Facebook beginnt mit Programm gegen Fake News

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Die Meldung um den Mann, der aufgrund einer Fake News schwer bewaffnet in die Pizzeria Comet Ping Pong in Washington DC stürmte, geht gerade um die Welt. Pünktlich zu dem Vorfall beginnt beim sozialen Netzwerk Facebook das angekündigte Programm zur besseren Identifizierung von sogenannten Fake News.

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Facebook
Am 04. Februar 2004 gründete Mark Zuckerberg, zusammen mit Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin das soziale Netzwerk, das anfangs auf diverse Universitäten in den USA beschränkt war. Was in Harvard klein begann erreichte nach nur einem Jahr bereits eine Million Mitglieder aus 800 Universitäten. Bild: Shutterstock

Hillary Clinton soll einer unwahren Meldung zufolge einen Kinderhandel-Ring aus dem Hinterzimmer einer Washingtoner Pizzeria heraus mitbetreiben. Diese Nachricht war erwiesenermaßen eine gezielte Falschmeldung, die darauf ausgerichtet war, Frau Clinton im Wahlkampf gegen Donald Trum zu diskreditieren. Von beiden Seiten wurde in den vergangenen Monaten scharf geschossen und nicht wenige so gearteter „Nachrichten“ wurden vorrangig über soziale Netzwerke verbreitet. Das größte und einflussreichste dieser Art ist Facebook. Ende November wurde Mark Zuckerberg, CEO des Konzerns, endlich deutlich: Man arbeite bereits an Lösungen und werde in Kürze damit beginnen, Programme zur Identifizierung von Fake News zu starten. In Zukunft solle Facebook schnell erkennen können, was Falschmeldungen seien und diese dann aus dem Netzwerk entfernen, ohne dass darauf per Meldung aufmerksam gemacht werden müsste.

Facebook beginnt mit Bekämpfung von Fake News

Dieses Programm scheint nun zu starten, denn im Netz sind verschiedene Screenshots aufgetaucht, die ein neues Fragetool von Facebook unter News-Artikeln anzeigen. Man kann dort auswählen, in welchem Umfang die beworbene Nachricht der Überschrift entspricht. Hiermit sollen wohl vor allem Click Bait-Artikel oder Nachrichten, die zu Werbeseiten oder kostenpflichtigen Angeboten führen, erkannt werden. Man setzt bei Facebook also auf die Mithilfe der Kundschaft, was bei 1.79 Milliarden nutzenden Menschen auch Sinn macht. Ab wann allerdings das System alle Leute auf Facebook und auch nach gezielten Falschmeldungen fragt, ist noch unklar. Auch die Konsequenzen sind noch nicht abschließend geklärt: Wird Facebook die Fake News kommentarlos löschen oder wird es Hinweise darauf geben, wie viele Menschen die Nachricht als Falschmeldung klassifiziert haben? So oder so birgt diese Art der Befragung ein recht hohes Risiko für eine Ausnutzung der Möglichkeit gegenüber korrekten aber unbeliebten Meldungen.

Minimaler Aufwand für maximalen Nutzen

Das Gute ist: Facebook reagiert und versucht scheinbar wirklich, etwas an der Nachrichten-Politik zu ändern. Nach den neuesten Entwicklungen im Fall des Comet Ping Pong steht Zuckerberg einmal mehr unter Zugzwang. Was bleibt, ist die nicht neue Erkenntnis, dass Geschriebenes nun einmal bleibt. Er werden immer noch Menschen denken, dass sich in der Pizzeria ein Kinderhandel-Ring befindet. Da helfen selbst Dementi der Behörden nichts. Dass solche Falschmeldungen so viele Menschen mit minimalem Aufwand erreichen, ist das Problem an der Sache. Falschmeldungen und Verschwörungstheorien gibt es wahrscheinlich schon so lange Menschen sprechen können. Lediglich der Kreis derer, die daran glauben, hat sich nun drastisch vergrößert.

Die „private Nachforschung“ des bewaffneten Mannes endete übrigens glimpflich. Niemand wurde verletzt und die Situation konnte schnell geklärt werden. Glück gehabt.

Das Comet Ping Pong: Eine Fake News über Hillary Clinton veranlasste einen Mann, schwer bewaffnet die Pizzeria aufzusuchen

Das Comet Ping Pong: Eine Fake News über Hillary Clinton veranlasste einen Mann, schwer bewaffnet die Pizzeria aufzusuchen

Tags :Quellen:The VergeThe GuardianBildquelle :Elizabeth Murphy

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