Trumpismus: Apple und Foxconn wollen in den USA produzieren

Steve Jurvetson CC BY 2.0

Die Handelspolitik von Donald Trump scheint zu funktionieren: Angeblich planen Foxconn und Apple, iPhone-Komponenten in den USA zu produzieren. Das Unterfangen könnte bis zu 7 Milliarden US-Dollar kosten.

Will Apple künftig wie es sich der US-Präsident wünscht, in den USA produzieren? Einem Bericht nach will Foxconn eine Displayfabrik in den Vereinigten Staaten aufbauen, was 7 Milliarden US-Dollar kosten soll.

Die Nachricht basiert auf Äußerungen, die Foxconn-Chairman Terry Gou am Rande einer Firmenveranstaltung machte. „Apple ist bereit, in das Werk zu investieren, weil sie die Panels ebenfalls brauchen“, zitiert ihn Nikkei Asian Review. Er stellte in diesem Zusammenhang außerdem 30.000 bis 50.000 neue Arbeitsplätze in Aussicht.

Bloomberg zufolge handelt es sich allerdings um vorläufige Pläne. Laut Gou gab es zwar seit Jahren solche Überlegungen. Das Thema sei dann bei einem Gespräch mit Softbank-Chairman Masayoshi Son aufgekommen, bevor dieser Donald Trump aufsuchte und US-Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar ankündigte. Gou erklärte Son dabei, dass die Vereinigten Staaten keine Panel-Industrie haben, obwohl sie den zweitgrößten Markt für Fernsehgeräte darstellen.

Nach dem Treffen mit Trump hielt Son dann vor Journalisten ein Dokument hoch, auf dem neben Softbanks Zahlen auch „Foxconn“ und „7 Milliarden Dollar“ standen. „Ich dachte, es wäre eine private Unterhaltung, aber am nächsten Morgen wurde es enthüllt“, zitiert Reuters Gou. „Es gibt einen solchen Plan, aber es ist kein Versprechen. Es ist ein Wunsch.“

Der Foxconn-Chef warnte aber nach den America-First-Parolen bei Präsident Trumps Amtseinführung vor einem aufkommenden und wohl „unvermeidbaren“ Protektionismus. Er stellte infrage, ob amerikanische Verbraucher bereit wären, eine lokale Herstellung mit deutlich höheren Preisen zu unterstützen. „In Zukunft werden sie vielleicht rund 500 Dollar mehr für US-Produkte bezahlen, aber die funktionieren auch nicht unbedingt besser als ein Smartphone für 300 Dollar.“

In diesem Zusammenhang forderte er US-Behörden zu Entgegenkommen hinsichtlich Grundstücken und Stromkosten auf, um eine Foxconn-Produktion zu ermöglichen – eine offensichtliche Umschreibung für erwünschte Subventionen. Tatsächlich könnte der Foxconn-Chef Vorteile aus den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China zu ziehen versuchen, wie Nikkei von Informanten erfuhr, die mit Gous typischem Vorgehen vertraut sind. „Foxconn ist dafür bekannt, Differenzen zwischen Provinzen und Ländern zu nutzen, um bessere Konditionen herauszuholen“, zitiert die Publikation einen Brancheninsider.

Bild: Steve Jurvetson / CC BY 2.0 „Electronics factory in Shenzhen“

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de
  1. Dann wird der bereits schon bisher stark verteuerter Apple noch einige Hunderte Euro teurer. Selbst Schuld wer so etwas kauft.
    Alternative wären Roboter statt Amerikaner am Fließband in USA, und Trump könnte es mit Roboterzoll versuchen.

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