DJI Osmo Mobile Test – Die beste Steadicam für Smartphones

(Bild: Übergizmo)

Mit dem Osmo Mobile von DJI sollen verwackelte Aufnahmen mit dem Smartphone der Vergangenheit angehören. Wir haben die Steadicam getestet und verraten euch, wie gut eure Aufnahmen damit aussehen können.

DJI Osmo Mobile Review

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DJI Osmo Mobile
(Bild: Übergizmo)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Gleicht Verwacklungen ausgezeichnet aus  (Bild: Übergizmo)Teurer als Steadicams ohne Motor
 (Bild: Übergizmo)Verfolgungsmodus der App ist spitze…  (Bild: Übergizmo)…wenn die App die Markierung nicht verliert
 (Bild: Übergizmo)Kompakt und gut verarbeitet
 (Bild: Übergizmo)Sehr einfach zu bedienen
 (Bild: Übergizmo) Saubere Schwenks mit Joystick möglich
 Schnelle Erfolgserlebnisse(Bild: Übergizmo)

DJI Osmo Mobile Impressionen

DJIs Drohnentechnik am Boden

Als weltweit erfolgreichster Hersteller von Kameradrohnen für den Consumer-Markt, kennt sich DJI vor allem mit einem aus: der Bildstabilisierung seiner Kameras. Dies erledigt die Gimbal genannte Einheit, die Verwackler ausgleicht und die Kameras in alle Richtungen schwenkbar macht. Die Technik hat DJI bereits 2015 mit dem Osmo auf den Boden der Tatsachen geholt und eine vergleichbar gute Kamera seiner Inspire 1 Drohne auf einen handlichen Griff mit Steadicam-Funktion installiert.

Preislich war die ganze Sache dann scheinbar etwas zu hoch angesetzt, um zu zünden. So hat man sich entschlossen, die Cam wieder abzunehmen und für rund 340 Euro als Osmo Mobile neu zu vermarkten. Der Osmo Mobile nutzt jetzt einfach die Kamera eures Smartphones, das ihr auch bei der normalen Osmo als Monitor nutzt. Ihr schiebt es dazu in die dafür vorgesehene Halterung und klemmt euer Smartphone dann mit einem Feststellrad auf der Rückseite fest. Ähnlich wie bei einer Schraubzwinge. Wobei ihr euch dank der Polsterung der „Klammer“ keine Sorgen machen müsst, dass etwas kaputt geht oder Kratzer hinterlässt.

(Bild: Übergizmo)

Die Klammer hält euer Smartphone bombenfest (Bild: Übergizmo)

Richtig ausbalanciert ist euer Smartphone, wenn es im ausgeschalteten Zustand des Osmo Mobile weder nach links und rechts kippt. Ist das der Fall, könnt ihr euer Smartphone über einen zweiten Regler in der Horizontalen verschieben, bis alles passt. Die endgültige Kalibrierung passiert dann einmalig in der DJI GO App, die sich per Bluetooth mit dem Osmo Mobile verbindet.

Osmo Mobile: Für Vlogger und Semi-Profis

Warum nicht per WLAN? Damit ihr diese Verbindung nutzen könnt, wenn ihr mit den Gimbal zum Live-Streamen per verwendet. Denn auch YouTuber beziehungsweise Vlogger zählen zur Zielgruppe des Osmo Mobile. Ausserdem schont die Bluetooth-Verbindung gegenüber einem WLAN-Hotspot ein wenig den Akku. Der befindet sich im Griff und wird  über einen Klinkenstecker geladen, der übrigens keine Audiobuchse ist. Den Akku nennt DJI „Intelligent Battery“ und verspricht eine Betriebsdauer von maximal 4,5 Stunden, die wir im Test bestätigen konnten. Bei vielen Bewegungen, die der Osmo Mobile ausgleichen muss, hält der Akku natürlich kürzer.

(Bild: Übergizmo)

Der Osmo Mobile lässt sich sehr einfach bedienen (Bild: Übergizmo)

Und genau dieses Kernfeature liefert die kompakte Steadicam mit Bravur ab. Bei der Bedienung haltet ihr den leicht gummierten Griff ganz bequem mit der Hand und startet die Videoaufnahme mit dem roten Knopf in Daumenreichweite. Manchmal zeichnete die DJI GO App dabei bei uns noch den Startton der Aufnahme mit auf. Deswegen sollte man bei jedem Video „Schnittfleisch“ am Anfang und auch am Ende lassen. Generell eine alte Filmregel.

Verwacklungen werden dann während der Aufnahme bei normalem Schritttempo nahezu komplett ausgeglichen. Vor allem bei Smartphones ohne Bildstabilisator sieht man den Unterschied zu normalen Videos sofort. Bei ruhigem, gleichmäßigen Gehen wirkt die Aufnahme fast wie auf Schienen gefilmt und macht einen deutlich professionelleren Eindruck.

Weiche Kamerafahrten und weitere Features

Wenn ihr Treppen hinauf lauft oder euch schneller bewegt, kann der Gimbal natürlich nicht alles ausgleichen, lässt die Aufnahmen aber weich geschwungen wirken, statt wie bei einem Erdbeben gefilmt. Dabei bietet der Osmo Mobile vier Varianten an, wie ihr aufnehmen könnt. Entweder ganz normal oder im Porträt-Modus, der bei Facebook und Menschen mit Vertical Video-Syndrom beliebt ist. Dazu kippt ihr den Osmo Mobile leicht in eine Richtung und er stabilisiert das Smartphone dann hochkant.

Die anderen beiden Varianten sind der Taschenlampen-Modus, bei dem ihr den Griff nach vorne gerichtet haltet, wobei ihr den Button am Zeigefinger drückt, um die Kamera nach vorne auszurichten. Oder ihr filmt nah am Boden und lasst das Smartphone unter dem Griff baumeln. Der Osmo Mobile erkennt dies automatisch und stabilisiert dann entsprechend für schöne Kamerafahrten am Boden entlang.

(Bild: DJI)

Auch in Silber erhältlich: Der DJI Osmo Mobile (Bild: DJI)

Der erwähnte Zeigefinger-Button hat noch einige Funktionen mehr: Filmt ihr ganz normal, reicht ein Druck, um das Smartphone immer nach vorne auszurichten, egal wohin sich eure Hand mit dem Griff dreht. Zweimaliges Drücken richtet euer Smartphone aus jeder Position wieder parallel zum Boden aus. Und dreimal Drücken dreht die Kamera auf dem Display der App und ihr befindet euch im Selfie-Modus.

Ausgezeichnet: Der Verfolgungsmodus

Hier sticht ein weiteres Killer-Feature hervor, dass DJI aus seiner App zur Drohnensteuerung übernommen hat. Ihr zieht auf dem Display ein Rechteck um euer Gesicht oder ein beliebiges Objekt auf und die Kamera dreht sich automatisch mit und folgt der Markierung. Das funktioniert natürlich auch im normalen Modus. So könnt ihr euch selbst aufnehmen und verfolgen lassen, wenn ihr den Osmo Mobile auf das passende Stativ oder die Halterung stellt.

Dieser Verfolgungsmodus funktioniert erstaunlich gut, solange man sich nicht aus dem Bild heraus bewegt. Dann braucht die App wieder etwas, um die markierte Stelle zu finden oder dreht sich munter hin und her und will sie partout nicht finden. Für Selfie-Aufnahmen, Reportagen oder für bessere Kamerafahrten, beispielsweise auf der Rennstrecke, ist dieses Feature ausgezeichnet.

(Bild: Übergizmo)

In der App könnt ihr viele Kameraeinstellungen und -modi auswählen (Bild: Übergizmo)

Darüber hinaus lässt die App euch noch Kameraeinstellungen vornehmen, falls ihr nicht im Auto-Modus filmen wollt und bietet eine Galerieansicht, die man sich aber auch sparen kann. Videos und Fotos macht ihr besser mit der DJI GO App und bearbeitet sie nachher auf dem PC oder dem Smartphone. Ohne die App funktioniert der Gimbal übrigens auch, ihr müsst dann natürlich auf den Verfolgungsmodus verzichten.

Schwenks mit dem Joystick

Weitere Features sind ein Button am Griff, um Fotos zu schießen und ein flacher Joystick. Mit dem gelingen horizontale und vertikale Schwenks recht gut. Der Stick muss jedoch sehr sanft behandelt werden. Man neigt öfters mal dazu, ihn zu weit rüber zu schieben und dann dreht sich das Smartphone einfach zu schnell für saubere Aufnahmen. Wenn ihr den Osmo Mobile aber eh gerade in eine Richtung dreht, könnt ihr die Drehung damit beschleunigen. So ist das Feature natürlich nicht verkehrt, wenn auch vermutlich nicht so gedacht.

Dem Osmo Mobile liegt übrigens noch eine Handschlaufe bei, die Smartphone und Steadicam vor dem Falltod oder zumindest vor Schäden schützt, solltet ihr den Griff mal loslassen. Ausserdem gibts noch eine kleine Tasche mit ein paar Fächern für Akkus und sonstiges Equipment. Die Tasche scheint wasserabweisend zu sein, leider ist sie jedoch nicht gepolstert, was für den Transport der 340 Euro teuren Steadicam nicht verkehrt gewesen wäre.

Fazit

(Bild: Übergizmo)

Der DJI Osmo Mobile ist perfekt für alle, die mobil bleiben und dennoch professionelle wirkende Aufnahmen mit dem Smartphone machen möchten. Die Kombination der Bildqualität einer guten Kamera, wie der des Samsung Galaxy S7, und die Stabilisierung des Osmo Mobile sind eine perfekte Mischung. Es braucht natürlich etwas Übung, um genau die Shots hinzubekommen, die man möchte. Dafür ist die Einstiegshürde deutlich kleiner als bei Steadicams, die mit Gewichten funktionieren.

Zudem ist der Osmo Mobile sehr handlich, Schwenks mit dem Joystick wirken wie auf einem Stativ gefilmt und an Zubehör bietet DJI jede Menge an, um eine ernstzunehmende Kameraeinheit dabei zu haben. Vor allem, wenn man bedenkt wie gut Smartphone-Kameras heute schon sind und erst noch in ein paar Jahren werden. Wer also seine mobile Videoproduktion aufpimpen will, sollte bei der Osmo Mobile definitiv zuschlagen.

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