iCloud-Nacktfotos: Hacker muss in den Knast

(Bild: Shutterstock)

Dieser Hack ging nach hinten los: Noch ein Täter im „Celebgate“-Skandal um die Nacktfotos von Prominenten muss ins Gefängnis. Ein 29-jähriger Mann muss 9 Monate hinter schwedische Gardinen. Außerdem muss er Schadenersatz und Therapiekosten für die Opfer zahlen.

Der Richter nannte das Verhalten des Täters „verabscheuungswürdig“. Der Täter gab seine Schuld schon im Herbst 2016 zu und teilte mit, dass er die Konten von über 300 Personen auf Apples iCloud und Gmail gehackt hatte. Dazu gehörten etwa 30 Prominente.

Eine längere Haftstrafe blieb ihm erspart, weil es keine Beweise dafür gab, dass er auch Nacktfotos online gestellt hatte. Majerczyk stammt aus einer Polizistenfamilie und wurde von seinem Anwalt als ein „sehr zurückgezogener Mensch“ beschrieben. Er drang dennoch mit Phishing-Methoden in die Privatsphäre vieler anderer ein, darunter auch von Menschen, die er persönlich kannte. Er sandte dabei E-Mails an seine Opfer von Adressen wie „appleprivacysecurity@icloud.com“, um sie zur Eingabe von Nutzername und Passwort auf einer von ihm vorbereiteten Webseite zu bewegen. Die Zugangsdaten nutzte er dann selbst für den Zugriff auf die Konten und den Download sensibler Fotos.

18 Monate Haft erhielt im letzten Jahr der ebenfalls im Celebgate-Skandal angeklagte Hacker Ryan Collins. Auch er hatte E-Mails versandt, die von Mitarbeitern Apples oder Googles zu stammen schienen, und kam so mühelos an die Zugangsdaten für mindestens 50 iCloud-Konten und 72 Gmail-Konten von überwiegend weiblichen Prominenten. Ihm wurde ebenfalls nicht vorgeworfen, die erbeuteten Nacktaufnahmen auch verbreitet zu haben.

Der als „Celebgate“ oder auch „Fappening“ bezeichnete Vorfall ereignete sich im Sommer 2014. Unbekannte veröffentlichten damals Nacktbilder bekannter Schauspielerinnen wie Michelle Keegan (Coronation Street), Jennifer Lawrence (Hunger Games), Kirsten Dunst (Spider Man) und der Sängerin Ariana Grande im Forum 4chan. Wie Apple später bestätigte, stammten sie aus iCloud-Konten. Lawrence nannte den Diebstahl in einem Interview mit Vanity Fair damals ein „Sexualverbrechen“.

Sicherheitsexperten vermuteten zunächst eine Sicherheitslücke im iCloud-Backup, was sich jedoch nicht bestätigte. Laut FBI-Unterlagen wurden manche der erotischen Aufnahmen per E-Mail an den jeweiligen Partner verschickt, andere aber nur auf dem Smartphone gespeichert. Manchen Opfern war dabei offenbar nicht einmal bewusst, dass eine Synchronisierung mit der Cloud erfolgte. Im Herbst 2014 dehnte Apple die Zwei-Faktor-Authentifizierung auf seinen Cloud-Speicherdienst aus und reagierte damit auf die von iCloud entwendeten und veröffentlichten Nacktfotos.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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