Google Instant Apps: Bald sind sie da

Android kann künftig nach einem Klick auf einen Link beispielsweise die Instant App eines Shops herunterladen und ausführen, ohne dass die zugehörige Anwendung installiert werden muss (Bild: Google).

Google will jetzt erstmals Instant Apps für Android-Nutzer freigeben. In einem Betatest werden die Apps von BuzzFeed, Periscope, Wish und Viki bereitgestellt, um Feedback der Nutzer einzusammeln. Später soll die App-Kategorie natürlich freigegeben und massiv erweitert werden. Doch was sind Instant Apps?

Google hatte mit einigen App-Entwicklern zusammengearbeitet, um Instant Apps voranzutreiben. Dazu muss eine bestehende Android-App mit zusätzlicher Funktionalität ausgestattet und modularisiert werden. Ein teilweiser Download soll dann schon ausreichen, die App ohne Installation unter Android auszuführen. Das wäre ein großer Fortschritt und würde Apps in die Nähe von Websites rücken.

Zum Einsatz kommen dabei dieselben Android-APIs und dasselbe Android-Studio-Projekt. Schon heute können Entwickler wichtige Schritte unternehmen, um sich auf die Schaffung von Instant Apps vorzubereiten, heißt es dazu im Android Developers Blog. Das vollständige Software Developer Kit (SDK) soll jedoch erst in den kommenden Monaten verfügbar werden.

Lies auch: Instant Apps: Apps ohne Installation – das ist die Zukunft des Webs

Die Instant Apps laden nur den für eine bestimmte Funktion benötigten Code herunter, sollen aber dennoch das vollständige App-Erlebnis einschließlich Material Design und Animationen bieten. Technisch gesehen handelt es sich um Deep Links. Statt mit einem Link eine mobile Website zu öffnen oder einem Nutzer die Installation der zu der Website gehörenden App vorzuschlagen, erlaubt Instant Apps die Nutzung einzelner Funktionen der fraglichen App. Der Aufwand für die Modularisierung schwankt laut Google je nach Struktur der App. Einige Entwickler sollen weniger als einen Tag benötigen, um ihre Anwendungen anzupassen.

Wird eine Instant App über eine Website angeboten, bei der ein Nutzer bereits angemeldet ist, ist keine erneute Authentifizierung notwendig. Entwickler haben zudem die Möglichkeit, Nutzern auch aus einer Instant App heraus die Installation ihrer nativen Android-Anwendung anzubieten. Instant Apps werden wie herkömmliche Apps über den Play Store verteilt. Sie haben zudem Zugriff auf die Play Services und damit Daten wie Standort und Identität.

Mit Instant Apps versucht Google, die Grenzen zwischen Websites und Apps einzureißen. Anbieter erhalten dadurch eine neue Möglichkeit, Besucher ihrer Websites an ihre mobilen Apps heranzuführen und damit auch die Bindung zu ihren Kunden zu stärken.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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