Weltraumpionier John Glenn mit 95 Jahren gestorben

John Glenn

Der US-Raumfahrtpionier John Glenn ist tot. Er starb am gestrigen Donnerstag im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus im Bundesstaat Ohio.

Ohios Gouverneur John Kasich bestätigte die Todesnachricht auf der Internet-Plattform Twitter, wo er die herausragende Leistung des Astronautenlegende hervorhob. „John Glenn ist und bleibt Ohios ultimativer Held und sein heutiger Tod ein Grund für uns zu trauern“, schreibt der Politiker kurz nach dem Ableben Glenns. „Obwohl der Astronaut tief in den Weltraum eindrang“, war sein Herz immer in Ohio verwurzelt, fügt Kasich hinzu.

John Glenn während seiner Erdumrundung mit der Mercury-Kapsel "Friendship 7"

John Glenn während seiner Erdumrundung mit der Mercury-Kapsel „Friendship 7“ (Bild: NASA)

Glenn wird 1921 in Cabridge/Ohio als Sohn eines Eisenbahnschaffners geboren. Im Zweiten Weltkrieg und im Koreakrieg dient er als Kampfflieger. Seit 1952 als Astronaut tätig, geht sein Stern Anfang der 1960er Jahre auf – inmitten des Kalten Krieges, als sich die USA und die Sowjetunion auch in der Eroberung des Weltraums einen Wettstreit liefern.

Zwar unterliegen die USA gegenüber den Sowjets in dem Bestreben, den ersten Menschen ins All zu schicken; diese Ehre wird Juri Gagarin zuteil. Dennoch gelingt es Glenn im Lauf seines Lebens, gleich mehrere Weltraum-Rekorde aufzustellen. Nicht nur ist er der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umrundet; die Mission mit der Mercury-Kapsel „Friendship 7“ dauert knapp fünf Stunden. Mit 77 Jahren im Jahr 1998 ist Glenn zudem der älteste Astronaut, der jemals ins All reist. Er übersteht den Flug, mit dem die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf ältere Menschen untersucht werden, problemlos.

Der letzte der ersten Astronauten

Mit Glenns Tod habe die USA eine „Ikone und Michelle und ich einen Freund verloren“, teilt US-Präsident Barack Obama gestern in einem Statement mit. Er habe Generationen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Astronauten inspiriert, die die Menschen eines Tages in den Mars bringen würden, so Obama. Glenn sei „der letzte von den ersten Astronauten Amerikas, die uns verlassen haben. Durch ihr Beispiel wissen wir, dass die Zukunft auf der Erde uns zwingt, nach den Sternen zu greifen.“

Nach seiner Astronauten-Karriere steigt Glenn in die Politik ein. 1974 wird er zum Senator seines Heimatstaates Ohio gewählt. Das Amt hat er bis 1999 inne.

Tags :Quellen:NASA White House Twitter

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