Amazon will fliegende Warenlager mit Lieferdrohnen bauen

(Bild: Amazon)

Amazon hat eine geniale aber auch verrückte Idee: Warenlager sollen fliegen und mit Lieferdrohnen ausgerüstet werden, um möglichst viele Kunden in kurzer Zeit erreichen zu können. Amazon hat dazu ein Patent eingereicht.

Kreisen bald über unseren Köpfen fliegende Warenlager mit riesigem Amazon-Schriftzug, aus denen wie aus einem Alien-Raumschiff kleine Untertassen – äh – Lieferdrohnen mit Paketen zum Kunden huschen? Das ist zumindest die futuristische Idee, die Amazon seinen Patentanwälten mit auf dem Weg gegeben hat.

Der Patentantrag wurde zuerst von Zoe Leavitt, einer Analystin von CB Insights, entdeckt. Mit einem Tweet machte sie auf das aufmerksam, was sie für den „Todesstern von E-Commerce“ hält.

Der US-Patentantrag 9.305.280 wurde schon am 22. Dezember 2014 eingereicht und am 5. April 2016 veröffentlicht. Er beschreibt ein luftgestütztes Fullfillment-Zentrum (Airborne Fulfillment Center, AFC), das unbemannte Luftfahrzeuge für die Zustellung von Artikeln an die Besteller einsetzt. Es könnte sich dabei um einen Zeppelin handeln, der in großer Höhe von annähernd 14 Kilometern schwebt.

Als einen Vorteil stellt die Patentbeschreibung heraus, dass die Drohnen sich bei ihrem Abstieg auch horizontal in Richtung der vorgesehenen Lieferorte bewegen können, ohne viel Energie zu benötigen. Kleinere Luftschiffe könnten außerdem als Zubringer zum Einsatz kommen, um die Bestände im schwebenden Warenlager aufzufüllen, Vorräte sowie Treibstoff zu ersetzen und Drohnen nach oben zu bringen. Als Shuttles könnten sie auch Mitarbeiter zum schwebenden Warenlager und wieder zurück zum Boden zu befördern.

Das angemeldete Schutzrecht greift offenbar einer möglichen Realisierung weit voraus. Amazon hat bislang keinerlei Pläne für fliegende Warenlager verlautbart und nicht einmal von sich aus auf die erfolgte Patentanmeldung hingewiesen. Selbst der angekündigten Auslieferung von Paketen mit tiefer fliegenden Lieferdrohnen stehen noch erhebliche regulatorische Hürden entgegen.

Mit seinem anlaufenden Drohnenprogramm meint es der Onlinehändler aber offenbar ernst. Er betreibt dafür nicht nur seit Jahren Forschung und Entwicklung mit hohem Aufwand, sondern versucht auch aktiv die Politik zu beeinflussen, um die behördliche Regulierung von Drohnenflügen in seinem Sinne voranzubringen.

In diesem Monat lieferte Amazon symbolisch eine erste Bestellung per Drohne aus. In der Nähe von Cambridge in Großbritannien erfüllte eine Prime-Air-Lieferdrohne ihren ersten Auftrag und beförderte eine Fire-TV-Box inklusive Popcorn innerhalb von 13 Minuten zum Lieferort.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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