Aus für CyanogenMod?

CyanogenMod (Bild: Cyanogen)

Cyanogen stellt alle Dienste zum Jahresende 2016 ab. Das bezieht sich auch auf die Server, die Builds der Android-Custom-Rom CyanogenMod bereitstellen. Heißt das, dass CyanogenMod am Ende ist?

Die CyanogenMod-Entwickler teilten mit, dass die Diensteaschaltung nicht bedeutet, dass CyanogenMod eingestellt wird. Die Custom Rom unter künftig unter dem Namen LineageOS angeboten. Der Codes soll auf ein neues Github-Repository umgezogen werden.

Als Grund für die Umbenennung führen die Entwickler rechtliche Gründe an. Steve Kondick, Gründer von CyanogenMod und des Unternehmens Cyanogen, hatte die Namensrechte an CyanogenMod mit in die Firma eingebracht. Um vorhersehbaren Markenstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen, wurde nun eine Umbenennung nötig.

Zudem möchte sich die Community vom Unternehmen Cyanogen distanzieren und dokumentiert das mit der Umbenennung in LineageOS. Dass man nicht länger mit Cyanogen in Verbindung gebracht werden möchte, dürfte auch daran liegen, dass CyanogenMod-Gründer Kondick und „Stimme der Entwickler“ das Unternehmen Ende November 2016 im Streit verlassen hat. Laut Kondick führten Unstimmigkeiten mit dem Cyanogen-CEO Kirt McMaster, die schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens sowie unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Neuausrichtung zu seinem Abgang.

Nexus 5 mit CyanogenMod 14.1 auf Basis von Android 7.1.1 Nougat (Bild: ZDNet.de)

Nexus 5 mit CyanogenMod 14.1 auf Basis von Android 7.1.1 Nougat (Bild: ZDNet.de)


Dass die Entwickler-Gemeinschaft rund um CyanogenMod/LineageOS nach wie vor funktioniert, zeigen die erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Updates für zahlreiche Smartphones und Tablets. Sie enthalten die kürzlich veröffentlichten Android-Security-Patches. Auch die Veröffentlichung von CM-14.1-Nightlies auf Basis von Android 7.1.1 Nougat deutet daraufhin, dass die Community lebendig ist.

Custom-Rom bietet Vorteile

Viele der von der CyanogenMod-Community entwickelten Features sind zum Teil in das Android Open Source Projekt (AOSP) eingeflossen. Auch von Smartphone-Herstellern werden einige Ideen der Entwickler aufgegriffen und finden Eingang in ihren eigenen Android-Versionen. Daher verlieren Custom Roms wie CyanogenMod und bald LineageOS in dieser Hinsicht an Attraktivität.

Allerdings gibt es im Vergleich zu Android-Versionen der Smartphone-Hersteller noch immer zwei wesentliche Vorteile. Zum einen unterstützt CyanogenMod/LineageOS auch ältere Geräte wie das Galaxy S3 oder die Nexus-Smartphones von Google mit einer aktuellen Android-Version, die seitens der Hersteller keine Unterstützung mehr erfahren. Zum anderen versorgt CyanogenMod diese Geräte mit aktuellen Sicherheitspatches. Damit sind sie von Sicherheitslücken wie Stagefright oder Quadrooter nicht mehr betroffen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler-Gemeinschaft rund um Steve Kondick mit LineageOS erfolgreich werden – Kondick brachte Crowdfunding als Finanzierungsoption ins Spiel – , da ansonsten auch andere Custom Roms womöglich bald vor dem Aus stehen, da diese größtenteils auf den Entwicklungen der CyanogenMod-Entwicklung basieren.

Weitere Informationen haben die LineageOS-Entwickler für nächsten Dienstag angekündigt.

Tags :Quellen:Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de

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