Apple könnte der App Store zum Verhängnis werden

(Bild: Shutterstock)

Die Abschottung des iTunes App Stores ist Gegenstand einer juristischen Debatte, an deren Ende Apple gezwungen sein könnte, andere App Stores für iOS-Apps zuzulassen, weil ein Monopol gebildet wurde.

Hat Apple ein Monopol für iOS-Apps geschaffen, indem es nur einen einzigen App Store gibt? Genau mit dieser Frage haben sich Juristen beschäftigt. Ein Bundesberufungsgericht der USA hat entschieden, dass so etwas vor Gericht überprüft werden darf.

In der Sache selbst ist damit noch nichts entschieden, aber das seit Jahren schwebende Verfahren kann damit in die nächste Runde gehen. Schon 2011 hatte eine Gruppe von Verbrauchern dem iPhone-Hersteller vorgeworfen, mit seinem abgeschotteten App Store gegen das Kartellrecht zu verstoßen, Wettbewerb zu verhindern und für höhere Preise zu sorgen. Apple nutze ein Monopol aus, indem es den Softwareentwicklern einen Anteil von 30 Prozent von den erzielten Verkaufspreisen abnehme und gleichzeitig konkurrierende Angebote verhindere.

Apples Anwälte hatten dagegen argumentiert, eine Klage gegen das Unternehmen sei nicht berechtigt, weil es nicht selbst Anbieter der Apps sei. Es vermiete praktisch nur eine Verkaufsfläche an App-Entwickler – und diese seien die eigentlichen Verkäufer. Der iPhone-Hersteller selbst verkaufe keine Apps an Verbraucher, sondern nur eine Vertriebsdienstleistung an die Entwickler. Diesem Einwand folgte 2013 ein kalifornisches US-Bundesbezirksgericht und wies die Klage ab.

Das dreiköpfige Richtergremium des Berufungsgerichts hingegen akzeptierte das Argument nicht und sah das untergeordnete Gericht im Irrtum. „Apples Analogie ist nicht überzeugend“, ließen die Berufungsrichter jetzt wissen. „In dem uns vorliegenden Fall betreiben die Drittentwickler von iPhone-Apps keine eigenen Stores.“

„Die offensichtliche Lösung besteht darin, dass Apple die Nutzer Anwendungen kaufen lässt, wo immer sie wollen, was den Markt öffnen und zu niedrigeren Preisen verhelfen würde“, zitiert Reuters Mark Rifkin, den Anwalt der Kläger. „Die andere Alternative für Apple ist, den Betroffenen Schadenersatz zu zahlen für die höheren Preise, die sie schon länger entrichten mussten, weil Apple sein Monopol ausgenutzt hat.“

Gegenüber Bloomberg führte Rifkin weiterhin aus, dass Millionen von Verbrauchern der größte Teil von Apples 30-Prozent-Schnitt an den App-Store-Verkäufen zustehe. Die Klage habe zwar noch nicht den Status einer Sammelklage, aber er wolle sie auf die Vertretung aller erweitern, die bis heute Apps für iPhones erworben haben. Da gesetzlich eine punitive Verdreifachung des Schadenersatzes bei kartellrechtlichen Verstößen verankert sei, könnte eine Schadenersatzzahlung von mehreren hundert Millionen Dollar verhängt werden.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de
  1. was soll dabei herauskommen, wenn es apple ausdrücklich erlaubt wird, drittanbieter-apps, die eine konkurrenz für die eigenen apps sind, aus dem apple store zu schmeißen??? monopol? wie kommen die denn darauf? :D

    1. Apple erlaubt ja durchaus Apps von Drittanbietern. Es geht eher darum, dass Apples App Store von jedem Anbieter 30% des Kaufpreises nimmt. Im Google Play Store sind es meines Wissens nach nur 10%.

      Es bleibt zweischneidig. Einerseits hat dieser “walled garden” von Apple den Vorteil, dass keine unerlaubten und ungeprüften Apps auf die Smartphones gelangen. Das Problem hat Android leider mit zahlreichen Malware infizierten Apps. Andererseits schränkt das Ganze natürlich die Vielfalt ein. Der Rasen ist eben auf beiden Seiten nicht so grün, wenn man erstmal drauf steht ;)

      1. jeder store ist voll von drittanbietern. es geht darum, dass apple beliebig entscheidet, wer rein darf und wer nicht. vor kurzem kam ein drittanbieter mit seiner klage nicht durch. war es spotify? ieine bekannte app.
        30% sind eh wucher. apple “trump´elt” auf dem markt herum wie microsoft in seinen besten zeiten.

        1. Kein Mensch MUSS ein Angebot annehmen. Oder soll der Übernachtungspreis für Hotels so geregelt werden, dass es jedem möglich ist darin zu übernachten?
          Wer die Freiheit anderer einschränken möchte, dessen Freiheit wird auch von anderen eingeschränkt werden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising