Die Zukunft des Auswanderns in Passengers

Passengers

Du hast genug von der Erde? Kein Problem, laut der Zukunftsvision von Passengers. Auswandern auf einen anderen Planeten dient als Alternative zu Amerika, Australien oder Thailand. Chris Pratt (Guardians of the Galaxy) verkörpert in dem Science-Fiction-Romantik-Thriller Passengers den Maschinenbauer Jim, der auf dem Raumschiff Avalon unterwegs ist in eine schöne neue Welt namens Homestead II.

Passengers

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Passengers
Kantinenromantik in "Passengers" © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

Da auch die Menschen in der nahen Zukunft nicht ewig leben und die 120 Jahre lange Reise womöglich nicht überleben oder den Rekord als ältester Greis brechen würden, dient ein künstlich herbeigeführter Winterschlaf zur Überbrückung der langen Reise. Allerdings sorgt eine Fehlfunktion an den Schlafkammern dafür, die laut dem Reiseveranstalter Homestead Industries gar nicht existiert, dass Jim ganze 90 Jahre zu früh aus seinem erholsamen Schlummerschlaf geweckt wird. Bis er endlich Gesellschaft von der ebenfalls frühzeitig aus dem Dornröschenschlaf geweckten Aurora (Jennifer Lawrence) bekommt, vergeht ein ganzes Jahr.

Passengers – Science Fiction mit einem Hauch Robinson Crusoe

Passengers erinnert im ersten Drittel der 116 Minuten Filmlänge an eine Art Robinson Crusoe aus dem Weltall – mit Robotern und Essen aus dem Automaten. Chris Pratt ist der Gestrandete auf einem einsamen Raumschiff, sein Freitag ist der Androiden-Barkeeper Arthur (Michael Sheen), der mit locker programmierten Sprüchen für ein wenig Heiterkeit sorgt in der deprimierend einsamen Kulisse des sterilen Luxus-Raumschiffes.

Jennifer Lawrence bringt das nötige optische Upgrade auf Avalon mit, in Form von sexy Badeanzügen und gewagten Abendkleidern, die passend zu ihrem Gold-Premium-Status in 3D sehr gut zur Geltung kommen. Ja, diese Avalon ist, wie schon damals die Titanic, so eine Art Kreuzfahrtschiff im Zweiklassensystem. Jim, Passagier der Holzklasse bekommt mit Hilfe von Auroras Gold-Status endlich ein wenig Abwechslung zu seinem Haferbrei mit Filterkaffee. Der langersehnte Capuccino mit Omelette und Speck wird aus dem Frühstücksautomaten rausgespuckt. Trotz Parallelen zur Titanic – das Essen war auf dem Luxusdampfer sicherlich appetitlicher. 

Entgegen der suggerierten Klassenunterschiede zwischen der smarten Autorin Aurora und dem praktisch veranlagten Jim kommt es zu der obligatorischen Liebesgeschichte. Passengers ist schließlich keine Arthouse-Verfilmung, sondern ein hochbudgetierter Hollywood-Blockbuster mit überbezahlten Darstellern. Hier muss die Mischung aus Action, Thrill, Drama und Romantik einfach stimmen. Die eine oder andere zu kitschig oder zu heroisch geratene Szene sei verziehen. Das Spiel der zwei Star-Protagonisten Chris Pratt und Jennifer Lawrence funktioniert zu jeder Zeit. Die Chemie zwischen den beiden Superstars stimmt. 

Womöglich Andy Garcias kürzester Auftritt aller Zeiten?

Das Cast-Liste in Passengers  ist wirklich überschaubar bis minimal, wenn man so will. Das mag wohl auch dafür verantwortlich gewesen sein, dass Drehbuchautor Jon Spaihts (Dr Strange) mehrere Jahre vergeblich mit dem Drehbuch zu Passengers in Hollywood hausieren ging. Ein Zwei-Mann-Kammerspiel mit gigantisch teurer Kulissse ist nunmal ein Risiko in der Traumfabrik (2013 bewies George Clooney und Sandra Bullock in Gravity, dass sowas funktionieren kann). Wobei fairerweise sollte man von einem Drei-Mann-Kammerspiel reden, schließlich spielt Michael Sheen als Androiden-Barkeeper Arthur eine Schlüsselfunktion. Wieso? Das wird hier nicht gespoilert!

Laurence Fishburne darf auch kurz mitspielen und Andy Garcia absolviert womöglich seinen kürzesten Auftritt aller Zeiten, als Captain Norris. Macht nichts, Pratt und Lawrence entschädigen für den Mangel an anderen Charakteren. Passengers überzeugt nicht allein durch atemberaubende Kulissen und Kostüme, sondern vor allem mit einer Wendung in der Story, die den Science-Fiction-Action-Thriller erst zu einem moralischem Drama formen.

Trotz des miserablen Tomatometers auf Rotten Tomatoes vergebe ich einen Daumen hoch für Passengers und trotze den meisten Kritikern. 

© 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

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