Greenpeace fordert Netflix zu 100% Ökostrom auf

(Screenshot: Übergizmo) Bild: Greenpeace

Wer Filme und Serien streamt, lädt diese in Echtzeit von weit entfernten Servern. Dafür braucht es jede Menge Strom, der im Hinblick auf kommende Generationen und ökologische Probleme am besten aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Greenpeace fordert den größten Streaming-Dienst der USA nun zu einem entsprechenden Bekenntnis auf.

Der Energieverbrauch des Internets ist enorm. Wäre das World Wide Web ein Land, stünde es mit dem Strombedarf auf Rang sechs. Besonders intensiv schlagen hierbei Streaming-Dienste zu Buche, bei denen große Datenmengen übermittelt werden. Alleine in Nord-Amerika sollen Netflix´Dienste Schätzungen zufolge bereits rund ein Drittel des Internet-Verkehrs ausmachen.

„Netflix muss grün werden“ titelt deshalb ein Blog-Beitrag von Greenpeace, der auf eine Online-Stimmensammlung verweist. Dadurch soll öffentlicher Druck auf das Unternehmen entstehen, den Strom nur noch aus erneuerbaren Energiequellenn zu beziehen. Letztlich spricht Greenpeace mit der Forderung aber Amazon an.

Netflix nutzt Amazons Server

Der Amazon Cloud-Dienst AWS betreibt weltweit Server. Netflix seinerseits nutzt bislang kaum eigene Datencenter, sondern weitgehend die Rechner von AWS. In den Click Green Reports der letzten Jahre hatte AWS aber regelmäßig schlecht abgeschnitten, denn die Energie stammte zu mehr als drei Vierteln nicht aus erneuerbaren Quellen.

Andere Konzerne hatten hingegen auf den öffentlichen Druck, den Greenpeace mit dem Click Clean Report generierte, reagiert. Apple nutzte für seine Rechenzentren zwischenzeitlich beispielsweise 100% Ökostrom – dem aktuellsten Bericht zufolge sind es noch 83%. Facebook und Google verpflichteten sich, selbiges anzustreben und sind in den Bemühungen bereits fortgeschritten. Facebook erreicht aktuell 67% erneuerbare Energien im Strom-Mix, Google verbesserte sich binnen zwei Jahre um 10 Prozentpunkte auf 56%.  Amazon hat seinen Anteil laut Greenpeace aber von 23% im Jahr 2015 auf 17% im Jahr 2017 reduziert.

Click Green Report 2015: Greenpeace lobt Apple

Dank eines Umsatzes von über sechs Milliarden US-Dollar jährlich erreichte Netflix in einem Ranking der größten Medienunternehmen Platz 31. Mit der aktuellen Kampagne (hier geht´s zur Unterschriftenaktion) will Greenpeace Netflix als bekannten Großkunden von AWS also dazu bringen, Einfluss auf Amazon zu nehmen. Anstelle von bislang 24% Gas, 30% Kohle und 26% Atomstrom soll künftig ausschließlich Ökostrom für die Rechenzentren verwendet werden. Auch die mangelnde Transparenz bezüglich Informationen zur Energieversorgung der eigenen Rechenzentren wirft Greenpeace Amazon vor.

Im aktuellen Click Clean Report schlüsselt die Umweltorganisation auch die Ökobilanz einzelner Dienste wie YouTube, Skype, Twitter oder Spotify auf. Während YouTube die Note A und Skype eine B erhielt, kam Twitter nicht über die schlechteste Bewertung (F) hinaus. Spotify erhielt lediglich ein D.

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