Aus die Maus! Resident Evil: The Final Chapter

Resident Evil

Könnt ihr es glauben? Resident Evil: The Final Chapter. The. Final. Chapter. Nach sechs Teilen soll Resident Evil nun wirklich enden. Hat Paul W. S. Anderson, Schöpfer der Reihe, keine Lust mehr? Vielleicht möchte er in der Arbeit nicht ständig von seiner Ehefrau Milla Jovovich umgeben sein? Doch wieso heißt es am Ende von The Final Chapter “es gibt noch viel zu tun”? Das sind die Fragen, die wir momentan nicht beantworten können, die Zukunft wird es zeigen.

Resident Evil: The Final Chapter

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Milla Jovovich ist Alice
© 2016 Constantin Film Verleih GmbH

In der Filmserie Resident Evil kennt der Tod keine Grenzen. Es geht ja schließlich um Zombies. Protagonistin Alice verstarb bereits in Resident Evil: Apokalypse (2004). Das war trotzdem kein Hindernis vier weitere Filme mit der wunderbaren Milla Jovovich zu drehen. Ob ihre Figur Alice erneut sterben wird, verraten wir hier nicht, keine Sorge. Ein Funken Hoffnung für alle Hardcore-Fans sollte bestehen bleiben.

Trotzdem scheint Resident Evil: The Final Chapter das letzte Kapitel der erfolgreichsten Videospielverfilmung aller Zeiten zu sein. Hauptdarstellerin Milla Jovovich geht in Zombierente und verabschiedet sich von ihren zombiehungrigen Fans. Die bekommen genau das, was sie wollen: Action, Zombies, laut, Effekte, noch lauter, schneller, düster. Um diesen Film bewerten zu können, muss streng zwischen Zuschauer Typ 1 (Fan der Resident-Evil-Reihe, zombieerprobt, Milla Jovovich-Fan, zockt gerne) und Zuschauer Typ 2 (Tickets für die anderen Filme waren gerade ausverkauft) unterschieden werden.

Resident Evil – Mehr Action als Story

Wer die anderen fünf Teile von Resident Evil kennt, dem hilft das kurze Recap am Anfang des Films um die schlafende Erinnerung an die Zombieapokalypse aufzufrischen. Wer mit Zombiejägerin Alice allerdings zum ersten Mal Bekanntschaft macht, wird nach dem Recap auch nicht viel schlauer. Wieso überlebte genau diese Alice, wenn Milliarden Menschen dem Zombievirus zum Opfer fielen? Wieso hatte sie damals einen heißen roten Fummel an und jetzt Outdoor-Klamotten?

Sinnvolle Fragen zu einer sinnentleerten Geschichte bleiben sinnlos. Die Story ist zweitrangig, schon nach ein paar Minuten beginnt die gnadenlose Action, für die Resident Evil bekannt ist. Doch nicht nur Alice werden Höchtsleistungen bei den Zombiekämpfen abverlangt. Die Zuschaueraugen, von 3D-Brillen umhüllt, müssen bei den hektischen Schnitten Höllenqualen ertragen.

Ruhe, oder so etwas in der Art wie Ruhe, kehrt erst ab der Hälfte von Resident Evil: The Final Chapter ein. Optik und Story werden ab Alice’ Rückkehr in “The Hive” ansprechender. Die Heldin kehrt dorthin zurück, wo einst alle begann. Herrlich klaustrophobische Szenen warten auf den Zuschauer im unterirdischen Forschungslabor “The Hive”. So kann The Final Chapter auch Resident-Evil-Fremden spannenden Nervenkitzel bieten. Regisseur Paul W. S. Anderson verpasst der Story ein dramaturgisches Upgrade und erzählt eine Geschichte, die Fans freuen wird und den Rest der Menschheit ausreichend unterhalten kann, ohne dass man völlig erbost den Eintrittspreis an der Kasse reklamieren muss.

Zombiewürdige Dialoge

Paul W. S. Anderson hätte mal besser bei den Effekten gespart und dafür mehr für die Dialoge und Charaktere Zeit ver(sch)wendet. Als Alice in Racoon City auf eine Truppe Überlebenden trifft, mit dabei ihre verlorengeglaubte Freundin Claire Redfield (Ali Larter), beginnen die Dialoge die weltuntergangswürdig sind. Die Anspruchslosigkeit und die Leere der Worte hätten auch von Zombies stammen können. Kaum Unterschied.

Oberbösewicht Dr. Isaacs zieht biblische Vergleiche und schmückt die Zombieapokalypse unverhofft mit “Gott sei mit Ihnen” Sprüchen aus. Ihm gebührt auch die besten Dialogzeile des Films: “Die Dreifaltigkeit der Schlampen”. Soviel sei verraten, er spricht damit Alice an.

Trotz des schwächelnden Drehbuchs schafft es Ian Glen (bekannt aus “Game of Thrones”) mit seiner Rolle des fiesen Dr. Isaacs hervorzustechen aus der Maße der aus Models bestehenden Casts. Das japanische Sternchen Rola wäre sowieso keinem aufgefallen, würde sie nicht ständig in der Castliste erwähnt werden. Das androgyne Model Ruby Rose wird Fans der Serie Orange Is The New Black bekannt vorkommen. Ihre Rolle der Abigail hätte so aber auch jemand anderes spielen können.

Paul W. S. Anderson hält zu guter Letzt eine Überraschung für seine treuen Fans bereit und bietet eine Auflösung für Alice’ Vorgeschichte. Milla Jovovich verkörperte Alice anderthalb Jahrzehnte und wurde damit selber zur Marke. Sie ist der Inbegriff von Frauenpower, noch nie hat eine Frau in so vielen Teilen einer Filmreihe die Hauptrolle getragen, ohne dabei auf einen Mann angewiesen zu sein. Ihre Alice ist kein reiner Sidekick, wie viele andere Frauenrollen im Action-Genre.

Mit Milla Jovovich schaffte die Resident-Evil-Reihe weltweite Einnahmen über fast eine Milliarde Dollar. Die Action-Amazone Jovovich ist kaum gealtert in den 15 Jahren, Regisseur Paul W. S. Anderson traf eine gute Wahl – beruflich wie auch privat.

Fazit

Resident Evil: The Final Chapter bietet einen gelungene Wendung für alle hungrigen Fans, sowie gewohnte Action, die auch für Neulinge in der Resident-Evil-Reihe kurzweilig Unterhaltung bietet. Ausdrückliche Warnung allerdings: Bitte schraubt eure Ansprüche soweit wie möglich runter, dann wird es Spass machen.

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