Nvidia Shield TV 2017 – Der Alleskönner im Test

shield-tv-aufmacher

Nvidia kündigte auf der CES 2017 die Neuauflage ihrer Streaming- und Gaming-Box Nvidia Shield TV an. Sie ist nun deutlich geschrumpft, kommt mit neuer Software und verbessertem Zubehör. Wir haben uns Nvidia Shield TV im Test genauer angeschaut.

Nvidia Shield TV 2017

Bild 1 von 20

Nvidia Shield TV 2017

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Kleiner und leichter…  (Bild: Übergizmo)… dafür mit weniger Anschlüssen
 (Bild: Übergizmo)Noch immer hervorragende Hardware…  (Bild: Übergizmo)… die allerdings im Vorgänger schon genauso gut war
 (Bild: Übergizmo)Streaming in 4K, 60 fps, HDR  (Bild: Übergizmo)Streaming-Apps manchmal unnötig verwirrend
 Genial für Android-TV-Games(Bild: Übergizmo)  (Bild: Übergizmo)Keine Spul-Tasten auf der Fernbedienung
 (Bild: Übergizmo)Spiele-Streaming mit Geforce Now  
 (Bild: Übergizmo)Nvidia Shield Android TV 2016 erhält Update und damit (fast) alle neuen Features  
 (Bild: Übergizmo)Toller neuer Controller  

Zugegeben: Wir waren doch etwas überrascht, als Nvidia auf der CES 2017 eine neue Version des Nvidia Shield TV ankündigte. Ganz besonders als wir erfuhren, dass sich gegenüber dem Mitte 2015 gelaunchten Vorgänger technisch quasi nichts verändert hat.

Gut, die Box ist von 159 x 98 x 26 mm auf 210 x 130 x 25 mm geschrumpft. Das ist ein deutlicher Unterschied. Außerdem wurde in der neuen Version der Micro-SD-Kartenslot, Micro-USB-Port und Anschalter gestrichen – ein proprietärer Stromanschluss, Ethernet-Port, HDMI-Port und zwei USB-Ports sind nach wie vor an Bord.

Der Rest ist identisch. Gleiche futuristische Optik mit neckischem grünen LED-Streifen, gleicher (und noch immer hervorragender) Tegra X1 mit 3 GByte RAM, gleiche Software. Über den letzten Punkt dürften sich besonders Besitzer des Nvidia Shield Android TV 2015 (hier gehts zum Test) freuen. Denn Nvidia updatet per OTA alle Nvidia Shield Android TV 2016 auf Android 7.0. Somit sind alle neuen Features auch auf den älteren Varianten vorhanden.

20170113_161117

Nach wie vor kommen 16 GByte interner Speicher zum Einsatz. Und nach wie vor ist das deutlich zu wenig. Wie empfehlen vor allem Gamern, sich für wenige Euro einen 64 oder noch besser 128 GByte großen USB-Stick zu kaufen und damit den Speicher zu erweitern. Der Stick kann sogar als interner Speicher formatiert werden. Denn nicht selten belegt ein Spiel 4 GByte oder mehr. Für Kunden, die besonders speicherintensive Anwendungen und Daten auf das Shield TV laden wollen, bietet Nvidia gegen 100 Euro Aufpreis das Shield TV Pro mit integrierter 500-GByte-Festplatte an.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Unterstützung von 4K bei 60 Hz, Decodierung vom H.265-Standard und HDR (High Dynamic Range). Entsprechende Inhalte liefert Youtube, Netflix und Amazon Video. Auch sehr spannend: Nvidia Shield TV soll in den nächsten Monaten ein weiteres Update erhalten und dann auch Google Assistant unterstützen. Damit könnte die Streaming-Konsole zur zentralen Steuereinheit für Smart-Home-Lösungen werden.

20170113_164819

Nvidia Shield TV Controller

Ein enormer Schritt nach vorne ist der neue Controller, der für knapp 70 Euro auch einzeln gekauft werden kann. Er ist deutlich geschrumpft, liegt aber dennoch auch in großen Händen besser als der Vorgänger. Er kommt im kantigen Polygon-Design, was nicht nur gut aussieht, sondern sich auch toll anfühlt. Die Tasten und Sticks sind noch ein wenig knackiger und besitzen einen perfekten Druckpunkt.

Die Akkulaufzeit wurde von ohnehin schon guten 40 Stunden auf 60 Stunden erhöht – trotz neuem Force-Feedback. Die Android-Tasten wanderten genauso wie die Kopfhörerbuchse an das untere Ende.

20170113_164837

Zocken rockt!

Der tolle beiliegende Controller deutet es bereits an: Zocken macht auf dem Nvidia Shield TV richtig Laune! Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten zu spielen:

Das Herunterladen von für Android TV optimierte Android Games aus dem Google Play Store ist die Naheliegendste. Dabei ist das Angebot im Vergleich zum klassischen Android deutlich begrenzt, schließlich muss jedes Game erstmal für den großen Bildschirm im Querformat und die Steuerung per Controller / Remote angepasst werden.

Im Gegenzug bietet Nvidia aber auch kostenpflichtige Exklusivtitel wie Metal Gear Rising, The Witness oder Borderlands The Pre Sequel an. Das Grafikniveau ist hier in etwa mit der PS3 vergleichbar.

20170113_170331

Als zweite Möglichkeit bietet Nvidia Shield TV Home Streaming vom eigenen Rechner mit Nvidia-Grafikkarte auf dem Fernseher an. Das funktioniert nicht nur im eigenen WLAN, sondern soll eine entsprechend schnelle Internetverbindung vorausgesetzt auch auf dem Hotelfernseher funktionieren – übrigens in 4K und HDR.

20170113_164905

Die dritte Möglichkeit ist Geforce Now. Die Spiele laufen hier auf Pascal-basierenden, hauseigenen Servern und werden auf das eigenen Nvidia Shield TV gestreamt. Je nach Titel und Internetverbindung ist 1080p mit 60 fps möglich. Der Service kostet 10 Euro pro Monat und bietet viele im Abopreis inkludierte Spiele, die tendenziell allerdings schon etwas älter sind. Dazu gehören unzählige Lego-Spiele, aber auch No Mans Sky, The Witcher 3, Tomb Raider und Batman-Games. Neuere Spiele müssen dagegen gekaut werden.

Grafisch ist dies äußerst beeindruckend und zieht grafisch unserer Meinung nach auch an aktuellen Konsolengenerationen vorbei. Auch mit Lags oder Spielverzögerungen hat man nicht zu kämpfen. Gerade diese Option bietet sich hervorragend für Gelegenheitsspieler an, die sich keinen teuren Spielerechner kaufen möchten.

20170113_161248

Streaming

Außerdem können mit der Nvidia Shield TV verschiedene Streaming-Dienste genutzt werden – darunter auch ganz neu Amazon Video. Hier kommt die Box allerdings nicht an den Komfort eines Fire TV heran. Das liegt in erster Linie daran, dass die ebenfalls neue, aber kaum veränderte (Batterien statt Akku, kein Kopfhörerausgang mehr), der Verpackung beiliegenden Fernbedienung keine eigenen Buttons zum Spulen besitzen. So wird beim Spulen bei vielen Apps erst ein Overlay-Menü aufgerufen, in dem dann nochmal auf die Vorspulschaltfläche gedrückt werden muss.

Auch nutzt jede Anwendung sein eigenes User-Interface, was sich umständlich und verwirrend anfühlt. Das ist zum einen ein grundsätzliches Problem des von Google stiefmütterlich behandelten Android TV. Zum anderen scheint gerade Amazon Video bewusst verschiedene Features zurück zu halten, damit Kunden eher zur eigenen Hardware Fire TV greifen.

20170113_161210

Kosten

Nvidia Shield TV 2017 kostet inklusive Controller und Fernbedienung 230 Euro und ist damit etwas günstiger als der Vorgänger, der zusammen mit der damals optionalen Fernbedienung 260 Euro kostete. Das Shield TV Pro mit der 500 GByte-Festplatte kostet 330 Euro. Ein zusätzlicher Controller 70 Euro.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Nvidia Shield TV 2017 kann viel. Besonders der Gaming-Aspekt wird viele entzücken. Der neue Controller fühlt sich unglaublich richtig an, Geforce Now funktioniert tadellos und die Android-TV-Games eröffnen neue Möglichkeiten.

Streamen kann das Nvidia Shield TV in wunderschönem 4K 60fps und HDR, allerdings verwirrt die inkonsistente Bedienung der unterschiedlichen Apps. Schade sind die gestrichenen Ports, allen voran der Micro-SD-Slot. Toll finden wir, dass auch Besitzer des alten Nvidia Shield TV in den Genuss aller neuen Features kommen.

Wer neben dem Streaming auch die Gaming-Aspekte des Nvidia Shield TV nutzen will, für den ist das Nvidia Shield TV eine klare Empfehlung. Wir kennen keine Android-TV-Box, die auch nur annähernd so viele Möglichkeiten bietet, wie Nvidia Shield TV. Mit der Einführung von Google Assistant kommt bald sogar noch ein sehr spannendes Feature hinzu. Nvidia Shield TV ist ein wahres Multitalent und damit jeden Euro wert.

Tags :
  1. Hab den Update Gestern auch bekommen.
    Auuser der Einstellung, Netflix ist runter gewandert und Amazon hat sich bei mir nichts verändert.

    Ich habe nach wie vor Apps nur in einer Reihe
    Das Nvidie Games App und die Steam App was der neue bekommen hat habe ich nicht.
    Die Frage: War das eine Verarschung oder ist beim Update was schief gelaufen?
    Eigentlich hat sich nicht geändert. Amazon hatte ich schon vorher drauf.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising