550 interessiert, im Elektronikfachmarkt des Vertrauens Modelle verschiedener Hersteller Probe zu hören.

Anpassbare Klangeffekte

Über ein kleines Knöpfchen an der rechten Hörmuschel kann zwischen verschiedenen akustischen Effekten gewechselt werden. Von Beginn an stehen Club, Film, Kein Effekt und Sprache zur Verfügung.

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Beim Musikhören sollte unbedingt darauf geachtet werden, nicht aus Versehen den Sprache-Modus aktiviert zu haben. Hier werden alle Bässe gestrichen und der Klang fällt auf ein unerträgliches Niveau. Über die App kann der zusätzliche Effektmodus Regisseur aktiviert und individualisiert werden.

Touch-Bedienung mit Startschwierigkeiten

Auf der rechten Hörmuschel befindet sich ein Touch-Feld. Über Gestensteuerung kann dort die Lautstärke geregelt oder zum nächsten Song gesprungen werden. Wird das Touch-Feld einmal angetippt, startet (beziehungsweise pausiert) ein Song. Bei aktivierten Noice-Cancelling bewirkt ein Doppeltipp, dass die Außengeräusche nicht unterdrückt, sondern verstärkt werden. Ein sehr praktisches Feature!

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Zu Beginn hatte ich Probleme das Touch-Feld des Sennheiser PXC 550 „blind“ exakt zu treffen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit funktionierte das allerdings sehr gut. Mittlerweile vermisse ich die klassischen physikalischen Buttons zwar nicht mehr, allerdings hält sich der Mehrwert des Touch-Feldes auch in Grenzen.

An was ich mich allerdings sofort verliebte, war der geniale Ein- und Ausschaltmechanismus der PXC 550. Dieser funktioniert nicht über klassische Buttons. Die PXC 550 Kopfhörer schalten sich ein, wenn die rechte Hörmuschel um 90 Grad in die Hörposition gedreht wird. Entsprechend schalten sich die Kopfhörer beim Drehen in die Gegenrichtung aus. Großartig!

Sind die Ohrmuscheln auf "flach" gedreht, schaltet sich der PXC 550 aus.

Sind die Ohrmuscheln auf „flach“ gedreht, schaltet sich der PXC 550 aus.

Gutes Noice-Cancelling

Sennheiser nennt seine Noice-Cancelling-Technik „NoiceGuard“, der man in den PXC 550 zusätzlich einen adaptiven Modus spendiert hat. Dieser soll in lauten Umgebungen das Noice-Cancelling auf das Maximum schieben und entsprechend in leisen Umgebungen herunterregeln. Wirklich was gemerkt habe ich davon allerdings nicht.

Insgesamt unterdrücken die Sennheiser PXC 550 tieffrequente Außengeräusche gut. Gerade die nervigen Turbinengeräusche im Flugzeug oder das Rattern in Zug und U-Bahn werden zuverlässig ausgeschlossen. Auch hochfrequente Geräusche werden gemindert, allerdings nicht annähernd so effizient. Dieses Prinzip findet sich herstellerübergreifend bei allen Noice-Cancelling-Kopfhörern und soll der Sicherheit dienen.

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Trotzdem muss ich im direkten Vergleich mit dem sogar etwas günstigeren Hauptkonkurrenten Bose QC35 (zum Test) feststellen, dass die PXC 550 bei mir kein derartiges „Abschottungsgefühl“ auslösen. Die Unterschiede sind nicht groß, aber vorhanden. Aktiviere ich bei den Bose QC35 das Noice-Cancelling, habe ich fast so etwas wie Unterdruck auf den Ohren. Das passiert mir bei den Sennheiser PXC 550 nicht.

PXC 550 Test-Fazit

Ich mag die PXC 550 und kann sie jedem empfehlen, der sich auf der Suche nach Noice-Cancelling-Kopfhörern befindet. Klar sind sie mit einer UVP von knapp 400 Euro nicht gerade günstig und sogar 50 Euro teurer, als die beliebten Bose QC35 (zum Test). Allerdings scheint sich heraus zu kristallisieren, dass man für vernünftige Bluetooth-Kopfhörer mit gutem Noice-Cancelling eben über 300 Euro auf den Tisch legen muss.

(Bild: Übergizmo)

Für die Sennheiser PXC 550 spricht der ausgeglichene Klang, die perfekte Passform und hochwertige Verarbeitung. Der Funke sprang bei mir allerdings nicht sofort über. Ich musste mich zunächst an das etwas austauschbar wirkende Design und die Touch-Steuerung gewöhnen. Nach nun zwei Wochen habe ich mich endgültig verliebt. Die Sennheiser PXC 550 ist meine Liebe auf dem zweiten Blick.

 

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