No Man’s Sky: Test nach dem Foundation Update

(Bild: Übergizmo)

Nach einem gelinde gesagt suboptimalen Launch im letzten Jahr hat No Man’s Sky das Foundation Update erhalten. Das liefert Features nach und soll der Start für den Ausbau des Games werden. Wir haben getestet, wie viel Spielspaß das Game nach dem Update bringt.

No Man's Sky Review

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No Man's Sky
(Bild: Übergizmo)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Riesiges Universum…  (Bild: Übergizmo)… das dennoch unglaublich leer wirkt
 (Bild: Übergizmo)Beindruckende Landschaften…  (Bild: Übergizmo)… die sich aber irgendwann wiederholen
 (Bild: Übergizmo)Netter Soundtrack  (Bild: Übergizmo)Ressourcenabbau arg wiederholend und langatmig
 (Bild: Übergizmo)Story um Artefakte zündet nicht
 (Bild: Übergizmo)Stellenweise buggy

No Man’s Sky Foundation Update Trailer

Galaktisch hohe Erwartungen

Episch. Nicht weniger sollte No Man’s Sky werden. Mit einem Raumschiff die Galaxie durchstreifen und auf einer nahezu unendlichen Anzahl von einzigartigen Planeten landen und diese erforschen. Und all das in einem Rutsch, sprich: Ohne Ladezeiten oder künstliche Übergänge, wenn ihr mit eurem Raumschiff in die Atmosphäre eines Planeten eindringt und euch der Boden näher kommt. Lebewesen, Höhlen und interessante Planeten sollte es geben.Ddazu das Weltall mit riesigen Stationen, Raumkämpfen und Anomalien. Klang vielversprechend.

(Bild: Übergizmo)

Mit eurem Raumschiff erkundet ihr Planeten und den Weltraum (Bild: Übergizmo)

Doch leider wird No Man’s Sky wohl vor allem aus einem anderen Grund in die Spielgeschichte eingehen. Selten hat ein Game so exorbitant hohe Erwartungen geschürt und selten sind diese so dermaßen enttäuscht worden. Dafür hat vermutlich der Gründer des Entwicklerstudios von No Man’s Sky gesorgt, Sean Murray. Er versprach zahlreiche Gameplay-Elemente, die dann doch nicht oder in deutlich geringerem Umfang vorhanden waren. Und die Gamer-Community nahm ihm das ziemlich übel.

Der anschließende Shitstorm wurde dann so Ernst, dass sogar die Werbeaufsicht ASA in England zeitweise gegen Hello Games ermittelte. Der Grund: False Advertising, also falsche Werbeversprechen. Der Entwickler schwieg sich etwas aus und lieferte dann irgendwann das erste Update heraus, welches das Game vollständiger machen sollte.

Zahlreiche Verbesserungen im Foundation Update

Und tatsächlich ist No Man’s Sky jetzt deutlich runder, als noch beim Start. Das wichtigste Feature dürfte die Möglichkeit sein, eine eigene Basis zu bauen, die ihr jederzeit per Wurmloch in den Raumstationen erreichen könnt. Dort lasst ihr Spezialisten forschen, baut euer Hauptquartier dann weiter aus und könnt Rohstoffe farmen. Dabei helfen euch automatisierte Sammler, die ihr auf dem Planeten an Rohstoffvorkommen anbringt und dann automatisch ernten lasst. Oder Beacons, die euch die nächstgelegene Alienbasis, Pods oder Ressourcendepots anzeigen.

(Bild: Übergizmo)

Seit dem Foundation Update könnt ihr in No Man’s Sky eine Basis bauen (Bild: Übergizmo)

Die sind ebenfalls erweitert worden und jetzt gibt es noch mehr zu ernten als zuvor. Das gestaltet sich nach dem Foundation Update auch dank der neuen UI als deutlich bequemer. So habt ihr nun in der Ego-Perspektive Zugriff wichtige Funktionen und könnt euren Laser direkt hier wieder aufladen. Der umständliche Umweg über das Menü entfällt somit. Neben ein paar weiteren, kleineren Verbesserungen hat sich auch im Weltraum etwas getan.

Raumfrachter und -kämpfe

So gibt es jetzt riesige Frachter, die ihr verteidigen, angreifen, begehen und kaufen könnt. Somit erweitert sich der Handel ein wenig, da ihr eure Ressourcen nun direkt auf den Frachter beamt, der über dem Planeten wartet. Außerdem sind die Raumkämpfe nun deutlich größer und es erscheinen auch mal mehr als vier bis fünf Raumschiffe aus dem „Hyperraum“, so wie es beim Launch noch war.

(Bild: Übergizmo)

Im Weltraum ist jetzt mehr los (Bild: Übergizmo)

Die Kämpfe sind aber nach wie vor nur anfangs schwierig, wenn euer Raumschiff noch nicht upgraded ist. Später sind die gelegentlichen Scharmützel dann nur noch kurze und relativ unspektakuläre Fingerübungen. Von einem Star Citizen oder dem geistigen Vorgänger Wing Commander ist No Man’s Sky so weit entfernt, wie ihr vom Zentrum der Galaxie am Anfang des Spiels.

Die Leere des Weltraums

Neben der Atlas-„Story“, die auch etwas dünn ist, ist das Erreichen des Galaxie-Mittelpunkts leider weiterhin die einzige Motivation in No Man’s Sky. Mit dem Update sind jetzt zwar zwei Spielmodi dazu gekommen, besonders viel ändert sich aber leider nicht. Während der Survival Mode das Überleben deutlich schwieriger macht, könnt ihr im Creative Mode die Galaxie ohne Einschränkungen des Warp-Antriebs erforschen und mit unlimitierten Ressourcen eine riesige Basis aufbauen.

(Bild: Übergizmo)

Schön, aber etwas leer: Die Planeten in No Man’s Sky (Bild: Übergizmo)

Eins bleibt jedoch: Die Leere. Die Planeten und das Universum fühlen sich nach wie vor nicht wirklich lebendig an. Es gibt zwar Tiere auf den Planeten oder Sentinels genannte Drohen-Roboter, die Wächter der Planeten sind. Die Kämpfe gestalten sich aber leider als nicht gerade herausfordernd. Weitere Interaktionen habt ihr mit einigen Alienrassen, deren Gunst ihr in den sehr einfach gehaltenen Dialogen gewinnt. Auch das ist nicht sehr schwierig und die Belohnungen bei erfolgreichen Dialogen halten sich in Grenzen.

Viele Planeten, wenig los

Auch sonst passiert leider nicht sehr viel, weder bei der Story noch auf den Planeten. Ziemlich schnell merkt man, dass die prozedural generierten Welten irgendwie doch alle ähnlich sind. Der Ressourcenabbau macht anfangs noch Spaß, wird aber irgendwann zur mühseligen und langatmigen Wiederholungsaufgabe. Das Entdecken und Markieren von Pflanzen und Gestein entpuppt sich als unspannende Angelegenheit, vor allem da ihr eure Entdeckungen fummelig über das Menü einzeln hochladen müsst, damit andere Spieler sie eventuell sehen.

(Bild: Übergizmo)

Die Atlas-Story kommt das ganze Spiel über nicht wirklich in Fahrt (Bild: Übergizmo)

Genau das ist generell der Knackpunkt. Die Interaktion mit anderen Spielern beschränkt sich im Grunde nur darauf, zusehen, wer welchen Planeten erkundet hat. Und im Absetzen von Nachrichten in einem Terminal. Es ist regelrecht unverständlich, wie Hello Games diese Chance, ein durch Spieler bevölkertes Universum zu schaffen, verpennt hat. Der Handel beschränkt sich so auf dem Verkauf von Ressourcen über Terminals und die Raumkämpfe sind KI-typisch unaufregend. Schade, dass das nicht nachgeliefert wurde, vielleicht passiert es ja im nächsten Update. Wenn dann noch eine Fanbase von No Man’s Sky existiert.

Fazit

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Nach dem Foundation Update ist No Man’s Sky nun umfangreicher und interessanter geworden. Hello Games hat einige Verbesserungen bei der Grafik und dem User Interface durchgeführt und der Basisbau bringt etwas Sinnhaftigkeit ins Spiel. Das Inventar bleibt aber leider weiterhin fummelig, vor allem mit dem Controller auf der PS4.

Was dem Spiel zusätzlich gut getan hätte, wäre ein Multiplayermodus sowie eine echte Story mit richtigen Charakteren und Rassen. Die Freiheit, gewisse Stellen doch zu scripten und von Leveldesignern bauen zu lassen, wäre in dem sonst nahezu komplett prozeduralen Universum eine Erfrischung gewesen. So bleibt No Man’s Sky leider weiter ein Titel für echte Hardcore-Fans, die nun updateweise auf ihre Features warten müssen. Wer das nicht will, kann sich ja mal OSIRIS: New Dawn ansehen.

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