Huawei Nova: Akkuwunder im Praxistest

(Bild: Übergizmo)

Mit dem Huawei Nova liegt uns ein 5-Zoll-Smartphone für unter 400 Euro vor. Schön anzusehen ist das Gerät allemal, doch gefällt es auch nach mehreren Wochen Praxistest?

Huawei Nova

Bild 1 von 26

...der Steckdosenadapter (5V, 2A).

 PRO

 CON

(Bild: Übergizmo)Gelungenes Design (Bild: Übergizmo)Anfällig für Staub und Fingerabdrücke
Lange Akku-Laufzeit(Bild: Übergizmo) (Bild: Übergizmo)Akku nicht wechselbar
Fingerabdruckscanner(Bild: Übergizmo)  

Mit „Defy Expectations„, also „den Erwartungen trotzend“ wirbt Huawei für sein Smartphone Nova. Hochhaushohe Erwartungen hat man an ein Mittelklasse-Gerät nun ohnehin nicht. Ob wir uns dennoch am Huawei Nova erfreuen konnten?

Gradmesser Kamera

12 Megapixel (im 4:3-Format) bei einem Blendenwert von f/2.2 klingen soweit schon einmal ganz angemessen für das Nova. In unserem Test zeigt sich: die Kamera hat tatsächlich Potential. Ob sie es entfalten kann, hängt letztlich vor allem an den Lichtverhältnissen.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Bei Sonnenschein kann man mit dem Huawei Nova wirklich schöne Aufnahmen machen.  Wer dabei im 16:9-Format fotografieren möchte, muss die Auflösung aber auf 9 Megapixel reduzieren – letztlich nicht weiter schlimm.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Das Setzen des Fokus funktioniert relativ schnell, erzeugt in den unscharfen Bereichen feine Bookehs und in den ausgewählten Bereichen hervorragende Schärfe. Unter diesen Bedingungen braucht auch der Autofokus nicht länger als ein paar Zehntel Sekunden, was an dem Zusammenspiel eines PDAF und CAF liegt. Die PDAF Phasenfokussierung soll schnell scharf stellen, während der CAF Kontrastfokussierer die Klarheit zweier verschiedener Bilder vergleicht, um mehr Details darstellen zu lassen.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Indoor-Aufnahmen sind dagegen leider von den üblichen Schwächen gekennzeichnet: dem Rauschen schlecht belichteter Bildflächen, Problemen mit der Schärfe und außerdem der Farbwiedergabe in dunklen Situationen. Na gut, wer ein Licht anknipsen kann, wird dennoch sehr brauchbare Bilder aufnehmen können und zur Not hat die rückseitige Kamera ja auch noch einen Blitz.

(Bild: Übergizmo)

Bildqualitat bei mittelmäßiger Belichtung, also abends in einem Raum mit Deckenbeleuchtung. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Ist nur eine Tischlampe an, sieht das Bild natürlich ganz anders aus: verrauscht und unscharf. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Ein Blitz sorgt für Abhilfe. (Bild: Übergizmo)

Was für die Indoor-Bilder galt, lässt sich im Grunde auch über Außenaufnahmen ohne Tageslicht sagen. Hier mussten wir feststellen, dass die Herstelleraussage, das Nova „produziere herrliche Helligkeit und Kontrast unter schwachen Lichtbedingungen“ vielleicht etwas übertrieben ist. Immerhin, beleuchtete Objekte werden relativ gut wiedergegeben.

(Bild: Übergizmo)

Nachtaufnahme – das geht brillanter. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Immerhin, der Fahrradlenker kommt gut zum Vorschein. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Grillrauch vernebelt die Sicht. Dennoch: andere Smartphone-Kameras hatten in der selben Situation bessere und realistischere Ergebnisse erzielt. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Zwar sind mit dem Nova 4K-Videos möglich, doch wäre ein guter Bildstabilisator mehr wert gewesen. Und letztlich gilt auch hier: bei schwacher Beleuchtung, etwa abends in der Wohnung, sorgt das Bildrauschen für keine schönen Aufnahmen. Immerhin, Gegenlicht-Aufnahmen zeigen zum Teil mehr als nur Silhouetten, wie das folgende Bild beweist.

(Bild: Übergizmo)

Gegenlicht, aber zum Teil noch Farbdarstellung. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Das Scharfstellen erfordert häufig noch eine halbsekündige Wartezeit nach dem Auslösen. Nicht selten verschwimmt dadurch das Bild. In diesem Fall ging es aber gut. (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Selfie-Time?

Die Auflösung der Frontkamera ist mit 8 Megapixel ganz ordentlich – dafür fehlt ein Autofokus, was bei Selfies aber in der Regel entbehrlich ist. Tatsächlich lassen sich auch mit diesem Kamerasensor gute Fotos machen, die in puncto Schärfe und Farbwiedergabe gefallen. Dass der rückseitige Fingerabdruckscanner auch als Auslöser fungiert, war überdies sehr praktisch. Wird es dunkel, leidet die Bildqualität aber natürlich unter den bekannten Defiziten, etwa dem Rauschen dunkler Bildflächen.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Zumindest gibt es auch im Nova einen Displayblitz, der das Gesicht selbst in völliger Dunkelheit wieder klar darstellen kann. Für alle, die beim Selfie-Schießen merken, dass sie ihren Schminkkoffer vergessen haben, gibt es auch Funktionen wie Beauty Skin 3.0 und Beauty Make-up 2.0. Damit können die Wimpern, Lippen oder Augengröße sowie Glätte der Haut auf Fotos und Videos manipuliert werden – mit Echtzeit-Vorschau, in your face.

(Bild: Übergizmo)

Kamera-Feature „Illusion“ (Bild: Übergizmo)

Im Bearbeiten-Modus der Galerie gibt es elf verschiedene Funktionen, etwa Farbakzente (wähle eine Farbe, der Rest des Bildes bleibt Schwarz-Weiß), Drehen, Zuschneiden oder eine Auswahl vielseitiger Filter. Gefallen hat uns auch die Funktion Illusion, mit der man um einen Kreis oder ein Rechteck, welche sich in der Position verändern lassen, für Unschärfe sorgt.

(Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Noch schöner wäre es jedoch gewesen,  auch die Größe des Rechtecks oder Kreises, innerhalb derer der Inhalt scharf dargestellt blieb, ändern zu können. Außerdem schade: mit der Funktion Mosaik lässt sich das Bild nicht ein Mosaik verwandeln, vielmehr kann man vorgegebene Strukturen freizeichnen. Dafür können schon vor der Aufnahme eines Bildes verschiedene Filter gewählt und in der Intensität verändert werden. Nachbearbeitung wird hier zur Voreinstellung – mit tollen Ergebnissen.

(Bild: Übergizmo)

Prä-Filter-Auswahl.(Bild: Übergizmo)

Kein Kirin im Nova

Interessanterweise hat Huawei dem Nova keinen Kirin-Prozessor, den die Chinesen selbst fertigen, spendiert. Stattdessen wurde ein Qualcomm Snapdragon 625 mit acht A53-Kernen bei 2.0 GHz Taktung verbaut. Der LPDDR3-Arbeitsspeicher liegt bei 3 GByte – Mittelklasse eben. Im alltäglichen Gebrauch gab es bezüglich der Performance auch nichts zu meckern und so schnell wird man das Nova wohl auch nicht an seine Grenzen bekommen.

Huawei Nova (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Von den 32 GByte internem Speicher sind noch 22 GByte zur freien Verwendung. Per MicroSD-Karte lässt sich der Speicher aber um bis zu 128 GByte erhöhen – außer man nutzt den Speicherkarten für eine zweite Nano-SIM-Karte.

Abgerundete Displays sind im Trend

Richtig gut gefällt uns das Display. Zum einen liegt das am 2.5D-Glas, das seitlich etwas abgerundet ist und einen sehr hochwertigen Eindruck hinterlässt. Aber auch in Sachen Kontrast (1.500:1) und Farbwiedergabe (16 Mio. Farben) finden wir Gefallen an dem IPS-Display mit 5 Zoll Diagonale und Full-HD-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Bildpunkten. Die Helligkeit ist mit 450 nits zwar eher mittelmäßig – das Gefühl, in ein dunkles Display zu starren, kam bei uns aber nie auf.

 (Bild: Übergizmo)

(Bild: Übergizmo)

Wie fast alle neuen Smartphones findet sich auch am Nova ein Fingerabdrucksensor. Huawei hat das Detail an die Rückseite gesetzt – optimal für Zeigefinger zu erreichen. Funktioniert hat der Scanner stets zügig und zuverlässig.

Android-Update bereits angekündigt

Und natürlich findet sich auf dem Nova das Betriebssystem von Google. Android 6.0 Marshmallow ist außerdem mit Huaweis EMUI 4.1 verfeinert worden. Ein Update auf Android 7 sowie EMUI 5 ist bereits für das erste Quartal 2017 angekündigt (mehr dazu hier). Neben den üblichen Google-Apps und Standard-Anwendungen ist auch ein wenig Bloatware auf dem Nova vorinstalliert – insgesamt sind es dieser elf.

Die Maße: 141,2 mal 69,1 mal 7,1 Millimeter in der Höhe, Breite und Tiefe. Auf die Waage bringt das Nova 146 Gramm.

Zur mobilen Kommunikation dienen dem Nova die üblichen Standards: GSM, UMTS und LTE sowie GPS, Glonass, WLAN 802.11 b/g/n sowie Bluetooth 4.1 und NFC. Kabelgebunden lassen sich Daten über den USB-Typ-C-Anschluss transferieren. Audiokabel können ebenso ins Nova eingesteckt werden. Apropos: zwei Mikrofone sowie ein Lautsprecher hat Huawei ebenfalls verbauen lassen.

Lies auch: Das sagen Übergizmo-Leser zum Huawei Nova [Video]

Der Sound? Wie für die meisten Smartphones üblich – viel zu blechern und ohne Bässe. Mit den beiliegenden In-Ears hört sich das freilich anders an, nämlich ausgewogener und mit wahrnehmbaren Bässen. An den weißen Ohrhörern befindet sich übrigens auch ein Lautstärkeregler sowie ein Mikrofon zur Telefonie.

Beeindruckende Akku-Leistung

Die Akkulaufzeit ist ein großer Pluspunkt des Huawei Nova. Bei normaler Benutzung (viel in WLANs) kamen wir wiederholt über fünf bis sechs Tage! Klar, wer täglich Games zockt und hauptsächlich das Mobilfunknetz nutzt wird wohl schon nach zwei bis drei Tagen eine Steckdose aufsuchen müssen. Der 3.020-mAh-Akku (LiPo) ist dann nach einer Stunde am Netz zu 63 Prozent geladen. Voll im Saft steht das Nova nach zwei Stunden.

 (Bild: Übergizmo)

Der Fingerabdruckscanner. (Bild: Übergizmo)

Huawei bietet das Nova in drei Farben an: Grau, Silber und Gold. Zum Lieferumfang zählt auch ein USB-Kabel, ein Netzteil, ein paar In-Ears sowie das Werkzeug zum Öffnen des SIM-, bzw. Speicherkartenschachts. Mittlerweile ist das Smartphone für rund 340 bis 370 Euro erhältlich.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Letztendlich zeigen unsere über das Huawei Nova urteilenden Daumen relativ steil nach oben. Ein paar kleine Schönheitsfehler, etwa ein einmaliger Software-Crash oder zum Teil nur mittelmäßige Fotografieergebnisse bei schlechter Belichtung, störten letztlich nur wenig. Ist der Preis also gerechtfertigt? Die Vorteile gegenüber Smartphones, die es für 100 bis 150 Euro weniger gibt, halten sich eigentlich in Grenzen.

Schon entdeckt? Alles über Huawei

So bezahlt man beim Nova also vor allem dafür, bei der Update-Runde auf das neue Android-Betriebssystem im nächsten Jahr dabei zu sein, ein hübsches Gehäuse und USB-C-Anschluss zu haben sowie für eine Kamera, die bei guten Lichtverhältnissen noch ein bisschen besser ist, als bei Einsteigergeräten. Der große Vorteil: die Akkulaufzeit ist für ein 5-Zoll-Gerät mit FullHD-Display beeindruckend.

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising