Hacker: Russen greifen US-Kraftwerk an

(Bild: shutterstock)

Malware in einem US-Stromkraftwerk in Vermont wurde offenbar von russischen Hackern eingeschleust. Angeblich wurde jedoch nur ein einzelnes Notebook und nicht ein zentraler Rechner verseucht. Dennoch ist der Vorgang bemerkenswert.

Der von russischer Malware verseuchte Laptop soll nicht mit dem Netzwerk für die Steuerung des Stromnetzes verbunden gewesen sein, berichtet die Washington Post.

Das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz hatten Ende vergangener Woche Details zu der als Grizzly-Steppe bezeichneten Hacking-Kampagne zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl veröffentlicht und den Schadcode an ausgewählte Personenkreise weitergeleitet. Daraufhin war der Code auf dem fraglichen Laptop gefunden worden.

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„Wir haben unverzüglich alle Computer in unserem System mit der Malware-Signatur gescannt“, teilte das Kraftwerk mit. „Wir fanden die Malware auf einem einzelnen Laptop des Burlington Electric Department, das nicht in Verbindung zum Stromnetz stand. Wir haben den Laptop sofort isoliert und die Bundesbehörden über unseren Fund informiert.“ Unklar ist, wann der Schadcode auf den tragbaren Computer gelangte.

Der demokratische Senator von Vermont, Patrick Leahy, stufte den Vorfall als „direkte Bedrohung“ ein. „Hier geht es nicht mehr um Hacker, die ein wenig Spaß haben wollen – hier geht es um den Versuch, direkt auf Kraftwerke zuzugreifen, um möglicherweise mitten im Winter das Stromnetz zu manipulieren oder abzuschalten.“

Ebenfalls Ende vergangener Woche hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama Vergeltungsmaßnahmen für die Angriffe auf den DNC angekündigt. Unter anderem verwies er 35 russische Diplomaten des Landes. Das FBI und das Department of Homeland Security machten zudem in einer gemeinsamen Erklärung Russland für die Angriffe verantwortlich. Russland selbst bestreitet jedoch jegliche Beteiligung an Attacken auf US-Organisationen oder Unternehmen. Die vom russischen Außenministerium angekündigte Ausweisung von 35 US-Diplomaten nahm Präsident Wladimir Putin kurz darauf wieder zurück.

Allerdings bedarf es nicht unbedingt eines russischen Hackerangriffs, um vertrauliche Daten der US-Regierung öffentlich zu machen. Zum Jahresende bestätigte ein Dienstleister des US-Außenministeriums den Verlust von persönlichen Daten von US-Militärärzten, von denen einige sogar über eine Top-Secret-Sicherheitsfreigabe verfügen. Ursache für den Datenverlust war einer Untersuchung von MacKeeper Security Center zufolge ein unsicherer Server von Potomac Healthcare Solutions, das wiederum für den Dienstleister Booz Allen Hamilton arbeitet. Betroffen sind unter anderem Angehörige des US Special Operations Command (SOCOM). Die Daten enthalten Personallisten von Ärzten und Krankenschwestern inklusive Sozialversicherungsnummern.

Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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